Existenzgründungen

Analyse der Praxisgründungen von Zahnärzten

Gründungsverhalten von Zahnärzten 2019

Steigende Investitionsvolumina
Die Gründung einer zahnärztlichen Praxis wird von Jahr zu Jahr teurer. 2019 investierten Zahnärzte für die klassische Praxisübernahme durchschnittlich vier Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Trend zu höherpreisigen Praxen
Das Investitionsverhalten der Existenzgründer ist generell uneinheitlich, zeigt aber in einem Punkt einen auffälligen Trend: in den letzten fünf Jahren hat der Anteil der hochpreisigen Praxen deutlich zugenommen.
Neugründungen bei Zahnarztpraxen bleiben auf niedrigem Niveau
Die Einzelpraxis bleibt bei den Zahnärzten weiterhin die mit Abstand beliebteste Niederlassungsart. Fast 65 Prozent der Existenzgründer übernehmen eine bestehende Praxis, um diese als Einzelpraxis weiterzuführen.

Die Kaufpreise stagnieren, aber die Investitionen steigen weiter

Der Trend zu steigenden Praxisinvestitionen hält seit Jahren an und die Gründung einer zahnärztlichen Praxis wird so von Jahr zu Jahr teurer.

2019 investierten Zahnärzte für die klassische Praxisübernahme und anschließende Niederlassung in einer Einzelpraxis durchschnittlich 354.000 Euro und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn sich der Kaufpreis gegenüber 2017 zum zweiten Mal in der zeitlichen Abfolge leicht rückläufig entwickelte, erreichten die gesamten Praxisinvestitionen einen neuen Höchststand.

Was ist die Ursache? Ausschlaggebend für den Anstieg waren nicht die gezahlten Übernahmepreise, sondern wie auch in den Vorjahren die in Umbau, Ausstattung und Modernisierung getätigten Investitionen von 178.000 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 lagen die Investitionen im Schnitt noch bei 95.000 Euro. Seitdem haben sich die Investitionssummen fast verdoppelt.

Trend zu hochpreisigen Praxen hält an

Nimmt man bei den getätigten Praxisinvestitionen der letzten fünf Jahre eine Einteilung in Größenklassen vor (jeweils in 100 Tausend Euro), so wird deutlich, dass das Investitionsverhalten der Existenzgründer generell recht uneinheitlich ist.

Auffällig ist, dass der Anteil der hochpreisigen Praxen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Mittlerweile investieren 20 Prozent der Zahnärzte, die sich durch Übernahme in einer Einzelpraxis niederlassen, mehr als eine halbe Million Euro in die Existenzgründung. Im Jahr 2015 lag dieser Anteil noch bei 5 Prozent.
 

Investitionen bei Neugründung am höchsten

Eine zahnärztliche Einzelpraxis neu zu gründen ist der teuerste Weg, sich niederzulassen: 2019 beliefen sich die Ausgaben dafür im Durchschnitt auf 493.000 Euro.

Auch die Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) erfordert verhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand. 2019 haben Zahnärzte für einen Praxisanteil von 50 Prozent 470.000 Euro investiert.

Die geringsten Praxisinvestitionen fallen an, wenn auf vorhandene Strukturen aufgebaut wird. So haben 2019 zahnärztliche Existenzgründer beispielsweise durch Übernahme einer kompletten Praxis für einen knapp hälftigen Praxisanteil inklusive Übernahmepreis 288.000 Euro investiert.

Zahnärzte, die in eine bereits bestehende BAG eingestiegen sind, zahlten für einen 35-prozentigen Praxisanteil im Schnitt einen Kaufpreis von 224.000 Euro, investierten durchschnittlich 68.000 Euro und kamen also auf einen Gesamtbetrag von 292.000 Euro.
 

Die Einzelpraxis bleibt weiterhin beliebt

Was die Art der Niederlassung betrifft, verändert sich der Existenzgründermarkt seit Jahren kaum: Die Einzelpraxis bleibt bei den Zahnärzten weiterhin die mit Abstand beliebteste Niederlassungsform. 65 Prozent der Existenzgründer übernahmen eine bestehende Praxis, um diese als Einzelpraxis weiterzuführen.

Der in den letzten Jahren zu beobachtende Konzentrations- und Kooperationstrend in der zahnmedizinischen Versorgung zeigt sich bei den zahnärztlichen Existenzgründungen 2019 nicht mehr: Die Kooperationsquote fiel seit 2016 von 31 Prozent auf 28 Prozent. Hierbei gründeten zwei Prozent eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) komplett neu und acht Prozent übernahmen eine bestehende Praxis, um diese als BAG weiterzuführen. 15 Prozent sind in eine vorhandene Praxis als Partner eingestiegen.

Nur drei Prozent wählten für sich die Praxisgemeinschaft, bzw. das Medizinische Versorgungszentrum als Niederlassungsoption.

Methode

Der Analyse 2019 lag eine Stichprobe von gut 500 durch die apoBank begleiteten zahnärztlichen Existenzgründungen zu Grunde. Die Daten wurden anonymisiert und gemeinsam von apoBank und dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) ausgewertet.

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