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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 24. bis 28. August 2026

Sinkende Renditen und KI-Rückenwind

Die internationalen Finanzmärkte standen in der vergangenen Woche im Spannungsfeld zwischen Renditeentwicklung, Konjunkturdaten und geopolitischen Risiken. Vor allem in den USA rückten die Entwicklungen am Anleihemarkt in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Gleichzeitig sorgten robuste Signale aus dem Technologiebereich für neue Zuversicht an den Aktienmärkten. In Europa stützten bessere Konjunkturindikatoren die Stimmung. Entspannungssignale am Ölmarkt wirkten darüber hinaus dämpfend auf die Inflationssorgen.

USA bleiben Impulsgeber

Die Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche insgesamt freundlich, wobei insbesondere die Vereinigten Staaten den Takt vorgaben. Zu Wochenbeginn wirkten die Sorgen über die hohe US-Staatsverschuldung, gestiegene Anleiherenditen und die Lage im Nahen Osten zunächst belastend. Im weiteren Verlauf verbesserte sich die Stimmung jedoch spürbar, nachdem die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen wieder nachgaben und damit den Druck auf die zinssensiblen Marktsegmente reduzierten. Gleichzeitig sorgten Maßnahmen und Überlegungen des US-Finanzministeriums zur Stabilisierung des Anleihemarktes für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Unterstützung kam zudem von den veröffentlichten Konjunkturdaten. Zwar fielen einzelne Frühindikatoren für die US-Wirtschaft etwas schwächer aus, insgesamt blieb das Bild einer robusten Wirtschaft jedoch erhalten. Die Aufmerksamkeit richtete sich zunehmend auf die bevorstehende Rede des neuen US-Notenbankchefs in Jackson Hole sowie auf die Frage, wie konsequent die Notenbank gegen den weiterhin erhöhten Preisauftrieb vorgehen würde.

Für den entscheidenden Stimmungsimpuls sorgte zum Wochenausklang der Technologiesektor. Unternehmensberichte signalisierten weiterhin eine hohe Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz und zerstreuten Zweifel an der Nachhaltigkeit der laufenden Investitionen. Dadurch setzte sich insbesondere in den technologieorientierten Börsensegmenten eine Aufwärtsbewegung durch. Während die US-Aktienmärkte zulegen konnten und Technologiewerte besonders stark gefragt waren, entwickelten sich die europäischen Börsen insgesamt verhaltener. Positiv wirkten hier Anzeichen einer Stabilisierung der deutschen Wirtschaft sowie eine verstärkte Nachfrage nach zyklischen Aktien.

Renditerückgang sorgt für Entspannung

Die Anleihemärkte standen im Mittelpunkt des Marktgeschehens. Nach dem kräftigen Renditeanstieg der Vorwochen konnten insbesondere die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen zunächst spürbar nachgeben. Auslöser waren Spekulationen über zusätzliche Maßnahmen des US-Finanzministeriums zur Unterstützung des Marktes sowie eine hohe Nachfrage bei Anleiheauktionen. Gleichzeitig gingen die Sorgen vor weiter steigenden Energiepreisen zeitweise zurück, was die Inflationserwartungen etwas dämpfte.

Zur Wochenmitte sorgten die veröffentlichten Inflationsdaten allerdings dafür, dass die Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung gebremst wurde. Der Preisauftrieb blieb über dem Ziel der US-Notenbank, weshalb Zinssenkungserwartungen keinen zusätzlichen Rückenwind erhielten. Dennoch lagen die Renditen zum Ende der Woche unter den Niveaus der Vorwoche. Auch deutsche Bundesanleihen profitierten von der insgesamt etwas ruhigeren Stimmung an den Rentenmärkten.

Ölpreis unter Druck

An den Rohstoffmärkten stand die Entwicklung des Ölpreises im Zeichen der Ereignisse im Nahen Osten. Hoffnungen auf Fortschritte rund um die Wiederöffnung wichtiger Transportwege sowie die verstärkte Nutzung wirtschaftlicher Sanktionen anstelle einer weiteren militärischen Eskalation führten zu rückläufigen Ölnotierungen. 

