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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 2. bis 6. November 2026

Risk-Off-Stimmung belastet US-Technologiewerte

Die US-Kongresszwischenwahlen bestimmten das Marktgeschehen der vergangenen Woche. Während europäische Aktien zulegen konnten, gerieten insbesondere US-Technologieaktien und KI-Werte deutlich unter Druck. Die starken Kursbewegungen spiegelten dabei vor allem die hohe Nervosität der Anleger und die ambitionierten Erwartungen an künftige KI-Erträge wider. Sinkende Ölpreise stützten zugleich die Anleihemärkte. Der Abbau geopolitischer Risikoprämien im Nahen Osten belastete Brent spürbar, während Gold als sicherer Hafen gefragt blieb.

US-Amerikanischer Tech-Sektor unter Druck

Die internationalen Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche uneinheitlich. Während die europäischen Börsen zulegen konnten, gerieten die US-Märkte insbesondere im Technologiesektor deutlich unter Druck. Im Mittelpunkt stand das Ergebnis der US-Kongresswahlen, das weitgehend den Erwartungen der Wettmärkte und auch unserem Basisszenario einer geteilten Regierung entsprach. Nachdem damit ein Teil der politischen Unsicherheit entfiel und zudem die rasche Anerkennung des Wahlergebnisses sowie die Signale einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Republikanern und Demokraten positiv aufgenommen wurden, verzeichneten die Aktienmärkte zur Wochenmitte zunächst spürbare Kursgewinne.

Die anschließende Schwäche am Donnerstag, vor allem bei Technologie- und KI-Werten, lässt sich dagegen nur bedingt mit dem Wahlausgang selbst erklären. Zwar wurde die demokratische Mehrheit in beiden Kammern teilweise als Indiz für ein künftig strengeres regulatorisches Umfeld interpretiert, konkrete politische Handlungsspielräume erscheinen jedoch begrenzt. Die kräftigen Kursausschläge in beide Richtungen spiegelten daher vor allem die hohe Nervosität der Anleger und die ambitionierten Erwartungen an die Rentabilität der umfangreichen Investitionen in Künstliche Intelligenz wider.

Ölpreisrückgänge stützen Staatsanleihen

An den Anleihemärkten standen zuletzt die deutlich gefallenen Energiepreise im Fokus. Sowohl in den USA als auch im Euroraum gaben die Renditen von Staatsanleihen über weite Teile der Kurve mehrere Basispunkte nach. Unterstützung erhielten die Märkte dabei insbesondere durch den Rückgang des Ölpreises, nachdem Fortschritte bei den von Katar vermittelten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt sinken ließen.

Der niedrigere Ölpreis dämpfte die Inflationserwartungen und verringerte damit den Druck auf die Notenbanken, die Geldpolitik länger restriktiv zu halten. Vor diesem Hintergrund fielen die Renditen sowohl von US-Treasuries als auch von deutschen Bundesanleihen. 

Öl unter Druck, Gold glänzt erneut

Bei den Rohstoffen entwickelten sich die Preise zuletzt deutlich auseinander. Gold legte kräftig zu und profitierte von seiner Funktion als sicherer Hafen in einem Umfeld erhöhter politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Der Ölpreis geriet dagegen signifikant unter Druck. Brent verlor markant, nachdem die in den vergangenen Monaten den Markt stützende geopolitische Risikoprämie im Nahen Osten spürbar zurückging. Ausschlaggebend war zum einen die Erwartung, dass die neue demokratische Mehrheit im Kongress eine konfrontative Iran-Politik und damit eine weitere Eskalation in der Region vermeiden dürfte. Zum anderen belasteten Berichte über Fortschritte bei den von Katar vermittelten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran den Ölpreis zusätzlich. In der Folge wurden zuvor eingepreiste Angebotsrisiken neu bewertet, was zu einem deutlichen Rückgang der Risikoprämie am Ölmarkt führte. Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Wochenverlauf gegenüber dem Greenback spürbar auf.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

US-Midterms dominieren die Handelswoche

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens standen die US-Kongresszwischenwahlen. Die Demokraten konnten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit erringen und den Republikanern damit eine deutliche Niederlage zufügen. Die daraus resultierende geteilte Regierung mit einem demokratisch kontrollierten Kongress und einem republikanischen Weißen Haus wird die politische Handlungsfähigkeit der Regierung spürbar einschränken und größere fiskalische Vorhaben erschweren. Da dieses Ergebnis sowohl unserem Basisszenario als auch den Markterwartungen weitgehend entsprach und Trump die Wahlergebnisse rasch anerkannte sowie Gesprächsbereitschaft signalisierte, blieben negative Marktreaktionen insgesamt aus. Unterstützend für die Risikostimmung wirkte zudem der geordnete Machtwechsel.

Konjunkturell lieferten die USA gemischte Signale. Die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor fielen im Oktober schwächer aus als erwartet, verblieben aber oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Am Arbeitsmarkt überraschten sowohl die JOLTS-Daten als auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe positiv. Spannung versprechen nun die nach Redaktionsschluss anstehenden offiziellen Arbeitsmarktdaten für Oktober. Im Euroraum verharrte die Inflation mit 4 % auf hohem Niveau, ohne dass sich bislang klare Zweitrundeneffekte abzeichnen. Entsprechend bleiben wir für den weiteren geldpolitischen Pfad weniger restriktiv als die Markterwartungen. Die Bank of England hob ihren Leitzins wie erwartet auf 4,0 % an und bestätigte damit den eingeschlagenen Straffungskurs der großen Notenbanken.

Was nächste Woche wichtig wird: Inflationsdaten in den USA

Im Fokus stehen die US-Inflationsdaten für Oktober. Mit dem Verbraucherpreisindex erhalten die Märkte einen richtungsweisenden Indikator für den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed. Ergänzt wird das Inflationsbild am Freitag durch die Produzentenpreise, die Hinweise auf den Preisdruck entlang der Wertschöpfungskette liefern. Für die Fed rechnen wir weiterhin mit einem zusätzlichen Zinsschritt und bleiben damit deutlich weniger restriktiv als die aktuelle Marktbepreisung. Entsprechend werden die anstehenden Inflationsdaten maßgeblich für die Entwicklung der Zinserwartungen sein.

Auch im Euroraum bleibt die Inflation ein zentrales Thema. Nach zuletzt anhaltendem Preisauftrieb von rund 4 % werden die deutschen Inflationsdaten für Oktober wichtige Hinweise auf die Dynamik der Teuerung liefern. 
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