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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 19. bis 23. Oktober 2026

Technologiesorgen prägen die Märkte

Die internationalen Finanzmärkte standen in der Handelswoche unter dem Eindruck widersprüchlicher Entwicklungen. Während solide Unternehmensberichte zeitweise für Zuversicht sorgten, belasteten neue Zweifel am Wachstumspotenzial des Technologiesektors die Stimmung. In Europa rückten zusätzlich politische Spannungen in den Fokus der Anleger. Die Anleihemärkte profitierten von einer steigenden Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich Öl, während Gold und der US-Dollar unterschiedliche Richtungen einschlugen.

Schwankungsreiche Woche an den Aktienmärkten

Die Aktienmärkte präsentierten sich im Wochenverlauf uneinheitlich. Zu Beginn belastete vor allem die politische Entwicklung in Frankreich die Stimmung an den europäischen Börsen. Die Sorge vor einer weiteren Zuspitzung der Lage führte zu einer erhöhten Vorsicht unter den Investoren und setzte insbesondere die großen Aktienindizes der Eurozone unter Druck. Gleichzeitig sorgten Diskussionen über die Bewertung und die künftigen Ertragsaussichten des Technologiesektors immer wieder für erhebliche Schwankungen an den Märkten.

In den USA zeigte sich zunächst eine Stabilisierung, nachdem sich die Stimmung gegenüber technologieorientierten Unternehmen vorübergehend aufgehellt hatte. Unterstützt wurde dies durch insgesamt robuste Unternehmensberichte, die Hoffnungen auf weiterhin widerstandsfähige Gewinne nährten. Auch nachlassende Belastungen von Seiten des Energiemarktes wirkten zeitweise stützend auf die Kurse. Im weiteren Wochenverlauf rückten jedoch erneut Zweifel an den Wachstumserwartungen vieler technologiebezogener Geschäftsmodelle in den Vordergrund. Dadurch gerieten insbesondere wachstumsstarke Titel unter Verkaufsdruck.

Unter dem Strich entwickelten sich die US-Börsen widerstandsfähiger als die europäischen Märkte. Während der breite US-Aktienmarkt nahezu behauptet tendierte, verzeichneten die wichtigsten Aktienindizes in Europa deutlichere Rückgänge. Der Technologiesektor, die politischen Risiken in Frankreich sowie Sorgen über die konjunkturelle Dynamik prägten damit das Marktgeschehen der Woche.

Rückgang der Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks

Die Anleihemärkte profitierten von der zeitweise angespannten Stimmung an den Aktienmärkten. Angesichts der politischen Unsicherheiten in Europa, der Diskussionen über die Perspektiven des Technologiesektors und der wechselhaften Risikobereitschaft suchten viele Investoren verstärkt Sicherheit in Staatsanleihen. Sowohl in Deutschland als auch in den USA gingen die Renditen langfristiger Staatspapiere im Wochenverlauf zurück. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch eine vorsichtigere Einschätzung der wirtschaftlichen Aussichten. Die Nachfrage nach als besonders verlässlich geltenden Anleihen blieb daher bis zum Wochenschluss erhöht.

Öl im Aufwind, Gold unter Druck

Am Rohstoffmarkt entwickelten sich die wichtigsten Anlageklassen unterschiedlich. Brent-Rohöl legte im Wochenverlauf spürbar zu und profitierte von anhaltenden Sorgen über die Versorgungslage und die Entwicklung des Energiemarktes. Gold gab dagegen nach und verlor einen Teil seiner zuvor erzielten Gewinne. Der US-Dollar gewann gegenüber dem Euro leicht an Wert. Insgesamt spiegelten Rohstoffe, Währungen und Edelmetalle die schwankende Risikobereitschaft der Anleger wider, die zwischen Konjunktursorgen, politischen Risiken und der Entwicklung des Technologiesektors abwägen mussten.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

China-Wachstum, US-Frühindikatoren und Berichtssaison im Fokus

Der Blick der Kapitalmärkte richtete sich zu Wochenbeginn zunächst nach China, wo die veröffentlichten BIP-Daten für das dritte Quartal positiv überraschten. Mit einem Wachstum von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr konnte die chinesische Wirtschaft etwas stärker zulegen als erwartet und gegenüber dem Vorquartal an Dynamik gewinnen. Die Zahlen deuten auf eine gewisse Stabilisierung hin, auch wenn die Erholung weiterhin maßgeblich von den Exporten getragen wird und die Binnennachfrage verhalten bleibt.

In Europa standen die britischen Inflationsdaten im Fokus. Die Teuerungsrate stieg im September auf 3,5 % und fiel damit etwas höher aus als von Volkswirten erwartet. Insbesondere der Anstieg der Energie- und Kraftstoffpreise sorgte für zusätzlichen Preisauftrieb. In den USA rückte vor allem die Berichtssaison großer Technologieunternehmen in den Mittelpunkt. Die Zahlen von Meta, Tesla und SpaceX zeichneten dabei ein differenziertes Bild. Während Meta die hohen Erwartungen an das Wachstum im KI-Geschäft untermauerte und seine Investitionspläne weiter ausweitete, signalisierte Tesla eine etwas vorsichtigere Gangart bei künftigen Investitionen. SpaceX wiederum sorgte mit Berichten über eine milliardenschwere Profitabilität für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Insgesamt unterstrichen die Unternehmensmeldungen die anhaltend hohe Investitionsdynamik im Technologiesektor, verdeutlichten aber zugleich die zunehmende Aufmerksamkeit der Anleger für die Wirtschaftlichkeit der umfangreichen Ausgaben rund um Künstliche Intelligenz und Zukunftstechnologien. Nach Redaktionsschluss des Wochenblicks stehen die US-Einkaufsmanagerindizes für Oktober im Fokus. Die Daten werden wichtige Hinweise auf die Konjunkturdynamik zum Auftakt des vierten Quartals liefern.

Was nächste Woche wichtig wird: Leitzinsentscheide in den westlichen Industrieländern

Die kommende Handelswoche steht klar im Zeichen geldpolitischer Entscheidungen. Den Auftakt macht zur Wochenmitte die US-Notenbank Fed. Zwar fielen die zuletzt veröffentlichten Verbraucher- und Produzentenpreise etwas höher aus als erwartet, mehrere Fed-Vertreter signalisierten jedoch, dass sie daraus keinen unmittelbaren geldpolitischen Handlungsdruck ableiten. Daher erwarten wir im Rahmen der Hausmeinung, dass die Fed ihr Leitzinsband unverändert bei 3,75 % bis 4,00 % belassen wird. Bis Jahresende rechnen wir noch mit einem weiteren Zinsschritt, was grundsätzlich auch der Marktmeinung entspricht. 

Nicht weniger spannend geht es dann am Donnerstag mit der EZB-Sitzung weiter. Dabei erwarten wir analog zu den USA keine Änderung der Leitzinsen, sodass der Einlagesatz unserer Meinung nach bei 2,5 % verharren wird. Vor dem Wochenende wird am Freitag auch die Bank of Japan ihre Entscheidung verkünden. Die Märkte rechnen dabei ebenfalls mit unveränderten Leitzinsen.
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