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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 29. Juni bis 3. Juli 2026

Nachlassende Risiken wirken positiv

Die internationalen Finanzmärkte blickten auf eine überwiegend freundliche Handelswoche zurück. Eine Entspannung im Nahostkonflikt und fallende Energiepreise sorgten für Rückenwind an den Aktienmärkten. Gleichzeitig rückten die Erwartungen an die künftige Geldpolitik der Notenbanken in den Mittelpunkt. Vor allem ein schwächer ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht beeinflusste die Marktstimmung zum Wochenschluss. Davon profitierten insbesondere europäische Aktien und der Goldpreis. 

Europa und USA mit Kursgewinnen

Die internationalen Aktienmärkte konnten im Berichtszeitraum zulegen. Besonders die Aussicht auf eine Entspannung des Nahostkonflikts stützte die Stimmung. Die USA und der Iran nahmen Gespräche wieder auf, wodurch die Sorgen über mögliche Störungen wichtiger Handelswege und steigende Energiepreise nachließen. Gleichzeitig sorgten rückläufige Ölpreise für etwas Erleichterung bei den Inflationserwartungen

In den USA wurden vor allem Werte aus dem Technologiesektor gesucht. Rückenwind kam von hohen Investitionen in die Halbleiterindustrie und von der anhaltenden Zuversicht rund um Künstliche Intelligenz und den Ausbau von Rechenkapazitäten. Robuste Konjunkturdaten zu Beginn der Woche bestätigten zunächst die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft. Zur Wochenmitte sorgten Gewinnmitnahmen im Technologiesektor zwar zeitweise für Gegenwind, insgesamt blieb die Marktverfassung jedoch konstruktiv.
 
Für neue Impulse sorgte schließlich der amerikanische Arbeitsmarktbericht. Der Stellenaufbau fiel schwächer aus als erwartet und löste Spekulationen aus, dass die US-Notenbank bei weiteren Zinsschritten vorsichtiger agieren könnte. Während Technologiewerte unter Druck gerieten, erreichte der Leitindex neue Höchststände. 

Auch die europäischen Börsen entwickelten sich freundlich. Unterstützt wurden sie von sinkenden Energiepreisen, einer rückläufigen Inflation und der Hoffnung auf eine weniger straffe Geldpolitik. Besonders positiv wurde aufgenommen, dass die Teuerungsrate im Euroraum weiter nachgab. Zusätzlich sorgte das von der Bundesregierung vorgestellte Reformpaket mit Maßnahmen zum Bürokratieabbau und wirtschaftlichen Erleichterungen für Optimismus. Der deutsche Aktienmarkt erreichte daraufhin einen neuen Rekordstand und gehörte zu den stärksten Märkten der Woche.

Renditen steigen an

An den Anleihemärkten standen die Erwartungen an die weitere Geldpolitik im Mittelpunkt. Zu Beginn der Woche führten robuste Konjunkturdaten aus den USA und die weiterhin solide Wirtschaftsentwicklung zu steigenden Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks. Anleger gingen zunächst davon aus, dass die Notenbanken an ihrem restriktiven Kurs festhalten könnten.

Im weiteren Verlauf rückten die Inflationsdaten aus dem Euroraum sowie der amerikanische Arbeitsmarktbericht in den Fokus. Die überraschend schwächere Beschäftigungsentwicklung in den USA führte zeitweise zu Spekulationen über einen weniger straffen Kurs der US-Notenbank. Dennoch blieben die Renditen insgesamt höher als zu Wochenbeginn. In Europa sorgte die rückläufige Inflation zwar für etwas Entspannung, die Erwartung weiterer geldpolitischer Straffungen verschwand jedoch nicht vollständig.

Gold gefragt, Öl schwächer

An den Rohstoffmärkten wirkte sich die Entspannung rund um den Nahostkonflikt deutlich aus. Der Ölpreis tendierte im Wochenverlauf schwächer, da Anleger eine geringere geopolitische Risikoprämie einpreisten und eine Normalisierung des Angebots erwarteten.

