Zum Inhalt springen

Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 12. bis 16. Oktober 2026

Technologiewerte unter Druck

Eine Mischung aus Inflationssorgen, schwankenden Zinserwartungen und unterschiedlichen Konjunktursignalen prägte die Handelswoche. Während europäische Anleger auf positive Impulse aus China blickten, richtete sich die Aufmerksamkeit in den USA auf die Entwicklung der Verbraucherpreise. Die Nervosität im Bereich der Künstlichen Intelligenz nahm spürbar zu. Defensive Marktsegmente waren gefragt. Insgesamt zeigte sich ein uneinheitliches Bild über die verschiedenen Anlageklassen hinweg.

Inflation belastet Technologiewerte

Die Aktienmärkte zeigten sich in der Berichtsperiode insgesamt uneinheitlich. In Europa sorgte zunächst die Einigung zwischen Europa und China bei Handelsfragen für Erleichterung. Besonders konjunktursensible Bereiche profitierten von der Hoffnung auf stabilere wirtschaftliche Beziehungen. Zusätzliche Unterstützung lieferten im weiteren Wochenverlauf besser als erwartete Handelsdaten aus China, die auf eine robustere globale Wirtschaftsentwicklung hindeuteten. Gleichzeitig blieben die hohen Energiepreise und die Sorge vor einer anhaltenden Belastung der Industrie wichtige Risikofaktoren.

In den USA verlagerte sich der Fokus dagegen auf die Inflationsentwicklung. Überraschend starke Verbraucherpreise schürten Zweifel an einer raschen geldpolitischen Entspannung und erhöhten zeitweise die Erwartungen weiterer Leitzinserhöhungen. Besonders deutlich traf dies den Bereich Technologie sowie Unternehmen mit engem Bezug zu Investitionen in Künstliche Intelligenz. Anleger hinterfragten zunehmend die Wirtschaftlichkeit der hohen Ausgaben für neue Rechenkapazitäten und Infrastruktur. Gleichzeitig sorgten Hinweise auf einen verschärften Wettbewerb aus Asien für zusätzliche Zurückhaltung. 

Während europäische Standardwerte die Woche nahezu unverändert schlossen und deutsche Aktien leichte Gewinne verzeichneten, standen die großen amerikanischen Technologieindizes deutlich stärker unter Druck. Insgesamt überwogen zum Wochenschluss die Sorgen über Inflation, Zinsen und die Bewertung wachstumsstarker Marktsegmente.

Renditen mit starkem Richtungswechsel

Die Anleihemärkte wurden vor allem durch die Entwicklung der amerikanischen Inflation geprägt. Nach der Veröffentlichung höher als erwarteter Verbraucherpreise stiegen die Renditen zunächst deutlich an, da Anleger eine straffere Geldpolitik befürchteten. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. Die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen nahm zu und führte sowohl in den USA als auch in Deutschland zu rückläufigen Renditen über die gesamte Berichtswoche. 

Ausschlaggebend hierfür war die wachsende Unsicherheit über die Perspektiven der Weltwirtschaft und die zunehmende Nervosität an den Aktienmärkten. Trotz anhaltender Diskussionen über mögliche weitere Leitzinsschritte überwog am Ende das Bedürfnis vieler Anleger nach Stabilität und Sicherheit.

Energiepreise bleiben erhöht

An den Rohstoffmärkten standen die hohen Energiepreise im Mittelpunkt. Hintergrund waren anhaltende Spannungen rund um wichtige Transportwege für den globalen Energiehandel sowie Sorgen vor einem knappen Angebot. Diese Faktoren stützten den Ölpreis während der gesamten Woche. 

Der Goldpreis geriet zwischenzeitlich unter Druck, nachdem die überraschend hohen amerikanischen Inflationsdaten die Erwartungen an die Geldpolitik beeinflusst hatten. Mit der späteren Beruhigung an den Anleihemärkten stabilisierte sich jedoch die Stimmung. Der US-Dollar zeigte gegenüber dem Euro über die Woche betrachtet kaum Veränderungen, obwohl er zwischenzeitlich von steigenden Zinserwartungen profitiert hatte.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

IWF-Tagung, US-Inflation und Auftakt der Berichtssaison

Im Mittelpunkt der Woche stand die IWF-Tagung in Bangkok, bei der zahlreiche Notenbanker, Finanzminister und internationale Institutionen ihre Einschätzungen zum globalen Konjunkturausblick präsentierten. Besondere Aufmerksamkeit galt den aktualisierten Prognosen des IWF, der seine Erwartung für das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 leicht auf 3,1 % anhob und für 2027 mit einem Wachstum von 3,4 % rechnet. Damit bestätigt die Organisation im Wesentlichen das Bild einer widerstandsfähigen Weltwirtschaft, das auch unserer konstruktiven Konjunktureinschätzung zugrunde liegt. Gleichzeitig sorgte der Anstieg der Ölpreise zwar für Diskussionen über mögliche Inflationsrisiken, Hinweise auf eine wirtschaftliche Krise ergeben sich daraus bislang jedoch nicht. In Europa rückte zudem Frankreich in den Fokus, wo die Haushaltsdebatte für das kommende Jahr angelaufen ist. Die Entwicklung ist insbesondere für den französischen Staatsanleihemarkt von Bedeutung, dürfte aber angesichts der hohen Verschuldung des Landes auch von Anlegern am europäischen Rentenmarkt aufmerksam verfolgt werden.

