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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 28. September bis 2. Oktober 2026

Renditeanstieg belastet Märkte

Die internationalen Finanzmärkte standen in der Berichtswoche im Spannungsfeld aus Inflationssorgen, steigenden Renditen und anhaltenden geopolitischen Risiken. Vor allem die Entwicklung im Nahen Osten sorgte zeitweise für Verunsicherung. Gleichzeitig bestätigten mehrere US-Konjunkturdaten die Widerstandskraft der amerikanischen Wirtschaft. Die Aussicht auf länger hohe Leitzinsen belastete jedoch zahlreiche Anlageklassen. Entsprechend gaben sowohl Aktienmärkte als auch Gold im Wochenverlauf nach.

Konjunkturstärke trifft auf Zinssorgen

Die internationalen Aktienmärkte schlossen die Woche überwiegend schwächer. Besonders in Europa belasteten steigende Kapitalmarktzinsen, anhaltende Inflationssorgen und die Unsicherheit über die Folgen des Nahostkonflikts die Stimmung. Die Anleger reagierten sensibel auf die höheren Energiepreise, die zwischenzeitlich Befürchtungen über zusätzlichen Preisdruck und eine restriktivere Geldpolitik auslösten. Die europäischen Märkte konnten sich diesem Umfeld nicht entziehen und verzeichneten spürbare Rückgänge.

In den USA stand die Frage im Mittelpunkt, ob die Notenbank ihre Zinsen schon bald erneut anheben würde. Zu Wochenbeginn sorgten steigende Anleiherenditen für Abgabedruck an den Börsen. Im weiteren Verlauf zeigten die veröffentlichten Inflationsdaten zwar eine etwas geringere Teuerungsdynamik als erwartet, wodurch die Erwartungen an eine unmittelbare Straffung der Geldpolitik zurückgingen. Gleichzeitig bestätigten nach oben revidierte Wachstumszahlen, robuste Arbeitsmarktdaten und starke Stimmungsindikatoren die hohe Widerstandskraft der amerikanischen Wirtschaft. Diese Kombination aus nachlassendem Inflationsdruck und kräftiger Konjunktur sorgte zeitweise für Erholung. Gegen Ende der Woche überwogen jedoch erneut die Sorgen vor dauerhaft hohen Zinsen, nachdem mehrere Konjunkturdaten auf eine anhaltend starke Binnenwirtschaft hindeuteten. Insgesamt standen Renditeanstieg, Inflationsrisiken und die Unsicherheit über die weitere Notenbankpolitik im Mittelpunkt des Marktgeschehens.

Geteiltes Bild am Rentenmarkt

An den Anleihemärkten zeigte sich dies- und jenseits des Atlantiks ein unterschiedliches Bild. In den USA setzten steigende Inflationserwartungen, robuste Wirtschaftsdaten und Spekulationen über weitere Schritte der Notenbank die Kurse langfristiger Staatsanleihen unter Druck. Die Renditen stiegen im Wochenverlauf zeitweise auf den höchsten Stand seit vielen Jahren und spiegelten die Erwartung eines länger restriktiven geldpolitischen Umfelds wider.

In Europa entwickelten sich Staatsanleihen dagegen freundlicher. Trotz erhöhter Inflationsrisiken suchten viele Investoren die vergleichsweise sichere Anlageklasse, wodurch die Renditen deutscher Staatspapiere nachgaben. Insgesamt prägten die Diskussion über den weiteren Kurs der Notenbanken, die Entwicklung der Energiepreise sowie die Widerstandsfähigkeit der Konjunktur die Rentenmärkte.

Dollar fest, Gold schwach

Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten wurde maßgeblich durch den Iran-Konflikt und die Erwartungen an die künftige Geldpolitik beeinflusst. Der Ölpreis schwankte im Wochenverlauf deutlich. Zeitweise stützten Sorgen um das Angebot aus dem Nahen Osten die Notierungen, ehe Hoffnungen auf eine Stabilisierung der regionalen Lieferströme für Entlastung sorgten.

Der Goldpreis geriet unter Druck, da steigende Renditen und die Aussicht auf ein länger erhöhtes Zinsniveau die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls minderten. Gleichzeitig profitierte der US-Dollar von seiner Rolle als sicherer Hafen sowie von den vergleichsweise hohen Zinserwartungen in den Vereinigten Staaten und legte gegenüber dem Euro zu.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Inflationsdaten im Fokus der Anleger

Die wirtschaftliche Datenlage stand in dieser Woche erneut im Zeichen der Inflation. Im Euroraum fielen die vorläufigen nationalen Verbraucherpreisdaten für September überwiegend höher aus als erwartet. Der Anstieg war dabei vor allem auf die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise zurückzuführen. Gleichzeitig hielten die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Unsicherheit hoch und nährten Sorgen über die weitere Entwicklung von Inflation und Konjunktur.

In den USA wurde mit dem Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core PCE) zudem das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß veröffentlicht. Die Daten fielen etwas moderater aus als erwartet und signalisierten damit eine leichte Entspannung beim Preisdruck. Die ebenfalls veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe lagen zwar leicht unter den Erwartungen, signalisierten mit Werten oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten jedoch weiterhin eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität. Nach Veröffentlichung dieses Wochenblicks stehen mit der vorläufigen Verbraucherpreisinflation für den Euroraum und dem US-Arbeitsmarktbericht für September zwei weitere richtungsweisende Termine auf der Agenda. Insbesondere die Arbeitsmarktdaten dürften wichtige Hinweise auf die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft sowie die geldpolitischen Perspektiven der Fed liefern.

Was nächste Woche wichtig wird: US-Arbeitsmarktbericht und Fed-Protokoll im Fokus

In der kommenden Woche steht zunächst die weitere Einordnung des am Freitagnachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktberichts im Mittelpunkt. Da die Daten erst um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht werden, haben insbesondere die europäischen Märkte vor dem Wochenende nur begrenzt Zeit, die Ergebnisse und ihre geldpolitischen Implikationen vollständig einzuordnen. Entsprechend dürfte die Verarbeitung der Daten auch zu Beginn der kommenden Woche die Diskussion über den weiteren Kurs der Fed prägen. Der Arbeitsmarkt aufgrund des Doppelmandats der Fed, niedrige Inflation und Vollbeschäftigung, ein zentraler Einflussfaktor für die Entwicklung der Zinserwartungen.

Daneben richtet sich der Fokus auf den ISM-Dienstleistungsindex für September am Montag sowie das Protokoll der September-Sitzung der Fed zur Wochenmitte. Während der ISM-Index wichtige Hinweise auf die Dynamik des dominierenden US-Dienstleistungssektors liefert, verspricht das Fed-Protokoll zusätzliche Einblicke in die Einschätzung der Notenbank zu Inflation, Wachstum und dem weiteren Zinspfad. Ergänzt wird die Datenagenda durch die US-Handelsbilanz am Dienstag und das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan am Freitag. Vor diesem Hintergrund bleiben die Erwartungen der Märkte an den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed ein zentraler Treiber für die Entwicklung an den Finanzmärkten.
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