Existenzgründungen


Analyse der Praxisgründungen von Tierärzten

Existenzgründungen Tierärzte 2019/2020

 Frauenanteil unter den Tierärzten
Die apoBank betreut überdurchschnittlich viele Gründerinnen. Der Frauenanteil unter den Tierärzten liegt bei 75 Prozent und ist damit im Vergleich zu den Ärztinnen mit 62 Prozent und Zahnärztinnen mit 51 Prozent sehr hoch.
Praxisinvestitionen für Tierarztpraxen
2019/20 sind die Investitionsvolumina für Tierarztpraxen weiter gestiegen. Für die Neugründung einer Einzelpraxis hatte man durchschnittlich mit 224.300 Euro zu rechnen. Das sind 38 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. - Der Anstieg bei einer Einzelpraxisübernahme gestaltete sich mit 190.600 Euro dagegen günstiger. Dennoch lag hier die Steigerungsrate bei 53 Prozent.
Gründungsart bei Tierärzten
Gleich, welches Behandlungsspektrum zugrunde gelegt wird - bei den Existenzgründungen überwiegt sowohl in der Kategorie Kleintierpraxis, wie auch in der Kategorie Klein- und Großtierpraxis oder in der Kategorie Großtierpraxis die Gründung der Einzelpraxis. - Aber der Anteil der Kooperationsformen nimmt stetig zu.
Einzelpraxis versus Kooperation bei Tierärzten
Die Existenzgründer setzen auf bestehende und bewährte Strukturen. Deshalb ist auch die Übernahme einer Praxis - egal ob Einzelpraxis oder Kooperation - beliebter als die Neugründung.
 

Traumberuf Tierarzt


Analyse der apoBank zur Existenzgründung von Tierarztpraxen

Trend und Perspektive: Die wirtschaftliche Situation der Tierärzte hat sich seit 2015 stetig verbessert. Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt eine Steigerung der Praxiseinnahmen wie auch des Praxisüberschuss. Speziell jede zweite Tierarztpraxis/ Einzelpraxis für Kleintiere erzielte einen Umsatz von mindestens 300.000 Euro. Bei Einzelpraxen, in denen sowohl Klein- als auch Großtiere behandelt werden, werden auch die höchsten Umsätze und Überschüsse erzielt.

Zur Verdeutlichung sei gesagt, dass bei den Praxiseinnahmen eine sehr starke Marktspreizung vorliegt. Das zeigen die Auswertungen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank), die die Existenzgründungen bei Tierärzten kontinuierlich begleitet und analysiert.

Große individuelle Gestaltungsspielräume bestimmen die Gesamteinnahmen

Die Fakten machen Mut zum Gründen: Laut apoBank-Analysen erzielten 2018/2019 etwas mehr als die Hälfte der kleintierärztlichen Praxen Gesamteinnahmen zwischen 100.000 und 300.000 Euro. Nur sechs Prozent lagen darunter. Ein weiteres Drittel erwirtschaftete Praxiseinnahmen zwischen 400.000 und 700.000 Euro.

Bestehende und bewährte Strukturen überzeugen Gründer

Von den rund 30.000 Tierärzten arbeitet mehr als ein Drittel niedergelassen. Zur Auswahl stehen: einerseits die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), also eine Praxis mit einem oder mehreren Kollegen gemeinsam, und andererseits die Einzelpraxis. Die Einzelpraxis bleibt mit 63 Prozent die beliebteste Gründungsart, 37 Prozent entscheiden sich für eine Kooperation.

Mit welchen Kosten muss ein Gründer rechnen?


Neugründung einer Kleintierpraxis: Einzelpraxis ist im Schnitt am teuersten

Was kostet eine Kleintierpraxis bei der Existenzgründung
Was kostet eine Kleintierpraxis bei der Existenzgründung

Die Frage: "Was kostet mich meine Praxisgründung?" ist eine der zentralen Fra­gen während der Finan­zierungs­beratung. Aus den Daten der letzten Jahre können fol­gende Orientie­rungs­werte gege­ben werden.

Differenziert man nach Gründungs­art und Behand­lungs­spektrum, so sind Kleintier­praxen in Form der Einzelpraxis die häufigste Praxisform (2019/2020 mit 67 Prozent). Unterscheidet man bei diesem am häufigsten vorkommenden Behandlungsspektrum zwischen Neugründung oder Übernahme, so wird deutlich, dass der einzelne Gründer für eine Neugründung knapp 226.100 Euro investiert.
Er hat zwar keinen Übernahmepreis zu zahlen, investiert aber den Großteil der Gesamt­investition im medizi­nisch-tech­nische Geräte (121.300 Euro).

Bei einer Übernahme einer bestehenden Einzelpraxis investiert der Inhaber und Gründer im Vergleich dazu "nur" 198.000 Euro, ebenso viel wie bei der Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft. 

Am günstigsten ist die Existenzgründung bei der Übernahme als Berufsausübungsgmeinschaft. Hier investiert der Gründer und Praxisinhaber 172.700 Euro.

Mittelgroße Städte bei Tierärzten sehr beliebt

Die meisten Tierarztpraxen werden in den Klein- und mittel­großen Städten eröff­net. Diese Regionen sind über alle Alters­gruppen hinweg besonders beliebt. Ein Viertel der Tier­ärzte unter 36 Jahren lässt sich auf dem Land nieder. 

2019/20 haben dort 43 Prozent der Existenz­gründer eine Praxis neu gegrün­det oder von Vor­gängern übe­rnommen. Im Vergleich zur Bevölkerungsstruktur finden sich aber über­proportional viele nieder­gelassene Tierärzte auf dem Land: Hier leben10 Prozent der Gesamt­bevölkerung, es gründeten aber 17 Prozent der Tierärzte eigene Praxen.

Das Durchschnittsalter der Tierärzte bei Niederlassung beträgt 37,5 Jahre, dabei sind Frauen mit 37,2 Jahren im Schnitt über ein Jahr jünger als ihre männlichen Kollegen mit 38,5 Jahren. Insgesamt drei Viertel der Existenzgründer lassen sich bis zum 40. Lebensjahr nieder. Immerhin noch jeder vierte entscheidet sich nach dem 40. Lebensjahr für die Selbständigkeit.

Anteil der Gründerinnen steigt seit Jahren

Der Anteil der Praxisgründerinnen steigt seit Jahren kontinuierlich und kletterte seit den Jahren 2016/17 von 73 Prozent auf jetzt 75 Prozent. Der Anteil ist damit im Vergleich zu bereits niedergelassenen Tierärzten überdurchschnittlich hoch (amtliche Statistik Ende 2017: 51 Prozent Frauen). Im Studium überwiegen sie allerdings eindeutig: Rund 85 Prozent der Veterinärmedizin-Studierenden haben sich im Wintersemester 2020 neu immatrikuliert.

Quellen

Bundestierärztekammer: Tierarztstatistik 2020
apoBank: Analysen zu Gründungen und Kostenstruktur von Tierarztpraxen (2016/2017, 2019/2020)

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