Der Goldpreis entwickelte sich dagegen freundlich. Zunächst belasteten sinkende Inflationssorgen das Edelmetall, zum Ende der Woche überwog jedoch die Reaktion auf den schwächeren US-Arbeitsmarktbericht. Die Aussicht auf einen vorsichtigeren geldpolitischen Kurs erhöhte die Nachfrage nach Gold. Gleichzeitig geriet der US-Dollar unter Druck und gab gegenüber dem Euro nach.
 

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Geopolitik tritt in den Hintergrund, Konjunktur- und Inflationsdaten im Fokus

Die Nachrichtenlage rund um den Iran-Konflikt trat in dieser Woche etwas in den Hintergrund. Konjunkturseitig standen die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe im Fokus. In den USA lagen die Juni-Daten oberhalb der Expansionsschwelle, allerdings etwas unterhalb der Marktschätzungen.

Besonderes Augenmerk richteten die Anleger jedoch auf die Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt. Am Donnerstag wurden mit dem offiziellen Arbeitsmarktbericht für Juni unter anderem die Zahl der neu geschaffenen Stellen sowie die Arbeitslosenquote veröffentlicht. Dabei enttäuschte der Beschäftigungsaufbau deutlich, zudem wurden die Arbeitsmarktdaten der beiden Vormonate spürbar nach unten revidiert. Trotz der schwächeren Beschäftigungsentwicklung sank die Arbeitslosenquote auf 4,2 %. Dies ist jedoch kein Signal für eine stärkere Arbeitsmarktlage, da rund 720.000 Menschen den Arbeitsmarkt verließen und die Erwerbsquote dadurch auf 61,5 % fiel.

Damit hat der Druck auf die Fed, die Leitzinsen kurzfristig weiter anzuheben, nachgelassen. Im Rahmen unserer Hausmeinung rechnen wir für das Gesamtjahr weiterhin mit unveränderten Leitzinsen in den USA.

Aus Europa kamen zugleich Signale eines nachlassenden Inflationsdrucks. Sowohl die deutschen Verbraucherpreisdaten als auch die Inflationszahlen für den Euroraum fielen im Juni moderater aus. Die Entwicklung dürfte die Europäische Zentralbank in ihrer Einschätzung bestätigen, dass sich der Inflationsdruck zuletzt weiter abgeschwächt hat. Im Rahmen unserer Hausmeinung rechnen wir bei der Juli-Sitzung der EZB mit unveränderten Leitzinsen.

Was nächste Woche wichtig wird

Protokoll der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses

Zur Wochenmitte rückt das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed in den Fokus. Die sogenannten FOMC Minutes geben einen detaillierten Einblick in die Diskussionen der Notenbanker und zeigen, wie die Mitglieder die Entwicklung von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Inflation einschätzen. Für Anleger sind die Protokolle besonders interessant, da sie häufig zusätzliche Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs liefern.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Veröffentlichung diesmal, da es sich um die erste Fed-Sitzung unter dem neuen Notenbankchef Kevin Warsh handelte. Bereits die Sitzung selbst deutete auf einen veränderten Kommunikationsstil der US-Notenbank hin. Die Minutes könnten nun weitere Hinweise darauf liefern, welche Akzente die Fed unter ihrer neuen Führung künftig setzen will und wie sich der geldpolitische Kurs entwickeln könnte. Für Investoren bietet das Protokoll damit nicht nur Einblicke in die aktuelle Einschätzung der US-Wirtschaft, sondern auch erste Anhaltspunkte für die Ausrichtung der Fed in der Ära Warsh.

Zwar werden mit der Veröffentlichung keine neuen Entscheidungen getroffen, die Aussagen können jedoch die Erwartungen der Marktteilnehmer beeinflussen und damit für Bewegung an den Märkten sorgen.
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