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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 21. bis 25. September 2026

Geopolitische Entwicklungen bestimmen den Handel

Die Finanzmärkte standen in der Berichtswoche im Spannungsfeld zwischen Geopolitik, Konjunkturdaten und Technologie. Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung im Nahen Osten sorgten zunächst für Entspannung an den Märkten, wurden im weiteren Verlauf jedoch durch ausbleibende Fortschritte und neue Spannungen gedämpft. Gleichzeitig profitierten Technologiewerte von der anhaltenden KI-Euphorie und einer zurückhaltenden Regulierung. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die Aktienmärkte insgesamt freundlich. An den Anleihemärkten sorgten hingegen wieder anziehende Ölpreise und robuste Konjunkturdaten für steigende Renditen, während die Rohstoffmärkte weiterhin maßgeblich von den Entwicklungen im Nahen Osten beeinflusst wurden.

Freundliche Entwicklung trotz Gegenwind

Die Aktienmärkte in Europa und den USA präsentierten sich in der abgelaufenen Handelswoche insgesamt freundlich, mussten im Wochenverlauf aber mit einem wechselhaften Nachrichtenumfeld umgehen. Unterstützung kam zunächst von fallenden Ölpreisen und Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Die damit verbundenen nachlassenden Inflationssorgen sorgten zu Wochenbeginn für eine höhere Risikobereitschaft der Anleger.

Im weiteren Verlauf der Woche nahm der Gegenwind jedoch wieder zu. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran blieben ohne greifbares Ergebnis, während erneute Angriffe in der Region die Ölpreise wieder ansteigen ließen. Gleichzeitig fielen die Einkaufsmanagerindizes in den USA und Europa besser aus als erwartet. Die robusten Konjunktursignale verminderten die Sorge vor einer wirtschaftlichen Abschwächung, erhöhten zugleich aber die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden Inflationsdrucks. In der Folge preisten die Märkte insbesondere in den USA wieder mehr Zinsschritte und damit einen höheren Leitzinspfad ein. Steigende Staatsanleiherenditen sorgten folglich für Gegenwind an den Aktienmärkten.

Trotz des Renditeanstiegs konnten sich die Aktienmärkte insgesamt gut behaupten. Unterstützung kam insbesondere von Technologie- und KI-Titeln. Rückenwind erhielt der Sektor durch die anhaltende Debatte über die Regulierung Künstlicher Intelligenz. Nachdem führende Branchenvertreter strengere Leitplanken und eine Verlangsamung der Entwicklung gefordert hatten, erteilte US-Präsident Donald Trump weitergehenden Regulierungsbestrebungen eine klare Absage und verwies auf die technologische Führungsrolle der USA im Wettbewerb mit China. Dies wurde von den Märkten als Signal interpretiert, dass die Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme vorerst ohne zusätzliche staatliche Einschränkungen fortgesetzt werden kann. Dadurch zählten Technologie- und KI-Titel erneut zu den wichtigsten Treibern der positiven Marktentwicklung.

Ölpreise und gute Einkaufsmanagerindizes erhöhen Druck

Die Anleihemärkte starteten zunächst freundlich in die Handelswoche. Fallende Ölpreise und Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen Teheran und Washington dämpften die Inflationssorgen der Anleger und sorgten für sinkende Renditen. Zur Wochenmitte drehte die Stimmung jedoch. Erneute Angriffe in der Straße von Hormus ließen die Energiepreise ansteigen, während robuste Einkaufsmanagerindizes in den USA und Europa auf eine widerstandsfähige Konjunktur hindeuteten.

Dadurch preisten die Märkte insbesondere in den USA wieder einen strafferen Leitzinspfad ein. Dies setzte vor allem US-Treasuries unter Druck. Unter dem Strich verzeichneten Staatsanleihen dies- und jenseits des Atlantiks im Wochenverlauf spürbar steigende Renditen.