Der Goldpreis bewegte sich über die Woche betrachtet kaum von der Stelle. Zeitweise erhielt das Edelmetall Unterstützung durch sinkende Anleiherenditen und die Unsicherheit über die langfristige Entwicklung der US-Staatsfinanzen. Der US-Dollar zeigte sich gegenüber dem Euro weitgehend stabil und profitierte von der Erwartung, dass die US-Notenbank ihren restriktiven geldpolitischen Kurs vorerst beibehalten würde.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Anleger blicken auf Konjunkturdaten, Nvidia und Jackson Hole

Die Handelswoche begann mit positiven Signalen aus Deutschland. Die Daten zum BIP des zweiten Quartals zeigten ein Wachstum von 0,3 % gegenüber dem Vorquartal und fielen damit etwas stärker aus als in der vorläufigen Schätzung ausgewiesen. Auf makroökonomischer Seite richtete sich die Aufmerksamkeit zudem auf die Veröffentlichung des Core PCE-Preisindex für Juli in den USA. Der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator stieg im Jahresvergleich um 3,3 % und signalisiert damit weiterhin einen erhöhten Preisdruck. Die Daten entsprachen jedoch den Markterwartungen und lieferten keine neuen Impulse für die Zinserwartungen. Im Einklang mit unserer Hausmeinung gehen wir weiterhin davon aus, dass der Inflationsdruck im Jahresverlauf sukzessive nachlässt und die US-Notenbank auf weitere Zinserhöhungen verzichtet. Ergänzt wurde das Bild durch die vorläufige Schätzung des US-BIP für das zweite Quartal, das mit einem Wachstum von 1,5 % die Erwartungen erfüllte. Die Daten unterstreichen die weiterhin robuste Verfassung der US-Wirtschaft.

Auf Unternehmensseite erreichte die laufende Berichtssaison mit den Quartalszahlen von Nvidia ihren Höhepunkt. Die Ergebnisse des als wichtiger Gradmesser für den KI-Sektor geltenden Unternehmens fielen besser aus, als erwartet und bestätigten die anhaltend hohe Dynamik im Bereich Künstliche Intelligenz. Daneben richtete sich der Blick der Finanzmärkte auf das am Donnerstag beginnende Jackson Hole Symposium. Im Fokus stand insbesondere Kevin Warsh, dessen für Freitag angesetzte Rede von den Anlegern mit Spannung erwartet wurde. Da diese jedoch nach Redaktionsschluss dieses Wochenblicks stattfindet, konnten ihre Auswirkungen noch nicht berücksichtigt werden.

Was nächste Woche wichtig wird: Europäische Inflations- und US-Arbeitsmarkdaten

Die kommende Woche hält mit den vorläufigen Inflationsdaten für August wichtige Impulse für die Geldpolitik der EZB bereit. Den Auftakt machen am Montag die deutschen Verbraucherpreisdaten, bevor am Dienstag die entsprechenden Zahlen für die Eurozone veröffentlicht werden. Für die EZB werden die Daten von besonderem Interesse sein, da sie weitere Hinweise auf die Persistenz des zugrunde liegenden Inflationsdrucks liefern. Aus heutiger Sicht erwarten wir unverändert, dass die Notenbank auf ihrer Sitzung im September die Leitzinsen um 25 Basispunkte anhebt.

Ergänzend rücken im Wochenverlauf die US-Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor in den Fokus. Die Stimmungsindikatoren liefern wichtige Hinweise auf die aktuelle Dynamik der US-Wirtschaft.

Besonderes Augenmerk der Anleger dürfte jedoch dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht gelten. Die Entwicklung von Beschäftigung spielt für die Fed aufgrund ihres Mandats eine zentrale Rolle. Entsprechend haben die Daten einen wichtigen Einfluss auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed.
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