Aktuelle Kapitalmarktinformationen


Ausblick auf die Woche vom 21. November 2022


Tief Luft holen vor dem Endspurt

Bis zu Heiligabend stehen in den nächsten Wochen noch einige marktbewegende Großereignisse wie beispielsweise die letzten Zentralbanksitzungen in Europa und den USA in diesem Jahr an. Die aktuelle Handelswoche glänzt jedoch eher mit einem Mangel an besonders marktrelevanten Terminen. Die größte Bedeutung ist den Einkaufsmanagerindizes für November beizumessen, da diese das erhöhte Rezessionsrisiko für zahlreiche Industrieländer voraussichtlich bestätigen werden.

Was diese Woche wichtig wird


Nachlassender Druck auf die Erzeugerpreise

Es zeichnet sich ein ruhiger Wochenauftakt ab. Von mittelbarer Bedeutung für die weitere Geldpolitik der EZB ist die Meldung der deutschen Erzeugerpreisinflation. Nach den rekordhohen jährlichen Teuerungsraten von 45,8 % im August und September hat sich im Oktober mit einem Rückgang auf 34,5 % eine deutliche Erleichterung eingestellt. Haupttreiber des unerwartet kräftigen Rückgangs waren niedrigere Energiepreise.

Einkaufsmanagerindizes stimmen auf Rezessionen ein

Die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum steuern im November auf neue Tiefstände zu. Auch in Deutschland deutet alles auf einen weiteren Monat rückläufiger Wirtschaftsaktivität hin. Allerdings sind nach Vorabschätzungen nur kleine Veränderungen der Indizes gegenüber Oktober zu erwarten. In den USA wird der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe aller Voraussicht nach auf den tiefsten Stand seit dem zweiten Quartal 2020 sinken.

Veröffentlicht wird das Protokoll der Fed-Sitzung vom 2. November. Es ist zwar nicht davon auszugehen, dass diese sogenannten „minutes“ neue Informationen über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank bereithalten. Dennoch ist die Offenlegung ein potenzieller Kurstreiber an den Finanzmärkten.

Die deutsche Rezession. Mehr Schein als Sein?

Der ifo-Geschäftsklimaindex, der sich aus der Beurteilung der Geschäftslage und den Geschäftsaussichten ergibt, ist im Oktober auf den tiefsten Stand seit Mai 2020 gesunken. Allerdings waren für den Rückgang größtenteils die schwachen Erwartungen, aber weniger die tatsächliche Lage verantwortlich. Daher stellt sich nun die Frage, ob die Geschäftslage im November nachzieht und ebenfalls in Richtung Rezession tendiert. Weithin wird mit einer leichten Entspannung des Geschäftsklimas gerechnet, allerdings dürfte diese nur auf verbesserte Aussichten zurückzuführen sein. Hintergrund sind vor allem die vollen Gasspeicher und neue Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung. Darauf haben bereits die in der letzten Woche positiv überraschenden ZEW-Konjunkturerwartungen hingedeutet.

Deutsche Verbraucherstimmung stoppt Sinkflug

Die Verbraucherstimmung in Deutschland dürfte sich im laufenden Berichtsmonat zum zweiten Mal in Folge leicht verbessert haben, auch wenn es insgesamt weiterhin auf niedrigem Niveau verharrt. Von einer Trendwende zu sprechen, wäre zu früh, da es sich erneut nur um eine minimale Verbesserung handeln wird. Die Einzelhändler schöpfen dennoch Hoffnung, dass die Verkaufszahlen wegen des Black Friday und Cyber Monday im November sowie des Weihnachtsgeschäfts im Dezember deutlich anziehen.

Ihr Analysten-Team

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