Existenzgründungen

So gründen Apothekerinnen

Frauenanteil Apotheke
Frauen befinden sich auf Expansionskurs

Apothekengründung 2018


Frauen auf Expansionskurs

Die Schwerpunktanalyse der apoBank zu Apothekengründungen 2018 zeigt: Der Anteil der Apothekerinnen, die sich niederlassen, steigt seit Jahren sukzessive an. 2018 waren 62 Prozent der „Jungunternehmer“ Frauen. Das ergab die geschlechtsspezifische Auswertung der Apothekengründungen 2018, die jährlich durch die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) vorgenommen wird.

Die apoBank Analyse zu Apothekengründungen 2018

Apothekerinnen entscheiden sich im Durchschnitt später für den Schritt in die Selbständigkeit. Dennoch auffallend: Insgesamt waren sowohl die weiblichen als auch die männlichen Existenzgründer 2018 im Schnitt jünger als in den letzten Jahren.
Aktuell kann man seit einigen Jahren einen Trend zu höheren Investitionen feststellen. Doch 2018 fiel der Anstieg von knapp 500.000 Euro auf 580.000 Euro mit 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders hoch aus.

Anteil der Frauen unter den Apothekengründern nimmt zu

Der hohe Frauenanteil unter den Pharmaziestudenten und angestellten Apothekern spiegelt sich auch bei den Existenzgründungen wider. So ist seit 2015 die Zahl der Apothekengründerinnen stetig gestiegen. 2018 ist der Anteil der Existenzgründerinnen erneut gestiegen und betrug 62 Prozent.

Neu ist allerdings, dass Apothekerinnen zunehmend Interesse an Verbünden zeigen, die bislang eher eine Männerdomäne waren: 2017 übernahmen erstmals mehr Frauen als Männer einen Apothekenverbund. 2018 betrug der Anteil der Frauen 66 Prozent.

Allerdings dominieren nach wie vor Männer, wenn es darum geht, über einzelne Filialapotheken zu expandieren: 60 Prozent der 2018 von der apoBank begleiteten Filialgründungen gehen auf das Konto der Apotheker. Neben der tendenziell höheren Expansionsbereitschaft der Männer spielt hier sicher auch die höhere Zahl an bereits niedergelassenen Apothekern (Männeranteil liegt bei rund 51 Prozent) eine Rolle.
 

Investitionsverhalten nach Geschlecht: Unterschiede werden kleiner

Die jährlichen Analysen der apoBank zeigen, dass die Gesamtinvestitionen bei den weiblichen Apothekengründern in den letzten Jahren gestiegen sind, während sie bei den Männern konstant beziehungsweise in 2017 sogar einmal kurz rückläufig waren. 2018 sind die durchschnittlichen Gesamtinvestitionen für die Übernahme einer Apotheke bei den Existenzgründerinnen von knapp 500.000 Euro auf 580.000 Euro mit 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders hoch gestiegen.

Trotz dieser Annäherung bleiben die Durchschnittswerte bei Apothekerinnen leicht niedriger als bei ihren männlichen Kollegen.
 

Den Grund dafür verdeutlicht eine genauere Analyse des Gründungsverhaltens bei beiden Geschlechtern. Demnach übernehmen Frauen deutlich häufiger kleinere Apotheken mit dementsprechend niedrigeren Umsätzen.

Aber auch das gegenläufige Phänomen lässt sich feststellen. Zunehmend übernehmen auch Frauen größere Apotheken: So hat 2018 knapp jede vierte Existenzgründerin in eine hochpreisige Apotheke investiert und einen Kaufpreis jenseits von 600.000 Euro gezahlt

Durchschnittsalter von Gründerinnen ist 39,8 Jahre

Ein Blick auf das Gründungsalter zeigt, dass die Entscheidung für eine eigene Apotheke bei Frauen in der Regel später fällt: Während Männer im Schnitt mit 36,5 Jahren in die Selbständigkeit wechseln, waren Frauen bei der Niederlassung mit 39,8 Jahren mehr als drei Jahre älter. Vor allem unter den jüngsten Existenzgründern unter 30 Jahren sind nur fünf Prozent aller Apothekengründerinnen vertreten. Bei Männern ist der Anteil mit 16 Prozent wesentlich höher.

Insgesamt lässt sich mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Existenzgründerinnen erst mit über 40 Jahren in der eigenen Apotheke nieder, bei den Männern war es nur jeder vierte.

Ein Exkurs in die einzelnen Regionen Deutschlands zeigt ebenfalls deutliche Altersunterschiede unter den pharmazeutischen Existenzgründern. Vor allem im Osten Deutschlands waren sowohl die Apothekerinnen als auch die Apotheker zum Zeitpunkt der Existenzgründung im Schnitt wesentlich jünger (Frauen: 37,6 Jahre; Männer: 34,7 Jahre) als im Westen (Frauen: 41,9 Jahre; Männer: 37,3 Jahre).

Mittelstädte bei Apothekengründern beliebt

Zweithöchste Übernahmepreise in Mittelstädten:Bei der Standortwahl scheinen vor allem mittelstädtische Gemeinden mit 20.000 bis unter 100.000 Einwohner für Apotheker attraktiv zu sein. Im Verhältnis zur dort lebenden Bevölkerung (29 Prozent) wurden hier 2018 mit 34 Prozent überdurchschnittlich viele Apotheken übernommen beziehungsweise neu gegründet. Die Attraktivität der Mittelstadt äußert sich auch in den Kaufpreisen: mit 460.000 Euro lagen sie dort 2018 auf dem zweithöchsten Platz.

Weniger beliebt waren Kleinstädte, in denen zwar 29 Prozent der Bevölkerung leben, aber nur 24 Prozent der Apothekengründungen stattfanden. Hier lagen die Übernahmepreise mit 544.000 Euro deutlich auf dem ersten Platz.  

Nur sieben Prozent der Apothekengründung erfolgten in ländlichen Regionen. Hier lagen die Übernahmepreise bei Landapotheken immerhin noch bei durchschnittlich 433.000 Euro.

Andere Übernahmepreise im Osten Deutschlands

Für Apotheken im Osten Deutschlands wurden 2018 die geringsten durchschnittlichen Übernahmepreise gezahlt. Durchschnittlich 405.000 Euro haben Apothekengründer im Osten Deutschlands für eine Übernahme gezahlt. Obwohl hier im Vergleich zu den anderen Regionen tendenziell umsatzstärkere Apotheken übernommen wurden, scheint sich diese Entwicklung nicht direkt im Übernahmepreis widerzuspiegeln.

Im Gegensatz dazu zahlten pharmazeutische Existenzgründer im Westen Deutschlands mit im Schnitt 501.000 Euro die höchsten durchschnittlichen Übernahmepreise.

Die apoBank analysiert jährlich das Existenzgründungsgeschehen von Apothekern. Basis der Analyse bilden die Apothekenfinanzierungen, die die Bank im letzten Jahr begleitet hat.

Methodik
Diese Analyse basiert auf einer Stichprobe von rund 330 Apothekengründungen, die durch die apoBank im Jahr 2018 begleitet wurden. Die Daten wurden anonymisiert ausgewertet.

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