Zum Inhalt springen

Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 27. Juli bis 31. Juli 2026

Berichtssaison trifft auf geopolitische Risiken

Die Finanzmärkte wurden in der vergangenen Woche von einer Mischung aus geopolitischen Entwicklungen, geldpolitischer Unsicherheit und einer intensiven Berichtssaison geprägt. Zu Beginn sorgte die vorübergehende Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran für Erleichterung an den Börsen. Im weiteren Verlauf rückten die Entscheidungen der Notenbanken und die Perspektiven für Investitionen in neue Technologien stärker in den Fokus. Vor allem die Entwicklung der Technologiewerte führte zu deutlichen Kursschwankungen. Insgesamt konnten sich die Aktienmärkte trotz eines anspruchsvollen Umfelds behaupteten. 

Technologiesektor sorgte für Schwankungen

Die internationalen Aktienmärkte wurden in der vergangenen Woche von einer ungewöhnlich hohen Zahl marktbewegender Ereignisse beeinflusst. Zu Beginn sorgte eine vorübergehende Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran für eine freundlichere Stimmung. Die Aussicht auf sinkende Energiepreise stärkte zunächst die Risikobereitschaft der Anleger. Gleichzeitig richtete sich der Blick bereits auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank sowie auf die Ergebnisse zahlreicher großer Unternehmen.

Im weiteren Wochenverlauf rückte vor allem der Technologiesektor in den Mittelpunkt. Anleger hinterfragten zunehmend, ob die stark gestiegenen Investitionen in Künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur künftig ausreichend Erträge erwirtschaften können. Diese Zweifel führten vor allem bei Technologie- und Halbleiterwerten zu spürbaren Kursverlusten. Gleichzeitig zeigte sich eine Verschiebung der Anlegergelder hin zu etablierten Software- und Dienstleistungsunternehmen. Zur Wochenmitte belasteten erneut aufflammende Spannungen im Nahen Osten die Märkte. Die steigenden Energiepreise erhöhten die Sorge vor neuem Inflationsdruck und verstärkten die Unsicherheit vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank. Dennoch erwies sich die Berichtssaison sowohl in Europa als auch in den USA insgesamt als solide und verhinderte größere Rückschläge. 

Zum Wochenschluss hellte sich die Stimmung deutlich auf. Positive Signale aus dem Technologiesektor und die unveränderte Zinspolitik der US-Notenbank führten zu einer kräftigen Erholung insbesondere bei Technologieaktien. Unterstützend wirkten zudem überraschend robuste Wachstumsdaten aus dem Euroraum. Insgesamt entwickelten sich die europäischen Börsen etwas stärker als die amerikanischen Aktienmärkte.

Notenbanken prägten den Rentenmarkt

Die Entwicklung an den Anleihemärkten wurde vor allem durch die Erwartungen an die US-Notenbank bestimmt. Zu Wochenbeginn führten die vorübergehende Entspannung im Nahen Osten und nachlassende Inflationssorgen zu einer freundlichen Entwicklung bei Staatsanleihen. Entsprechend gingen die Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks zunächst zurück. 

Im weiteren Verlauf schwand diese Unterstützung jedoch. Die erneute Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen steigenden Energiepreise verstärkten die Sorge vor anhaltendem Preisauftrieb. Anleger warteten zunehmend auf Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs der amerikanischen Notenbank. Nachdem diese die Leitzinsen unverändert belassen hatte, blieb die Unsicherheit über die nächsten Schritte bestehen. Über die gesamte Woche betrachtet gaben die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen dennoch leicht nach.

Geopolitik bewegte Rohstoffmärkte

Die Rohstoffmärkte standen ganz im Zeichen der Entwicklungen im Nahen Osten. Die zeitweise Entspannung zwischen den Konfliktparteien führte zunächst zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise. Zwar sorgten neue Kampfhandlungen zwischenzeitlich für eine Gegenbewegung, auf Wochensicht überwog jedoch die Abwärtsbewegung.

Der Goldpreis profitierte phasenweise von der erhöhten Unsicherheit rund um die Geldpolitik und die geopolitische Lage. Gleichzeitig geriet der US-Dollar nach der Zinssitzung unter Druck, da die Notenbank keine klare Orientierung für den weiteren Kurs lieferte. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte gegenüber dem Dollar entsprechend zulegen.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Iran-Konflikt flammt erneut auf und Fed belässt Leitzinsen wie erwartet unverändert

Zum Wochenauftakt sorgten Äußerungen aus Washington und Teheran, wonach die gegenseitigen Angriffe eingestellt werden sollen, für positive Stimmung an den Finanzmärkten. Die Hoffnungen auf eine rasche Entspannung des Konflikts erwiesen sich jedoch als kurzlebig. Bereits am Mittwoch berichteten Medien über einen Überraschungsangriff Teherans auf US-Stützpunkte in Jordanien. Daraufhin reagierten die USA und Saudi-Arabien mit Vergeltungsschlägen gegen Stellungen pro-iranischer Milizen im Irak. Das Wiederaufflammen der Kampfhandlungen in der Golfregion machte sich anschließend erneut deutlich an den Energiemärkten bemerkbar.

