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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 7. bis 11. September 2026

Energiepreise setzen Märkte unter Druck

Die internationalen Finanzmärkte wurden in der letzten Woche von einer deutlichen Verschärfung der geopolitischen Spannungen, steigenden Energiepreisen und wachsenden Inflationssorgen geprägt. Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran rückte die Sicherheit der globalen Energieversorgung in den Mittelpunkt. Gleichzeitig stiegen die Anleiherenditen in Europa und den USA spürbar an. Anleger richteten ihren Blick daher verstärkt auf die Geldpolitik, die Inflationsdaten und die Signale der Notenbanken. Entsprechend standen Aktienmärkte und Anleihemärkte unter Druck, während der Ölpreis kräftig zulegte.

Steigende Ölpreise bremsen Aktien

Die internationalen Aktienmärkte standen in der Berichtswoche unter dem Eindruck einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten ließen die Ölpreise deutlich steigen und verstärkten die Sorge vor neuen Belastungen für Wirtschaft, Konsum und Unternehmen. Gleichzeitig rückten die anstehenden Inflationsdaten, die Geldpolitik der US-Notenbank und die Sitzung der Europäischen Zentralbank stärker in den Mittelpunkt des Interesses.

Zu Beginn der Woche hielten sich die europäischen Aktienbörsen noch vergleichsweise stabil. Unterstützung kam zeitweise von Technologiewerten, während Anleger auf neue Signale zur Inflation und zu den Leitzinsen warteten. Im weiteren Verlauf verschlechterte sich die Stimmung jedoch deutlich. Ausschlaggebend waren die gestiegenen Energiepreise, höhere Kapitalmarktzinsen und die Erwartung eines anhaltenden Preisdrucks. Besonders belastet wurden konjunkturabhängige Branchen, Konsumwerte, Industriewerte und andere zinssensitive Marktsegmente. Die Aussicht auf steigende Finanzierungskosten und Inflation führte zu einer erhöhten Risikoaversion.

Auch an den amerikanischen Aktienmärkten überwogen die Belastungsfaktoren. Zwar erwiesen sich die Börsen angesichts des schwierigen Umfelds als vergleichsweise widerstandsfähig, dennoch dominierten die Sorgen um höhere Inflation, steigende Renditen und mögliche weitere Schritte der Geldpolitik. Hinzu kamen handelspolitische Spannungen zwischen den USA und Kanada, die zusätzliche Unsicherheit erzeugten. Die Marktteilnehmer bewerteten dabei vor allem die Folgen steigender Energiepreise für die weitere Preisentwicklung und die künftigen Entscheidungen der Notenbanken. Insgesamt setzte sich damit auf beiden Seiten des Atlantiks die Einschätzung durch, dass Inflations-, Zins- und geopolitische Risiken kurzfristig schwerer wogen als die zuletzt robusten Wirtschaftsdaten. Dies führte in Europa und den USA zu spürbaren Kursrückgängen an den Aktienmärkten.

Renditen steigen deutlich an

An den Anleihemärkten standen die Zeichen auf steigende Renditen und entsprechend auf fallende Kurse von Staatsanleihen. Ursache war vor allem der kräftige Anstieg der Ölpreise, der die Erwartungen an die künftige Inflation nach oben verschob. Investoren verlangten daher höhere Verzinsungen für langfristige Anleihen in Europa und den USA.

Zusätzlichen Einfluss übte die Geldpolitik aus. Die Europäische Zentralbank erhöhte wie erwartet ihre Leitzinsen und signalisierte gleichzeitig Aufmerksamkeit gegenüber den bestehenden Inflationsrisiken. In den USA richtete sich der Fokus zunehmend auf die bevorstehende Entscheidung der US-Notenbank sowie auf die Entwicklung der Verbraucherpreise. Die Kombination aus steigenden Energiekosten, höheren Inflationserwartungen, geopolitischer Unsicherheit und einer möglichen Fortsetzung des restriktiven Notenbankkurses führte diesseits und jenseits des Atlantiks zu einem deutlichen Renditeanstieg.

Ölpreis rückt ins Zentrum

An den Rohstoffmärkten stand die Entwicklung des Ölpreises klar im Mittelpunkt. Die Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten, Angriffe auf die Energieinfrastruktur sowie Sorgen um wichtige Transportwege für den internationalen Ölhandel ließen die Notierungen deutlich steigen. Dadurch nahmen die Befürchtungen eines erneuten Inflationsschubs weltweit zu.

Gold profitierte zunächst von seiner Funktion als sicherer Hafen in einem von Unsicherheit, Konflikten und Marktrisiken geprägten Umfeld. Im weiteren Verlauf geriet das Edelmetall jedoch unter Druck, da die steigenden Anleiherenditen die Attraktivität unverzinslicher Anlagen minderten. Der US-Dollar bewegte sich gegenüber dem Euro insgesamt nur wenig. 

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

EZB-Zinsschritt und steigende US-Erzeugerpreise im Mittelpunkt

Die Geldpolitik prägte das Marktgeschehen in den vergangenen Tagen. Wie von den Terminmärkten erwartet und von uns prognostiziert, erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am Donnerstag die Leitzinsen um 25 Basispunkte. Der Einlagesatz liegt nach der zweiten Zinserhöhung des Jahres nun bei 2,50 %. Für den weiteren Leitzinspfad der EZB weichen wir allerdings zunehmend vom Marktkonsens ab. Während die Märkte weiterhin von einer vergleichsweise straffen Geldpolitik ausgehen, erwarten wir perspektivisch einen weniger restriktiven Kurs der Notenbank. 

Neben der EZB rückten in dieser Woche vor allem die US-Inflationsdaten in den Fokus. Zunächst wurden am Donnerstag die Erzeugerpreise für August veröffentlicht. Mit einem Anstieg von 0,4 % gegenüber dem Vormonat entsprachen die Daten den Erwartungen der Marktteilnehmer und lieferten wichtige Hinweise auf das inflationäre Umfeld entlang der Wertschöpfungskette. Die größte Aufmerksamkeit gilt jedoch den US-Verbraucherpreisdaten für August, die heute nach Redaktionsschluss veröffentlicht werden. Erwartet wird eine Inflationsrate von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Daten werden maßgeblich dazu beitragen, die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich des Weiteren geldpolitischen Kurses der US-Notenbank zu präzisieren.

Was nächste Woche wichtig wird: Sitzung der US-Notenbank Fed

In der kommenden Woche richtet sich der Fokus der Anleger auf die US-Geldpolitik. Das wichtigste Ereignis ist die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Nach dem überraschend robusten Arbeitsmarktbericht sowie zuletzt eher restriktiv interpretierten Äußerungen von Fed-Chef Warsh sind die Marktteilnehmer hinsichtlich der anstehenden Entscheidung gespalten. Derzeit preisen die Terminmärkte mit rund 50 % Wahrscheinlichkeit eine Anhebung und mit rund 50 % Wahrscheinlichkeit eine unveränderte Geldpolitik ein.

Wir gehen davon aus, dass die Währungshüter das Leitzinsband unverändert bei 3,50 % bis 3,75 % belassen werden. Auch über die bevorstehende Sitzung hinaus erwarten wir perspektivisch einen weniger restriktiven Leitzinspfad als derzeit vom Markt eingepreist.

Im weiteren Wochenverlauf stehen am Donnerstag und Freitag die geldpolitischen Sitzungen der Bank of England sowie der Bank of Japan auf der Agenda. Während wir für die Bank of England im Einklang mit dem Marktkonsens keine Änderung der Geldpolitik erwarten, rechnen wir in Japan mit einer Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte.
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