Daneben richtete sich der Blick auf die ersten Höhepunkte der Berichtssaison, die von den großen US-Banken eröffnet wurde. Makroseitig standen jedoch vor allem die US-Inflationsdaten im Fokus, die als letzter wichtiger Datenpunkt vor der nächsten Fed-Sitzung am 28. Oktober gelten. Sowohl die Verbraucher- als auch die Erzeugerpreise fielen stärker aus als erwartet und unterstrichen damit den weiterhin bestehenden Inflationsdruck in der US-Wirtschaft. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Fed ihren Leitzins im laufenden Zyklus noch straffen wird, sehen für den weiteren Leitzinspfad jedoch deutlich weniger Straffungsbedarf als derzeit an den Finanzmärkten eingepreist wird. Trotz des anhaltenden Inflationsdrucks bleibt das fundamentale Bild insgesamt konstruktiv. Die Wirtschaft zeigt sich weiterhin widerstandsfähig, während die aktuellen Daten eher für eine Fortsetzung des Wachstumskurses als für eine spürbare konjunkturelle Eintrübung sprechen.

Was nächste Woche wichtig wird: China-Wachstum, US-Frühindikatoren und Berichtssaison im Fokus

Der Blick auf die kommende Woche richtet sich zunächst nach China, wo die BIP-Daten für das dritte Quartal veröffentlicht werden. Für Europa sind diese Zahlen von besonderer Bedeutung, da China für viele europäische Unternehmen ein wichtiger Absatzmarkt bleibt. Schwächere Wachstumszahlen könnten daher Zweifel an der globalen Konjunkturdynamik nähren. Daneben stehen in Großbritannien die Inflationsdaten für September auf der Agenda, die wichtige Hinweise für den künftigen Zinskurs der Bank of England liefern werden.

In den USA rückt neben den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe vor allem die Veröffentlichung der S&P Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Oktober in den Fokus. Sie gelten als einer der ersten Stimmungsindikatoren für das Schlussquartal und werden den Märkten einen wichtigen Hinweis darauf geben, ob die US-Wirtschaft ihren robusten Wachstumskurs fortsetzen kann.

Neben den Makrodaten nimmt auch die Berichtssaison in den USA weiter Fahrt auf. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Quartalszahlen von Meta und Tesla, die wichtige Hinweise auf die Entwicklung der KI-Investitionen und der Nachfrage im Elektroautomarkt liefern werden.
Haben Sie unseren Wochenblick schon abonniert? Melden Sie sich hier zu unserem News­letter an.
Hinweise
Diese Publikation ist eine Kunden­information im Sinne des Wert­papier­handels­gesetzes. Sie stellt keine individuelle Wert­papier-, Ver­mögens- oder Anlage­beratung oder ein Ver­trags­ange­bot dar und ist nicht als Empfehlung zu einer be­stimmten Geld­anlage zu ver­stehen.

Adressat
Diese Publikation ist aus­schließlich für Kundinnen und Kunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) mit Wohn­sitz und Aufenthalts­ort in Deutsch­land be­stimmt und dient allein zu Infor­mations­zwecken. Sie richtet sich insbe­sondere nicht an Personen mit Wohn­sitz oder Aufenthalts­ort in Groß­britannien, den USA oder Kanada, auch wenn es sich um Kundinnen und Kunden der apoBank handelt.

Darstellung von Wert­entwicklungen
Angaben zur bisherigen Wert­entwicklung er­lauben keine ver­lässliche Pro­gnose für die Zu­kunft. Die Wert­entwick­lung kann durch Währungs­schwankungen be­ein­flusst werden, wenn die Basis­währung des Wert­papiers/ Indexes von EURO ab­weicht.

Disclaimer
Die apoBank wird be­aufsichtigt durch die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (BaFin), Grau­rhein­dorfer Straße 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frank­furt am Main sowie die Euro­pä­ische Zentral­bank (EZB), Sonne­mann­straße 20, 60314 Frank­furt am Main. Diese Publika­tion be­ruht auf von der apoBank nicht über­prüf­baren, allge­mein zu­gäng­lichen Quellen, die wir für zu­ver­lässig halten, für deren Richtig­keit und Voll­ständig­keit wir je­doch keine Ge­währ über­nehmen können. Sie gibt die un­ver­bindliche Auf­fassung der apoBank über den Markt und die Pro­dukte zum Zeit­punkt des Redaktions­schlusses wider. Des Weiteren über­nimmt die apoBank keine Haftung für Ver­luste, die durch die Ver­teilung und/ oder Ver­wendung dieser Informa­tionen ver­ur­sacht werden und/ oder mit der Ver­wendung dieser Informa­tionen in Zu­sammen­hang stehen. Ob und in welchem zeit­lichen Ab­stand eine Aktuali­sierung dieser Aus­arbeitung er­folgt, ist vor­ab nicht fest­gelegt.