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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 30. März bis 2. April 2026

Signale der Entspannung

An den globalen Handelsplätzen traten die geopolitischen Entwicklungen erneut in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Aussicht auf ein mögliches Kriegsende wirkte wie ein befreiender Impuls. Europäische wie amerikanische Märkte reagierten mit einer kraftvollen Erholung. Zugleich zeigten die Nachrichten zu Inflation und Konjunktur neue Orientierungsmarken. 

Hoffnung als Kurstreiber

Die Aktienmärkte in den USA und Europa haben sich in der Berichtswoche spürbar gefestigt. In den Vereinigten Staaten erholten sich die Indizes deutlich, nachdem die jüngsten Rückgänge zunächst noch für Zurückhaltung gesorgt hatten. Ausschlaggebend waren neue Erwartungen auf ein bevorstehendes Kriegsende, die sich aus politischen Signalen der amerikanischen Regierung ergaben. Präsident Trump äußerte mehrfach, die US-Streitkräfte könnten den Iran bald verlassen, was an der Wall Street als Hinweis auf eine mögliche Deeskalation interpretiert wurde. Diese Signale sorgten für eine klar verbesserte Stimmung und führten zu einer lebhaften Nachfrage nach Risikoanlagen, die sich an den großen Börsen deutlich zeigte.

Auch in Europa überwog ein freundlicher Grundton. Die Aussicht auf einen Rückzug der Kriegsparteien ließ die Risikobereitschaft steigen und unterstützte besonders konjunktursensible Marktsegmente. Gleichzeitig wirkten sich die Nachrichtenlage rund um den Konflikt und die Möglichkeit einer Entspannung an den Energie- und Liefermärkten positiv auf die Erwartungen aus. Die europäischen Handelsplätze profitierten spürbar von der Hoffnung, dass die Energieversorgung weniger stark belastet werden könnte und sich somit der wirtschaftliche Ausblick stabilisierte. Diese Kombination aus geopolitischer Entspannung und wirtschaftlicher Zuversicht verlieh den Märkten einen kräftigen Schub.

Entspannung an den Rentenmärkten

Die Anleihemärkten zeigten ein insgesamt ruhigeres Bild. In den USA sorgte die Aussicht auf ein mögliches Kriegsende für nachlassende Unsicherheit, was die Renditen etwas entlastete. Die Märkte konzentrierten sich verstärkt auf die Frage, ob die wirtschaftlichen Risiken künftig weniger stark von geopolitischen Schocks bestimmt würden. In Europa trugen ähnliche Erwartungen zu einer gewissen Stabilisierung bei. Die Hoffnung auf eine baldige Entspannung im Nahen Osten sowie auf ein allmählich nachlassendes Energiepreisrisiko wirkte beruhigend auf die Zinsmärkte. Zugleich interpretierten Marktteilnehmer die aktuellen Inflationsdaten als Zeichen, dass der geldpolitische Anpassungsdruck nicht zwingend steigen müsse, was die Bewegungen an den Rentenmärkten zusätzlich dämpfte. 

Geopolitik prägt die Rohstoffe

Gold profitierte von der anhaltenden Unsicherheit und fungierte weiterhin als Sicherheitsanker. Seine Entwicklung wurde durch die politische Nachrichtenlage gestützt, da Anleger in Zeiten geopolitischer Spannungen vermehrt stabile Wertaufbewahrungsmittel suchten. Am Ölmarkt zeigte sich dagegen eine deutliche Gegenbewegung. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs ließ die Preise spürbar nachgeben, da die Sorge vor längerfristigen Versorgungsengpässen nachließ. Gleichzeitig verlor der US-Dollar etwas an Stärke, da die Erwartungen einer Deeskalation seine Rolle als Krisenwährung abschwächten und die Nachfrage nach Alternativen erhöhte.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Iran-Krieg prägt die Handelswoche

Die Handelswoche wurde vom Krieg im Nahen Osten dominiert. US‑Präsident Trump verlängerte am Wochenende zum zweiten Mal sein Ultimatum an den Iran zur Öffnung der Straße von Hormus – nun bis zum 6. April. Bis dahin werde er keine Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur durchführen. Die Verlängerung begründete er mit angeblich „guten Gesprächen“ mit Teheran, die der Iran indes dementierte.

Zu Wochenbeginn drohte Trump zusätzlich mit Angriffen auf iranische Entsalzungsanlagen und die strategisch wichtige Insel Kharg, sollte die Meerenge blockiert bleiben. Teheran wies die US‑Forderungen als „unrealistisch“ zurück.

Parallel erwog das Weiße Haus, die Kosten des Kriegs auf arabische Verbündete zu übertragen, während Beobachter zunehmend über einen möglichen Einsatz von US‑Bodentruppen in Iran spekulieren. Israel erklärte, keinen Zeitplan für den weiteren Kriegsverlauf festlegen zu wollen. Das iranische Parlament verabschiedete ein Mautgesetz für die Straße von Hormus, das Staaten mit früheren Sanktionen – darunter die EU – von der Passage ausschließt. Vor Dubai traf ein iranischer Angriff einen vollbeladenen kuwaitischen Öltanker und setzte ihn in Brand.

Am Dienstagabend keimte Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs auf, nachdem berichtet wurde, dass Trump gegenüber seinen Beratern Bereitschaft signalisiert habe, den Krieg beenden zu wollen. Sein Ziel, eine iranische Atombewaffnung zu verhindern, sei erreicht. Er kündigte an, die US‑Operationen innerhalb von zwei bis drei Wochen zu beenden, ohne dass eine Vereinbarung mit Teheran nötig sei. Die Sicherung der Straße von Hormus sei künftig Aufgabe derjenigen Staaten, die auf sie angewiesen seien. Aus Teheran kamen erstmals vorsichtige Signale der Gesprächsbereitschaft, auch wenn der iranische Außenminister am Mittwoch erneut jegliche Verhandlungen mit Washington dementierte. Derweil hat Großbritannien ein internationales Treffen zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus einberufen und dafür inzwischen 35 Staaten hinter einer gemeinsamen Sicherheitsinitiative versammelt.

Was nächste Woche wichtig wird

Iran-Krieg und US-Makrodaten

Auch in der kommenden Woche wird der Nahe Osten das Marktgeschehen maßgeblich bestimmen. Im Mittelpunkt steht das am Ostermontag auslaufende Ultimatum von US‑Präsident Trump an den Iran – mit Spannung wird erwartet, ob er es ein drittes Mal verlängert oder andere Maßnahmen ergreift.

Parallel rücken in den USA zwei wichtige Makrodaten in den Fokus: die finalen BIP‑Zahlen für das vierte Quartal 2025 sowie der Verbraucherpreisindex für März. Letzterer ist entscheidend, um die inflationären Effekte des Iran‑Kriegs auf die US‑Wirtschaft zu beurteilen, insbesondere für die US-Notenbank Fed, die neben der Vollbeschäftigung auch die Preisstabilität sicherstellen muss.
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