Analysenhintergrund

Existenzgründungen

Analyse: Apothekengründungen 2018

Trends bei Apothekengründungen 2018

Ideeler Wert von Apotheken
Die höheren Gesamtinvestitionen sind vor allem auf den gestiegenen ideellen Wert der Apotheken zurückzuführen (plus 23 Prozent). 
Trend zu teuren Apotheken
Einerseits steigt der Anteil der sehr gut laufenden Apotheken, für die auch die Existenzgründer bereit sind, hohe, teils siebenstellige Kaufpreise zu bezahlen. Andererseits stehen zahlreiche kleine Apotheken zum Verkauf, für die nur geringe Preise gezahlt werden.
Existenzgründer werden jünger
2018 waren die Existenzgründer, die sich zum ersten Mal niedergelassen haben, 36,3 Jahre alt und damit rund zwei Jahre jünger als in den Jahren davor.
Apothekenverbünde weiterhin attraktiv
Neben der klassischen Übernahme einer Einzelapotheke wird etwa ein Fünftel der Apotheken im Verbund gekauft. Die kleinste Verbundvariante aus Haupt- und einer Filialapotheke kommt am häufigsten vor. Doch größere Verbundübernahmen, also mit zwei oder drei Filialen, nehmen zu.

So gründen Apotheker 2018 - Trends + Zahlen


Zwischen symbolischem Euro und Spitzenpreis

Laut der jüngsten Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) zu den Apothekengründungen 2018 lag der durchschnittliche Kaufpreis einer Apotheke bei 458.000 Euro. Gegenüber 2018 ist er im Schnitt um 73.000 Euro gestiegen.

Dennoch hat der durchschnittliche Kaufpreis nur begrenzte Aussagekraft. Insbesondere die hohen Anteile der beiden niedrigen und der größten Kaufpreisgruppen sprechen dafür, dass es den „typischen“ Preis nicht gibt. So wurden 63 Prozent der Apotheken zu einem günstigeren Kaufpreis unterhalb des Durchschnitts gekauft, während gut ein Drittel oberhalb lag.

Insbesondere der Blick auf den Median mit nur 340.000 Euro zeigt, dass einige sehr teure Apotheken den Durchschnitt von 458.000 Euro stark nach oben ziehen.

Höheren Gesamtinvestitionen durch höhere ideele Werte

Die höheren Gesamtinvestitionen sind vor allem auf den gestiegenen ideellen Wert der Apotheken zurückzuführen (plus 23 Prozent). Dieser orientiert sich unter anderem an der Kundenstruktur, dem bisherigen Umsatz und dem Standort der Apotheke. Der materielle Wert, der die Einrichtung und die IT-Ausstattung umfasst, sowie die Investitionen in das Warenlager, haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Insgesamt beliefen sich die gesamten Gründungskosten für die Niederlassung in einer Einzel- beziehungsweise Hauptapotheke (inklusive Kaufpreis) auf knapp 600.000 Euro - das ist ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trend zum OHG-Apotheker: Gemeinsame Selbständigkeit zunehmend beliebt

Der Apothekenmarkt verzeichnet immer mehr Offizinen, die als Offene Handelsgesellschaften (OHG) organisiert sind. Diese Form bietet eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Apothekern gemeinsam niederzulassen. Die apoBank-Analyse zeigt, dass sich 2018 acht Prozent der Apothekengründer als Gesellschafter für die OHG entschieden haben. 2017 lag dieser Wert noch bei fünf Prozent, 2016 immerhin bei sechs Prozent.  

Der Apothekenmarkt - ein klassischer Übernahmemarkt

Die klassische Niederlassung in einer Einzelapotheke durch Übernahme einer bestehenden Apotheke ist seit Jahren die dominierende Gründungsoption. 2018 lag der Anteil der durch die apoBank begleiteten Apothekengründungen bei 58 Prozent (2017: 60 Prozent).

Filialapotheken stagnieren weiterhin

Ein Blick auf die Filialapotheken zeigt dagegen einen stagnierenden Abwärtstrend: So sank 2018 der Anteil der Filialneugründungen auf fünf Prozent (2017: sieben Prozent), im gleichen Zuge erreichte der Anteil der übernommenen Apotheken zwecks Filialbildung nur 27 Prozent (2017: 25 Prozent, 2016: noch 31 Prozent).

Favorit der Gründungsarten: Die Übernahme
 

Seit Jahren ist die Übernahme einer bestehenden Apotheke zwecks erstmaliger Niederlassung in einer Einzel- bzw. Hauptapotheke die dominierende Niederlassungsart.

Mittelstädte bei Apothekengründern beliebt

Bei der Standortwahl scheinen vor allem mittelstädtische Gemeinden mit 20.000 bis unter 100.000 Einwohner für Apotheker attraktiv zu sein. Im Verhältnis zur dort lebenden Bevölkerung (29 Prozent) wurden hier 2018 mit 34 Prozent überdurchschnittlich viele Apotheken übernommen beziehungsweise neu gegründet. Die Attraktivität der Mittelstadt äußert sich auch in den Kaufpreisen: mit 460.000 Euro lagen sie dort 2018 auf dem zweithöchsten Platz.

Weniger beliebt waren Kleinstädte, in denen zwar 29 Prozent der Bevölkerung leben, aber nur 24 Prozent der Apothekengründungen stattfanden. Hier lagen die Übernahmepreise mit 544.000 Euro deutlich auf dem ersten Platz.  

Nur sieben Prozent der Apothekengründung erfolgten in ländlichen Regionen. Hier lagen die Übernahmepreise bei Landapotheken immerhin noch bei durchschnittlich 433.000 Euro.

Andere Übernahmepreise im Osten Deutschlands

Für Apotheken im Osten Deutschlands wurden 2018 die geringsten durchschnittlichen Übernahmepreise gezahlt. Durchschnittlich 405.000 Euro haben Apothekengründer im Osten Deutschlands für eine Übernahme gezahlt. Obwohl hier im Vergleich zu den anderen Regionen tendenziell umsatzstärkere Apotheken übernommen wurden, scheint sich diese Entwicklung nicht direkt im Übernahmepreis widerzuspiegeln.

Im Gegensatz dazu zahlten pharmazeutische Existenzgründer im Westen Deutschlands mit im Schnitt 501.000 Euro die höchsten durchschnittlichen Übernahmepreise.

Die apoBank analysiert jährlich das Existenzgründungsgeschehen von Apothekern. Basis der Analyse bilden die Apothekenfinanzierungen, die die Bank im letzte Jahr begleitet hat.

Methodik
Diese Analyse basiert auf einer Stichprobe von rund 330 Apothekengründungen, die durch die apoBank im Jahr 2018 begleitet wurden. Die Daten wurden anonymisiert ausgewertet.

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