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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 31. August bis 4. September 2026

Inflationssorgen prägen Märkte

Die internationalen Finanzmärkte standen in der vergangenen Woche zunächst unter dem Einfluss steigender Inflations- und Zinserwartungen. Auslöser waren höhere Ölpreise, robuste Konjunkturdaten und eine restriktiv interpretierte Kommunikation der US-Notenbank. Gleichzeitig belastete die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Stimmung an den Börsen. Erst gegen Ende der Woche sorgten Hinweise auf nachlassenden Preisdruck in den USA für eine spürbare Entspannung. Während europäische Aktienmärkte nachgaben, behaupteten sich die wichtigsten US-Indizes.

Nahostkonflikt und Notenbanken im Fokus

Zu Beginn der Woche gerieten die internationalen Aktienmärkte unter Druck. Ausschlaggebend war eine als restriktiv wahrgenommene Rede des US-Notenbankpräsidenten beim Treffen in Jackson Hole, die die Erwartungen einer baldigen Leitzinserhöhung deutlich steigen ließ. Gleichzeitig verstärkten der erneute Anstieg der Ölpreise und die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Sorgen vor anhaltendem Inflationsdruck. In Europa belasteten zusätzlich hohe Teuerungsraten und die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank die Anlegerstimmung. Besonders die steigenden Anleiherenditen machten Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren weniger attraktiv.

Zur Wochenmitte setzte eine vorsichtige Stabilisierung ein. Zwar erreichten die Renditen wichtiger Staatsanleihen mehrjährige Höchststände und die Ölpreise blieben erhöht, gleichzeitig deuteten aber erste Wirtschaftsdaten auf eine etwas weniger dynamische Entwicklung am US-Arbeitsmarkt hin. Damit gingen die Erwartungen an weitere Zinsschritte leicht zurück. 

Für eine deutlichere Aufhellung sorgten schließlich Aussagen eines Mitglieds der US-Notenbank, das auf erste Anzeichen einer nachlassenden Inflation verwies. Die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Zinserhöhung sank daraufhin spürbar. Fallende Kapitalmarktzinsen unterstützten insbesondere die US-Börsen, die die Woche mit moderaten Gewinnen beendeten. Die europäischen Aktienmärkte konnten einen Teil ihrer Verluste zwar wettmachen, schlossen insgesamt jedoch schwächer. Die wichtigsten US-Indizes behaupteten sich hingegen.

Renditen erreichen neue Höchststände

An den Staatsanleihemärkten standen die Erwartungen an die Geldpolitik im Mittelpunkt. Zu Wochenbeginn führten die restriktiven Signale der US-Notenbank, anhaltende Inflationssorgen und die steigende US-Staatsverschuldung zu steigenden Renditen in den USA und Europa. Marktteilnehmer rechneten zunehmend mit weiteren Zinsschritten auf beiden Seiten des Atlantiks. Entsprechend erreichten die Renditen langfristiger Staatsanleihen zeitweise die höchsten Niveaus seit vielen Jahren.

Im weiteren Verlauf änderte sich das Bild. Schwächere Arbeitsmarktsignale aus den USA und Hinweise auf nachlassenden Preisdruck ließen die Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung sinken. Die Renditen gaben daraufhin wieder nach, konnten den vorherigen Anstieg auf Wochensicht aber nicht vollständig ausgleichen. Sowohl in Deutschland als auch in den USA schlossen die langfristigen Renditen höher als eine Woche zuvor.

Ölpreisanstieg rückt in den Mittelpunkt

An den Rohstoffmärkten bestimmte vor allem der Nahostkonflikt das Geschehen. Die Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie Sorgen um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ließen den Ölpreis deutlich steigen. Dadurch wurden zugleich Inflationssorgen verstärkt. 

Gold stand zunächst unter Druck, da steigende Marktzinsen die Attraktivität des Edelmetalls minderten. Gegen Ende der Woche sorgten jedoch fallende Renditen und ein schwächerer US-Dollar für eine Erholung. Auf Wochensicht überwog dennoch ein leichter Rückgang des Goldpreises, während der Euro gegenüber dem US-Dollar nahezu unverändert blieb.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Anleger verdauen Jackson Hole und analysieren europäische Inflations- und US-Arbeitsmarktdaten

Zum Wochenbeginn hallten die als eher geldpolitisch streng wahrgenommenen Äußerungen von US-Notenbankchef Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium an den Finanzmärkten nach. In der Folge passten die Marktteilnehmer ihre Erwartungen für die in zwei Wochen anstehende Fed-Sitzung an und preisten eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung ein. Entsprechend richtet sich der Blick nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für August, der nach Redaktionsschluss veröffentlicht wird und als wichtiger Gradmesser für die geldpolitische Ausrichtung der Fed gilt.

Im Rahmen unserer Hausmeinung rechnen wir weiterhin mit einem sukzessiven Rückgang des Inflationsdrucks und gehen daher nicht davon aus, dass die US-Notenbank ihr Leitzinsband auf der kommenden Sitzung anheben wird.

Im Euroraum lag die vorläufige Verbraucherpreisinflation für August mit 3,3 % weiterhin deutlich über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für die kommende Woche eine weitere Leitzinsanhebung durch die EZB. Diese Einschätzung wird aktuell auch von einem breiten Konsens unter den Ökonomen getragen.

Was nächste Woche wichtig wird: EZB-Zinsentscheid und US-Inflationsdaten

In der kommenden Woche richtet sich der Blick der Anleger auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Angesichts der weiterhin deutlich über dem Inflationsziel von 2 % liegenden Teuerungsrate sowie zuletzt erneut gestiegener Energiepreise erwarten wir, dass die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Die jüngsten Inflationsdaten deuten darauf hin, dass der Preisdruck weiterhin erhöht bleibt. Da ein solcher Schritt von den Marktteilnehmern weitgehend erwartet wird, dürfte insbesondere die Kommunikation der EZB zum weiteren geldpolitischen Kurs im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Darüber hinaus werden die anstehenden US-Verbraucherpreis- und Erzeugerpreisdaten aufmerksam verfolgt werden. Während die Verbraucherpreise Aufschluss über die Preisentwicklung auf Konsumentenebene geben, bilden die Erzeugerpreise den inflationären Druck entlang der Wertschöpfungskette ab. Die Daten liefern wichtige Hinweise auf die Entwicklung des Inflationsdrucks in den Vereinigten Staaten und damit auf den geldpolitischen Handlungsspielraum der US-Notenbank Fed. 
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