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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 23. bis 27. März 2026

Zwischen Diplomatie und Vorsicht

Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten prägten die Stimmung an den Börsen. Hoffnungsschimmer wurden rasch wieder von neuen Unsicherheiten verdrängt. Dabei rückten sowohl die Anleihemärkte als auch die Rohstoffmärkte stark in den Fokus. Die Marktteilnehmer handelten vorsichtig und reagierten sensibel auf jede neue Meldung. Zum Ende der Woche blieb ein gemischtes Bild zurück.

Schwankungen prägen die Aktienwoche

Die Aktienmärkte erlebten eine Woche voller ausgeprägter Richtungswechsel, die vor allem durch die widersprüchliche Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten bestimmt war. Zu Beginn setzte eine deutliche Erleichterung ein, nachdem Signale über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran aufgekommen waren. In der Folge erholten sich die Kurse, da ein kurzfristiges Nachlassen der geopolitischen Spannungen Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Lage weckte. Doch schon bald kehrte Unsicherheit zurück, nachdem aus Teheran erneute Dementis und neue Drohungen bekannt wurden.

In den USA führten diese wechselhaften Eindrücke zu einer spürbaren Markt-Abschwächung, auch weil steigende Marktzinsen den Druck auf die Aktien verstärkten. In Europa zeigte sich ein ähnliches Muster, doch wirkten zeitweise niedrigere Ölpreise stützend und sorgten für kurze Phasen der Zuversicht. Die Erholung war jedoch nicht nachhaltig, da die Märkte immer wieder von neuen Warnungen über mögliche Blockaden wichtiger Handelsrouten und damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken getroffen wurden. Insgesamt blieben die Börsen ein Spiegel der politisch angespannten Lage, und weder der transatlantische noch der europäische Markt fand einen klaren Trend.

Renditen reagieren sensibel

Die Anleihemärkte standen in dieser Woche klar im Zeichen der geopolitischen Verwerfungen. In den USA zogen die Renditen zeitweise an, da steigende Ölpreise die Sorgen vor einer höheren Inflation befeuerten. Mit jeder neuen Meldung über mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung stiegen die Erwartungen, dass die Notenbank länger an einer strafferen Linie festhalten könnte. In Europa zeigte sich ein ähnliches Bild, wenn auch mit zeitweiser Entspannung, als fallende Ölpreise die Furcht vor zusätzlichen Preisschüben dämpften. Dennoch blieb die Lage volatil, und die Anleihemärkte reagierten auf jede Veränderung der politischen Signale.

Energie bleibt der Taktgeber

Die Rohstoffmärkte standen weiterhin im Zeichen der angespannten Lage im Nahen Osten. Der Preis für Öl zeigte deutliche Schwankungen, da die Sorge vor Unterbrechungen wichtiger Transportrouten zeitweise zunahm und danach wieder nachließ. Gold entwickelte sich uneinheitlich, da wechselnde Risikoerwartungen und die Bewegungen der Marktzinsen den Handel bestimmten. Der US-Dollar zeigte im Wochenverlauf kein klares Muster und blieb gegenüber dem Euro insgesamt stabil, auch wenn er auf einzelne Nachrichten kurzfristig reagierte.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Iran-Krieg bestimmt die Handelswoche

Die Handelswoche stand klar im Zeichen der Eskalation im Nahen Osten. Am vergangenen Samstag stellte US‑Präsident Trump dem Iran ein 48‑stündiges Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus und drohte zugleich mit umfassenden Angriffen auf Kraftwerke und zentrale Teile der Energieinfrastruktur. Im Verlauf des Montags hellte sich die Stimmung auf, nachdem Trump überraschend bekanntgab, dass es „gute Gespräche“ zwischen Washington und Teheran gebe. Gleichzeitig verschob das Weiße Haus das Ultimatum um weitere fünf Tage, was an den Märkten als Entspannungssignal gewertet wurde. Die aufkommende Hoffnung wurde allerdings gedämpft, als der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf mögliche Verhandlungen noch am selben Tag dementierte. Parallel verschärfte sich die Lage durch geopolitische Entscheidungen in der Region, Saudi‑Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate denken bereits über einen Kriegseintritt nach. 

Am Mittwoch sorgte eine neue Initiative aus Washington für zusätzliche Bewegung. Die US‑Regierung habe Teheran einen 15‑Punkte‑Plan zur Beendigung der Kampfhandlungen übermittelt, verbunden mit der Aussicht auf einen Waffenstillstand. Diese Nachricht nährte an den Märkten die Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch. Trump sprach im selben Kontext davon, dass die iranische Führung den USA ein „sehr großes Geschenk“ gemacht habe — ohne dies näher zu erläutern.  Der Iran wiederum reagierte mit unrealistischen Forderungen, darunter Reparationszahlungen sowie die Schließung sämtlicher US‑Stützpunkte in der Golfregion, und kommentierte mögliche Gespräche weiterhin spöttisch. Die Hoffnungen auf eine rasche diplomatische Lösung wurden damit erneut gedämpft. Pakistan bestätigte indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran.

Was nächste Woche wichtig wird

Iran-Krieg und US-Arbeitslosenzahlen

Auch in der kommenden Woche wird der Nahe Osten das Marktgeschehen prägen. Im Fokus bleibt dabei die Frage, ob der Öltransport durch die Straße von Hormus eingeschränkt bleibt. Entsprechend werden Investoren die dortigen Entwicklungen sehr genau verfolgen.

In den USA rücken in der kommenden Woche die Arbeitsmarktdaten für März in den Mittelpunkt. Entscheidend ist, ob sich die zuletzt erkennbare Abkühlung des US‑Arbeitsmarkts fortsetzt – ein Aspekt, der sowohl für die Anleger als auch für die geldpolitischen Überlegungen der Fed von zentraler Bedeutung ist. Zwar mehren sich angesichts der gestiegenen Ölpreise auch in den Vereinigten Staaten die Inflationssorgen. Als Nettoexporteur von Öl ist die US‑Wirtschaft jedoch weniger stark von einem energiegetriebenen Preisdruck betroffen. Dies verschafft der Fed zusätzlichen Handlungsspielraum: Sollte sich die Abschwächung am Arbeitsmarkt bestätigen, steht die Notenbank trotz höherer Energiepreise weniger unter Zugzwang, den Leitzins anzuheben.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir im Rahmen unserer Hausmeinung mit zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte – nun allerdings zeitlich nach hinten verschoben auf die Sitzungen im September und Dezember.
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