Erneuter Druck auf die Energiepreise 

An den Rohstoffmärkten dominierten zunächst Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten, was die Ölpreise zwischenzeitlich spürbar belastete. Die bislang ergebnislosen Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Rande der UN-Generalversammlung sowie erneute Angriffe in der Region führten jedoch zum Wochenausklang wieder zu steigenden Notierungen. Die Ölpreisentwicklung bleibt damit eng an die geopolitische Nachrichtenlage gekoppelt.

Der Goldpreis gab im Wochenverlauf nach. Belastend wirkten insbesondere die deutlich gestiegenen Staatsanleiherenditen, die die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls verringern. Am Devisenmarkt verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar leicht an Wert.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Geopolitik und KI-Bedenken prägen die Handelswoche

Die laufende Handelswoche wurde maßgeblich von geopolitischen Entwicklungen geprägt. Zu Wochenbeginn sorgten Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran für Entspannung an den Ölmärkten. Im Fokus standen mögliche Gespräche am Rande der UN-Generalversammlung in New York sowie das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping, bei dem auch der Iran-Konflikt eine Rolle spielte. Zwar wurden erste diplomatische Kontakte von den Märkten positiv aufgenommen, ein Durchbruch blieb bislang jedoch aus. Stattdessen formulierte Teheran vor allem seine Bedingungen für weitere Verhandlungen, während vereinzelte Angriffe in der Region die Unsicherheit am Ölmarkt hochhielten. Die Entwicklung der Ölpreise bleibt damit eng an die Nachrichtenlage im Nahen Osten geknüpft.

Eine zweite wichtige Entwicklung war die Debatte um die Regulierung Künstlicher Intelligenz. Führende KI-Entwickler hatten zuletzt vor den Risiken immer leistungsfähigerer und zunehmend autonom handelnder Systeme gewarnt und strengere Leitplanken gefordert. Die US-Regierung erteilte diesen Forderungen jedoch eine Absage und verwies auf die Bedeutung der technologischen Führungsrolle der USA im Wettbewerb mit China. Auch dieses Thema dürfte beim Treffen zwischen Trump und Xi eine wichtige Rolle gespielt haben und unterstreicht die zunehmende Verknüpfung von Technologiepolitik und geopolitischem Wettbewerb.

Aus deutscher Sicht richtete sich der Blick auf die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die Zugewinne der politischen Ränder haben für die Finanzmärkte zunächst nur begrenzte Bedeutung. Politisch erhöhen sie jedoch den Druck auf Friedrich Merz und rücken die Stabilität der Bundesregierung stärker in den Fokus. Damit bleibt die innenpolitische Entwicklung ein zusätzlicher Faktor, den Investoren im Auge behalten dürften.

Was nächste Woche wichtig wird: US-Makrodaten geben den Takt vor

In der kommenden Woche richtet sich der Fokus der Anleger auf wichtige US-Konjunkturdaten. Den Auftakt macht am Dienstag das Verbrauchervertrauen für September. Da der private Konsum rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht, gilt die Kennzahl als wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Dynamik. Am Mittwoch folgt mit dem Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core PCE) für August das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Fed und damit ein entscheidender Indikator für den weiteren geldpolitischen Kurs.

Im weiteren Wochenverlauf stehen die finale BIP-Schätzung für das zweite Quartal sowie Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe auf der Agenda. Den Abschluss bilden am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten für September, die angesichts des Doppelmandats der Fed wichtige Hinweise für die weitere Geldpolitik liefern. Ebenfalls am Freitag wird die Verbraucherpreisinflation für September im Euroraum veröffentlicht. Nach unserer Einschätzung preisen die Märkte sowohl für die Fed als auch für die EZB weiterhin deutlich mehr geldpolitische Straffung ein, als wir erwarten. Entsprechend dürften die anstehenden Daten auch für die Entwicklung der Zinserwartungen von hoher Bedeutung sein.
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