Neben der geopolitischen Dimension stand die Handelswoche im Zeichen der Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend unserer Zeit. Im Einklang mit unserer Hausmeinung hat die Fed unter ihrem Vorsitzenden Kevin Warsh das Leitzinsband in der Spanne von 3,5 % bis 3,75 % unangetastet gelassen. Während ein geldpolitischer Impuls ausblieb, deuteten die vorläufigen BIP-Zahlen für die größte Volkswirtschaft der Welt auf eine Abschwächung des Wachstums im zweiten Quartal hin.

Was nächste Woche wichtig wird: US-Makrodaten werden den Ton angeben

In der kommenden Woche dürften vor allem die US-Makrodaten das Marktgeschehen entscheidend beeinflussen. Den Auftakt bilden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Juli. Die Umfragen unter den Einkaufsmanagern gelten als wichtiger Frühindikator der konjunkturellen Entwicklung, da sie vor den offiziellen Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden und somit einen ersten Eindruck von der aktuellen Dynamik der US-Wirtschaft vermitteln.

Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Fokus auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten. Neben den Finanzmärkten wird insbesondere die US-Notenbank Fed die Zahlen aufmerksam verfolgen. Hintergrund ist ihr duales Mandat, Preisstabilität und Vollbeschäftigung gleichermaßen sicherzustellen. Sollte sich der Arbeitsmarkt spürbar abkühlen, könnte sich der Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung verschärfen. Einen ersten Hinweis auf die Verfassung des Arbeitsmarktes liefern bereits am Donnerstag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese werden von den Marktteilnehmern regelmäßig als Frühindikator für die Beschäftigungsentwicklung herangezogen.
Haben Sie unseren Wochenblick schon abonniert? Melden Sie sich hier zu unserem News­letter an.
Hinweise
Diese Publikation ist eine Kunden­information im Sinne des Wert­papier­handels­gesetzes. Sie stellt keine individuelle Wert­papier-, Ver­mögens- oder Anlage­beratung oder ein Ver­trags­ange­bot dar und ist nicht als Empfehlung zu einer be­stimmten Geld­anlage zu ver­stehen.

Adressat
Diese Publikation ist aus­schließlich für Kundinnen und Kunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) mit Wohn­sitz und Aufenthalts­ort in Deutsch­land be­stimmt und dient allein zu Infor­mations­zwecken. Sie richtet sich insbe­sondere nicht an Personen mit Wohn­sitz oder Aufenthalts­ort in Groß­britannien, den USA oder Kanada, auch wenn es sich um Kundinnen und Kunden der apoBank handelt.

Darstellung von Wert­entwicklungen
Angaben zur bisherigen Wert­entwicklung er­lauben keine ver­lässliche Pro­gnose für die Zu­kunft. Die Wert­entwick­lung kann durch Währungs­schwankungen be­ein­flusst werden, wenn die Basis­währung des Wert­papiers/ Indexes von EURO ab­weicht.

Disclaimer
Die apoBank wird be­aufsichtigt durch die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (BaFin), Grau­rhein­dorfer Straße 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frank­furt am Main sowie die Euro­­ische Zentral­bank (EZB), Sonne­mann­straße 20, 60314 Frank­furt am Main. Diese Publika­tion be­ruht auf von der apoBank nicht über­prüf­baren, allge­mein zu­gäng­lichen Quellen, die wir für zu­ver­lässig halten, für deren Richtig­keit und Voll­ständig­keit wir je­doch keine Ge­währ über­nehmen können. Sie gibt die un­ver­bindliche Auf­fassung der apoBank über den Markt und die Pro­dukte zum Zeit­punkt des Redaktions­schlusses wider. Des Weiteren über­nimmt die apoBank keine Haftung für Ver­luste, die durch die Ver­teilung und/ oder Ver­wendung dieser Informa­tionen ver­ur­sacht werden und/ oder mit der Ver­wendung dieser Informa­tionen in Zu­sammen­hang stehen. Ob und in welchem zeit­lichen Ab­stand eine Aktuali­sierung dieser Aus­arbeitung er­folgt, ist vor­ab nicht fest­gelegt.