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Unser Wochenblick

Was die Finanzmärkte diese Woche beschäftigt

Die Themen der Woche | 5. bis 9. Oktober 2026

Renditen prägen erneut die Börsenwoche

Die internationalen Finanzmärkte wurden in der Berichtswoche vor allem von der Entwicklung der Anleiherenditen und der Energiepreise bestimmt. In den USA sorgten robuste Konjunktursignale und Erwartungen an die Geldpolitik zunächst für Unterstützung. In Europa rückten zusätzlich politische Entwicklungen in Frankreich und Spanien in den Fokus. Gegen Ende der Woche belasteten steigende Ölpreise und wieder zunehmende Inflationssorgen die Stimmung. Unter dem Strich entwickelten sich die US-Aktienmärkte stabiler als ihre europäischen Pendants.

USA widerstandsfähig, Europa unter Druck

Die Aktienmärkte verliefen dies- und jenseits des Atlantiks in unterschiedliche Richtungen. In den USA sorgten zu Wochenbeginn ein etwas schwächerer Arbeitsmarkt, nachlassende Sorgen vor unmittelbar steigenden Leitzinsen sowie solide Konjunkturdaten für Zuversicht. Auch die Aussicht auf eine vorerst unveränderte Geldpolitik stützte die Kurse. Zusätzlich trieb die anhaltende Erwartung hoher Investitionen in Künstliche Intelligenz die großen Technologiewerte auf neue Höchststände und half dem breiten Markt, sich trotz zeitweise hoher Kapitalmarktzinsen insgesamt positiv zu entwickeln.

Ab der Wochenmitte rückte jedoch der kräftige Anstieg der Renditen erneut in den Mittelpunkt. Anleger sorgten sich zunehmend um die Finanzierungskosten, den weiteren Kurs der US-Notenbank sowie die Gefahr anhaltender Inflationsrisiken. Gleichzeitig verteuerte sich Rohöl wieder deutlich. Auslöser waren geopolitische Spannungen im Nahen Osten, Störungen wichtiger Energierouten sowie Sorgen um das globale Angebot. Die Kombination aus höheren Ölpreisen und steigenden Marktzinsen führte zu Gewinnmitnahmen und belastete insbesondere zinssensible Marktsegmente. Dennoch schloss der breite US-Aktienmarkt über den Gesamtzeitraum leicht im Plus.

Die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich schwächer. Zu Beginn der Woche standen politische Unsicherheiten in Frankreich sowie vorgezogene Neuwahlen in Spanien im Fokus. Zwischenzeitlich sorgten fallende Ölpreise, sinkende US-Renditen und eine Entspannung der Debatte um die französischen Staatsfinanzen für Erholung. Anschließend wurden diese positiven Impulse jedoch von einem weltweiten Anstieg der Anleiherenditen überlagert. Besonders belastend wirkten Sorgen vor einer strafferen Geldpolitik, steigenden Finanzierungskosten und den wirtschaftlichen Folgen höherer Energiepreise. Gegen Ende der Woche trat zudem die Befürchtung neuer Handelskonflikte mit China stärker in den Vordergrund. Entsprechend gaben sowohl der DAX als auch der Euro Stoxx im Wochenverlauf nach.

Renditen bleiben das Leitthema

An den Anleihemärkten standen die Erwartungen an die künftige Geldpolitik im Mittelpunkt. Zu Wochenbeginn reagierten Anleger auf etwas schwächere Signale vom US-Arbeitsmarkt, während im weiteren Verlauf die Sorge vor anhaltendem Inflationsdruck dominierte. Die Veröffentlichung des Protokolls der US-Notenbank deutete auf einen weiterhin restriktiven Kurs hin und hielt die Diskussion über zusätzliche Zinsschritte am Leben.

