Aktuelle Kapitalmarktinformationen


Ausblick auf die Woche vom 8. April 2024


Inflation, Zinssenkungen und Geschäftsergebnisse

Diese Woche steht eine Reihe wichtiger Termine im Finanzmarktkalender. Am Mittwoch wird die US-Inflationsrate gemeldet, die einen entscheidenden Einfluss auf den Beginn der Leitzinssenkungen der US-Notenbank haben wird. Am Donnerstag folgt die Zinsentscheidung der EZB, die den Markt voraussichtlich auf Juni vertrösten wird. Am Freitag beginnt schließlich die US-Berichtssaison, die angesichts der vorausgegangenen Kursgewinne für Volatilität sorgen könnte.

Was diese Woche wichtig wird


Deutsche Industrie erholt sich

Umfragebasierte Frühindikatoren hatten es bereits angedeutet. Heute Morgen wurde gemeldet, dass sich die hiesige Industrieproduktion im Februar weiter erholen konnte. Das Produktionsplus von Januar auf Februar von 2,1 % fiel sogar besser aus als erwartet. Neben der Baubranche, die von einer günstigen Wetterlage profitierte, erholten sich besonders die Autoindustrie und die energieintensiven Branchen deutlich. Die zuletzt schwache Entwicklung der Auftragseingänge zeigt aber, dass für die kommenden Monate bestenfalls mit leichtem Wachstum zu rechnen ist. Wie Anlegerinnen und Anleger die Konjunkturaussichten einschätzen, wird im Verlauf des Vormittags die Sentix-Stimmungsumfrage zeigen. Wir erwarten ein leicht optimistischeres Stimmungsbild bei Investoren im Euroraum.

Wirken die hohen Zinsen noch bremsend auf die Wirtschaft?

Die Europäische Zentralbank (EZB) befragt jedes Quartal Banken nach ihrer Kreditvergabe und der Nachfrage von Kunden. Die Leitzinserhöhungen hatten 2022 und bis Mitte 2023 zu einer deutlichen Straffung der Kreditstandards und zu einem Einbruch der Kundennachfrage geführt. Doch bereits in der zweiten Jahreshälfte 2023 zeichnete sich eine Wende ab. Wir denken, dass auch im ersten Quartal 2024 die Bremseffekte der Zinsen auf die Kreditvergabe weiter nachgelassen haben, wenn auch nicht gänzlich zu wirken aufgehört haben.

Inflation in den USA lässt sich bitten

Im Fokus der Handelswoche steht wieder einmal die Inflation in den Vereinigten Staaten, denn von ihr hängt der wichtigste Leitzins der Welt ab. Nachdem die Teuerung im Januar und Februar nicht weiter gesunken ist, die Notenbanker der Fed aber laut über Zinssenkungen zur Jahresmitte nachgedacht haben, ist die Bedeutung der Inflationsmeldung am Mittwoch groß. Wir rechnen, ähnlich wie der Markt, mit einem nur geringfügigen Rückgang. Insbesondere die monatliche Kernrate, also die Preiserhöhungen für Dienstleistungen und Güter ohne Energie und Nahrungsmittel, wird voraussichtlich weiter leicht über dem Fed-Ziel gelegen haben und daher eine Zinssenkung im Juni erschweren.

Am Donnerstag folgt die Meldung der chinesischen Inflation, wo das Problem eher in einer zu niedrigen Rate und der Angst vor Deflation und schwacher Konsumnachfrage liegt. Wir denken aber, dass die Konjunktur dabei ist, sich zu erholen und die Inflation daher leicht in Richtung 1 % angestiegen sein dürfte.

Wie entscheidet sich die EZB?

Die Zentralbank entscheidet am Donnerstag über ihren Leitzins. Höchstwahrscheinlich werden die Währungshüter mit einer Zinssenkung bis Juni warten. Doch angesichts einer Inflationsrate von nur noch 2,4 % im März und einer generell schwachen Konjunktur im Euroraum ist eine Zinssenkung bereits diesen Donnerstag nicht ausgeschlossen. Doch noch ist die Inflationsgefahr nicht gebannt. Die Kernrate liegt etwa noch bei 2,9 %. Wir erwarten daher, dass sich die EZB noch bis zu ihrer nächsten Sitzung am 6. Juni gedulden wird.

Beginn der Berichtssaison in den USA

Am Freitag werden die ersten Unternehmensergebnisse für das erste Quartal vorgelegt. Wie üblich machen Finanzdienstleister wie JPMorgan, Citigroup, Wells Fargo und BlackRock den Auftakt. Insgesamt erwarten Analysten für die Unternehmen des S&P 500 eine Gewinnsteigerung zum Vorjahresquartal von unter 5 %, was etwa halb so hoch wäre wie die rund 9 %, die im vierten Quartal erzielt worden sind. Angesichts des starken Wachstums der US-Wirtschaft ist die offizielle Erwartung von knapp 5 % unrealistisch und wird vermutlich klar übertroffen. Ob die gemeldeten Unternehmensgewinne aber hoch genug ausfallen werden, um die beachtlichen Kursgewinne der letzten fünf Monate zu rechtfertigen, ist eine andere Frage.

Ihr Analysten-Team

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