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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 2. bis 6. Februar 2026

Märkte zwischen Robustheit und Zweifel

Die Woche war geprägt von einer relativen Stärke Europas und zunehmender Vorsicht in den USA. In Europa stützten konjunkturelle Verbesserungen und eine abwartende Geldpolitik die Kurse. Dagegen belasteten in den Vereinigten Staaten Verwerfungen rund um Künstliche Intelligenz das Marktumfeld. Anleger trennten deutlicher zwischen Regionen und Sektoren. Die Kapitalmärkte reagierten entsprechend differenziert.

Technologie-Aktien in den USA unter Druck

Die internationalen Aktienmärkte entwickelten sich im Wochenverlauf deutlich unterschiedlich. Europa erwies sich insgesamt als vergleichsweise stabil. Zu Wochenbeginn sorgten besser als erwartete Wirtschaftsdaten aus der Industrie sowie robuste Konsumsignale für Unterstützung. Auch im weiteren Verlauf blieb der Verkaufsdruck begrenzt, da Anleger auf eine kontinuitätsorientierte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank setzten. Die Aussicht auf unveränderte Zinsen wirkte stabilisierend, selbst als einzelne Sektoren unter Gewinnmitnahmen litten.

In den USA zeigte sich dagegen ein deutlich fragileres Bild. Zwar sorgten zunächst starke Konjunkturdaten für Zuversicht, doch dieser Impuls erwies sich als nicht nachhaltig. Zunehmend rückten strukturelle Fragen im Technologiesektor in den Vordergrund. Neue Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz stellten bestehende Geschäftsmodelle infrage und führten zu einer breiten Neubewertung. Besonders wachstumsorientierte Marktsegmente gerieten unter Druck, was die Gesamtmärkte spürbar belastete.

Im weiteren Wochenverlauf verstärkte sich diese Tendenz. Anleger reduzierten Risiken und trennten stärker zwischen stabilen und anfälligen Marktsegmenten. Während sich Europa dieser Entwicklung weitgehend entziehen konnte, blieb die Stimmung an den US-Börsen angespannt. Die Schwäche der Technologiewerte prägte das Gesamtbild und verhinderte eine nachhaltige Erholung.

Renditen reagieren selektiv

Die Anleihemärkte spiegelten die unterschiedlichen konjunkturellen und geldpolitischen Signale wider. In den USA führten robuste Wirtschaftsdaten dazu, dass Erwartungen an baldige Zinssenkungen zurückgenommen wurden. Entsprechend gerieten Staatsanleihen zeitweise unter Druck, ehe schwächere Arbeitsmarktsignale für Gegenbewegungen sorgten, so dass die Renditen fielen. Insgesamt blieb das Marktumfeld von Unsicherheit über den künftigen Zinspfad geprägt.

In Europa verlief der Handel ruhiger. Sinkende Inflationsimpulse änderten wenig an der Erwartung, dass die Europäische Zentralbank ihren abwartenden Kurs fortsetzt. Die Renditen bewegten sich entsprechend moderat und blieben im Wochenverlauf unverändert. Anleger zeigten sich zurückhaltend, ohne defensive Umschichtungen in größerem Stil vorzunehmen. Der Rentenmarkt bestätigte damit das Bild einer relativen Stabilität im europäischen Finanzmarktumfeld.

Rohstoffe im Korrekturmodus

Die Edelmetallmärkte waren von ausgeprägten Schwankungen geprägt. Nach einer Phase starker Zuflüsse kam es zu deutlichen Korrekturen. Ausschlaggebend waren vor allem gedämpfte Zinssenkungserwartungen und ein festerer US-Dollar. Zwischenzeitliche Erholungen änderten nichts an der insgesamt erhöhten Unsicherheit, sodass Gold seine Rolle als stabiler Schutz nur eingeschränkt erfüllen konnte.

Der Ölmarkt stand unter dem Eindruck geopolitischer Entspannungssignale und einer als ausreichend eingeschätzten Versorgungslage. Entsprechend überwogen Abwärtsbewegungen. Am Devisenmarkt zeigte sich der US-Dollar gestärkt. Robuste US-Daten und eine Neubewertung der Geldpolitik stützten die Währung.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England prägen die Handelswoche

Die vergangene Handelswoche wurde maßgeblich von Beschlüssen zweier Zentralbanken in Europa bestimmt. Am Donnerstag richtete sich der Blick der Anleger auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE). Wie von uns erwartet, haben beide Notenbanken ihre Leitzinsen konstant gehalten. Während der EZB-Rat den Einlagesatz seit nunmehr fünf Sitzungen in Folge bei 2 % belässt, legt die BoE die erste Zinspause nach sechs Lockerungen ein und hält den Leitzins weiterhin bei 3,75 %.

Im Rahmen unserer Hausmeinung rechnen wir bei der EZB für das gesamte Jahr 2026 mit keinen Änderungen, vorausgesetzt, es treten keine unerwarteten Schocks auf. Dies liegt darin begründet, dass die Inflation im Euroraum stabil und nahe am Zielwert von 2 % liegt. Hinsichtlich der Geldpolitik im Vereinigten Königreich gehen wir bis Jahresende von drei Leitzinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte aus, die wir bei den Sitzungsterminen im März, Juni und im September erwarten.

Was nächste Woche wichtig wird

Vorgezogene Parlamentswahlen in Japan

Mit Spannung blicken die Märkte auf die am kommenden Sonntag anstehende, vorgezogene Parlamentswahl im Land der aufgehenden Sonne. Grund dafür ist die Auflösung des Parlaments durch Premierministerin Sanae Takaichi, die vor dem Hintergrund hoher Zustimmungswerte die Gunst der Stunde nutzt, um ihre politische Machtposition auszubauen. Dies ist vor allem deshalb relevant, weil die politische Durchsetzbarkeit des von Takaichi angestrebten Expansionskurses in der Fiskalpolitik durch die bestehenden Mehrheitsverhältnisse im Parlament nur begrenzt abgesichert ist. Unter anderem plant sie eine zweijährige Mehrwertsteuerbefreiung für Lebensmittel. Da die geplanten Neuausgaben mit einer weiter steigenden Staatsverschuldung einhergehen, wird sich im Falle ihres Wahlsieges der Druck auf japanische Staatsanleihen erhöhen.
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