Existenzgründerinnen


Gründungsverhalten von Heilberuflerinnen

Existenzgründung - Frauen in Heilberufen


Ärztinnen und Apothekerinnen übernehmen die Vorreiterrolle

Frauen in Heilberufen
Frauen in Heilberufen
Zum ersten Mal gründen mehr Zahnärztinnen als Zahnärzte eine eigene Praxis - 2019
Frauen übernehmen immer stärker die Vorreiter­rolle in den Existenz­grün­dungen. Ihre Zahl wächst stetig an, wie unsere repräsen­tativen Statis­tiken zeigen. Vor allem in den Bereichen der Gynä­kologie, Psychiatrie und Psycho­therapie sind Existenz­gründerinnen in Heil­berufen zu finden. Ihre männ­lichen Kollegen sind eher in der Ortho­pädie, der Chirurgie und der Urologie tätig.

Ein Blick auf die jüngsten Analy­sen bestätigt, dass der An­teil der ärzt­lichen Existenz­­gründerin­nen weiter zunimmt: 2018/2019 lag er bundes­weit bei gut 60 Prozent (bei Haus­ärztinnen 59 Prozent, bei Fachärztinnen 62 Prozent). Auffällig ist, dass sich Frauen deut­lich häufiger für die Einzel­praxis als Nieder­lassungs­form (64 Prozent) ent­scheiden als ihre männ­lichen Kollegen (55 Prozent).

Aber auch in den Heilberufsbereichen Pharmazie und Zahnmedizin holen jezt die weiblichen Gründer stark auf. 2020 ist die Mehrheit der pharmazeutischen Existenzgründenden weiblich (53 %).  

Existenzgründungen im Veterinärbereich


Die Tierarztpraxis - längst eine Frauendomäne

Frauen als Tierärztin
Frauen als Tierärztin
Drei Viertel Tierärztinnen : ein Viertel Tierärzte
Auch in Tierarztpraxen trifft man regelmäßig und mehrheitlich auf Tierärztin­nen. 2019/2020 sind drei Viertel der Grün­der weib­lich. Mit 75 Prozent liegt damit der Anteil im Ver­gleich zu Ärztinnen und Zahn­ärztinnen sehr hoch.

Ein Blick auf die jüngsten Anmelde­zahlen in den Hoch­schulen läßt vermuten, dass auch weiter­hin mit einer hohen Zahl an Gründerinnen zu rech­nen ist. Immerhin sind 85 % Prozent der Tier­medizin­studenten Frauen. 

Auffällig ist, dass sich mehr als die Hälfte der Tierärztinnen (57 Prozent) für die Grün­dung einer Klein­tier­praxis entscheiden. Tierärztinnen zieht es bei der Praxisgründung eher in mittelgroße Städte. Für die Gründung von Klein­tier­praxen bieten sich hier die besten Voraus­setzungen.

Bei Männern ist dagegen der Anteil der Existenz­gründun­gen in Form von Klein- und Groß­tier­praxen sowie Groß­tier­praxen höher. Hier könnten Kraft­auf­wand aber auch die Größe der zu behan­deln­den Tiere eine Rol­le spielen.

Finanzierung der Existenzgründung im Vergleich


So unterschiedlich investieren Frauen und Männer

Finanzierung Praxisgründung
Finanzierung Praxisgründung
Noch investieren Frauen vorsichtiger und weniger als ihre männlichen Kollegen. Aber die Investitionsbereitschaft wächst.

Der größte Unterschied zwischen Frauen und Männern in der Existenzgründung ist bei den Investitionsvolumina zu finden. Weibliche Existenzgründer liegen im Durchschnitt in allen Fachgebieten unter den Männern, mit großen Unterschieden in der Differenzsumme:

  • Ganze 69.000 Euro Differenz findet man zum Beispiel bei den weiblichen und männlichen Gynäkologen.
  • Die Investitionsvolumina der Dermatologen unterscheiden sich hingegen nur um 21.000 Euro.
  • Bei den Kinderärzten müssen die Frauen mit rund 29.000 Euro weniger auskommen.
  • Ein Vergleich bei den hausärztlichen Existenzgründungen zeigt, dass Männer 2018/2019 mit durchschnittlich 173.000 Euro rund ein Fünftel mehr für die Niederlassung in Form einer Einzelpraxisübernahme ausgaben als Frauen.

Apothekerinnen holen auf


Die Gesamtinvestitionen nähern sich immer mehr an

Apothekerinnen schrecken vor steigenden Gesamtinvestitionen nicht zurück
Apothekerinnen schrecken vor steigenden Gesamtinvestitionen nicht zurück
In großen Schritten: Apothekerinnen holen bei den Gesamtinvesitionen auf. Aber Unterschiede bleiben deutlich erkennbar
Der hohe Frauenanteil unter den angestellten Approbierten spiegelte sich in den letzten Jahren auch immer mehr bei den Existenzgründungen wider. So stieg bis 2018 der Anteil der Gründerinnen sukzessive an. Seitdem ist eine leicht rückläufige Tendenz zu beobachten. Dennoch gilt: Die Mehrheit der Existenzgründenden bleibt auch 2020 mit 53 Prozent weiblich. Bei den Filialgründungen liegt der Anteil der Gründerinnen bei 46 Prozent.

Insgesamt ist aber bei beiden Geschlechtern ein Fokus auf hochpreisige Apotheken mit Übernahmepreisen ab 600.000 Euro zu sehen. Knapp jede dritte Existenzgründerin (30 Prozent) und gut jeder dritte Existenzgründer (35 Prozent) übernahm eine Apotheke in diesem Kaufpreissegment.
Trotz stetiger Annäherung investierten die pharmazeutische Existenzgründerinnen im Durchschnitt immer zurückhaltender als Apotheker (außer 2019) . Dennoch stiegen 2020 sowohl bei Frauen als auch bei Männer die getätigten Gesamtinvestitionen gegenüber den Vorjahren deutlich
 

Gemeinsamkeit gibt es jedoch auch zwischen Gründerinnen und Gründern

Beide Geschlechter entscheiden sich gegen die Neugründung einer Praxis. So wagen nur 8,5 Prozent den Schritt der Praxisneugründung. 91,5 Prozent entscheiden sich für die Existenzgründung durch eine Praxisübernahme.

Mehr Informationen zur Praxisübernahme finden Sie auch in unserer Praxisbörse.
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Vorteile einer Gemeinschaftspraxis


Was Gründerinnen wichtig ist:

Gemeinsam stark in der Praxis: Viele Frauen in Heilberufen gründen eine Einzelpraxis. Dabei bietet eine Kooperation viele Vorteile!
  • Fachlicher Austausch,
  • höhere Spezialisierung
  • Erweitertes Leistungsspektrum und dadurch größere Behandlungsvielfalt
  • Einsparpotenziale durch die gemeinsame Übernahme von Personal- und Mietkosten sowie gemeinsame Geräteanschaffungen.


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