Pflegeinfrastruktur: Planung mit Weitblick

26.07.2016 – „Pflegeheimen droht Lawine von 2.300 Bescheiden“ titelte der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. jüngst in einer Pressemitteilung. Tatsächlich wurde die Ausstellung der Investitionskostenbescheide für Nordrhein-Westfalen bereits zweimal verschoben.

In welchem Umfang die neuen Landesgesetze zur neuen Pflege umgesetzt sind, ist zwar regional unterschiedlich, jedoch macht dieser Sachverhalt einmal mehr deutlich, wie stark Pflegeträger von der regionalen Politik abhängen. Es ist nachvollziehbar, dass an dieser Stelle die erforderliche Planungssicherheit fehlt - und dies in einer Situation, in der der Pflegebedarf deutlich stiegt.

Mehr Pflegeplätze sind noch nicht genug

Nicht oft zeigen Prognosen ein so einheitliches Bild wie beim Blick auf den zukünftigen Pflegebedarf: Bedingt durch die demografische Entwicklung und verbunden mit einer steigenden Lebenserwartung werden immer mehr Menschen im Alter Pflegeleistungen beanspruchen.

Man muss den Akteuren im Pflegemarkt zugutehalten, dass sie das Angebot an Pflegeplätzen in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut haben. Jedoch – die Nachfrage wächst schneller. Dabei geht es nicht nur um die Schaffung neuer Angebote – auch müssen Ersatzinvestitionen für die Altbestände erfolgen, um die neuen Qualitätsanforderungen zu erreichen. Denn ohne regelmäßige Modernisierung werden einige der bestehenden Einrichtungen künftig nicht mehr nutzbar sein. Hinzu kommen die regional unterschiedlichen Heimbauverordnungen, die meist mehr Einzelzimmer und höhere qualitative Anforderungen an die bauliche Ausgestaltung vorschreiben, was den Investitionsbedarf weiter erhöht.

Finanzierung der zukünftigen Pflegeinfrastruktur

Für Unternehmen in der Pflegewirtschaft stellt sich also die Frage, wie sich diese Investitionen finanzieren lassen. In der täglichen Beratungspraxis erleben wir oft, dass die langfristige, belastbare Planung eine Schwierigkeit darstellt. Tatsächlich handelt es sich bei Pflegeheimen regelmäßig um Investitionen mit Laufzeiten von bis zu einem Vierteljahrhundert. Je länger diese Laufzeit, umso schwieriger einzuschätzen sind die Einnahmen aus dem operativen Betrieb, aus denen die Mittel für den Kapitaldienst erzielt werden sollen.

Nachhaltige Konzepte sind machbar

Dass sich der Bedarf an Pflegeplätzen und die Finanzierung nachhaltig planen lassen, möchte ich an zwei Beispielen skizzieren:

Zum einen sollte bei der Konzeption der Gebäude auf eine so genannte „Multifunktionalität“ geachtet werden. Das bezieht sich sowohl auf die bauliche Substanz, als auch auf die Ansprache einer breiteren Zielgruppe. So werden in neu geplante Seniorenzentren Einheiten für betreutes Wohnen sowie Tages- und Kurzzeitpflege integriert. Neben den Einnahmen aus dem stationären Pflegebetrieb kann der Betreiber dann auf weitere Erträge zurückgreifen.

Ein weiteres Modell ist die sogenannte „Campuslösung“. Hier wird das stationäre Pflegeheim in ein Mehrgenerationen-Quartier mit Kitas, Ärztehäusern, Pflegediensten oder stationären Versorgungseinrichtungen integriert. Dabei können Ressourcen miteinander vernetzt und damit effizient genutzt werden, was wiederum Kosten spart.

Die apoBank verfügt über umfangreiches Wissen im Pflegesektor und Erfahrung mit der Finanzierung von Gesundheitsimmobilien. Zudem sind wir mit regionalen Verordnungen und Gegebenheiten vertraut. Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gerne bei der „Planung mit Weitblick“.