In Europa verstärkten politische Diskussionen über die Staatsfinanzen Frankreichs zeitweise die Nervosität. Zwar sorgten Entspannungssignale zwischenzeitlich für Beruhigung, dennoch bestimmten steigende globale Renditen das Marktgeschehen. Über den Gesamtzeitraum legten die Renditen deutscher Staatsanleihen zu, während die Renditen vergleichbarer US-Staatsanleihen leicht nachgaben. Die Rentenmärkte blieben damit zwischen Konjunkturhoffnungen und Inflationssorgen gefangen.

Öl im Aufwind, Gold unter Druck

Bei den Rohstoffen prägte vor allem der deutliche Anstieg des Ölpreises das Bild. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung sorgten zunehmende Spannungen im Nahen Osten, Angriffe auf wichtige Schifffahrtsrouten sowie Sorgen um das Angebot für neuen Aufwärtsdruck. Damit kehrten auch Inflationssorgen zurück und beeinflussten die übrigen Anlageklassen. 

Der US-Dollar profitierte von der Erwartung einer weiterhin straffen US-Geldpolitik und legte gegenüber dem Euro zu. Der Goldpreis stand dagegen unter Druck. Höhere reale Zinsen, ein festerer Dollar und die gestiegene Attraktivität festverzinslicher Anlagen überwogen den unterstützenden Effekt geopolitischer Unsicherheit. Entsprechend verbilligte sich das Edelmetall im Wochenverlauf leicht, während Brent-Rohöl zulegte.

Schlusskurse wesentlicher Anlageklassen

Diese Tabelle stellt die Schlussstände wesentlicher Indizes dar. Sie ist nicht barrierefrei.

Robuste US-Konjunktur steht schwachem Arbeitsmarkt gegenüber

In der abgelaufenen Handelswoche standen die Märkte zunächst weiter unter dem Eindruck des überraschend schwachen US-Arbeitsmarktberichts vom vergangenen Freitag. Der deutlich geringere Beschäftigungsaufbau und die leicht gestiegene Arbeitslosenquote deuteten auf eine nachlassende Dynamik am US-Arbeitsmarkt hin und stützten die Erwartung einer weniger restriktiven Geldpolitik der Fed.

Demgegenüber zeichneten die ebenfalls veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor ein vergleichsweise solides Konjunkturbild. Während die Indikatoren in Europa gemischt ausfielen, aber durchweg im expansiven Bereich verblieben, überraschten die entsprechenden US-Daten positiv und unterstrichen die weiterhin robuste Verfassung der amerikanischen Wirtschaft.

Bestätigt wurde die zuletzt wahrgenommene, restriktive Haltung der US-Notenbank schließlich durch das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung. Daraus ging hervor, dass die Währungshüter die Inflationsrisiken weiterhin überwiegend aufwärtsgerichtet einschätzen und mehrheitlich zusätzlichen Handlungsbedarf bei den Leitzinsen sehen. Somit standen im Wochenverlauf die Signale eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes den weiterhin robusten Konjunkturdaten und dem restriktiven Kurs der Fed gegenüber.

Was nächste Woche wichtig wird: Preisdaten liefern neue Hinweise für EZB und Fed

Makroseitig richtet sich der Blick in der kommenden Woche vor allem auf die finalen Inflationsdaten für September aus Deutschland und dem Euroraum. Ergänzt wird das Bild durch die Verbraucherpreisdaten sowie die Erzeugerpreise aus den USA. Die Veröffentlichungen werden wichtige zusätzliche Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB und der Fed liefern.

Aus Sicht der Kapitalmärkte steht insbesondere die Frage im Vordergrund, in welchem Ausmaß die zuletzt gestiegenen Energiepreise auf die Inflationsentwicklung durchgeschlagen haben. Die Finanzmärkte preisen derzeit sowohl in den USA als auch im Euroraum eine deutliche geldpolitische Straffung ein. Im Rahmen unserer Hausmeinung halten wir diese Erwartungen jedoch für überzogen und rechnen mit einem deutlich geringeren Straffungsbedarf. Entsprechend dürften die anstehenden Inflationsdaten die Erwartungen an den künftigen Zinspfad dies- und jenseits des Atlantiks maßgeblich beeinflussen.
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