Digitalisierung: Banken auf dem Prüfstand

12.07.2016 – „Banking is necessary, banks are not”, sagte Bill Gates bereits 1994. Heute wickeln Apps unabhängig von Banken den Zahlungsverkehr ab – kostenlos, zeitnah und meist sicher. Manch einer postet aus der App heraus seine Überweisung an „Freunde“ in sozialen Netzwerken. Nicht unattraktiv für jüngere Kunden. Klingt gerade für Ältere kurios? Ist aber ein Angriff auf das Kerngeschäft von Banken – und ein Beispiel von vielen.

Banken müssen Fahrt aufnehmen – aus eigenem Antrieb

In einem Umfeld, in dem das Undenkbare Gestalt annimmt, müssen Banken generell schneller und agiler werden. Dieser Wandel muss von innen heraus gestaltet werden. Das wirtschaftliche und politische Umfeld lähmt eher. Es ist geprägt von steigendem Wettbewerb durch Nicht-Banken, Fintechs & Co., ausufernder Regulatorik, anhaltender Niedrigzinsphase und ansteigendem Kostendruck.

Banken müssen ihre Rolle und Daseinsberechtigung neu unter Beweis stellen. Sie müssen über alternative Geschäftsmodelle nachdenken. Und die Qualität ihrer Kundenbeziehungen auf den Prüfstand stellen. All das braucht mehr Dynamik als herkömmliche Banken in der Regel aktuell bieten können. Die Kraft für neue Ideen, transparente, geradlinige Kommunikation und Unerschrockenheit muss sich aus eigenem Antrieb entfalten, ganz urwüchsig aus der Kreativität der Mitarbeiter.

Der typisch „deutsche Führungsstil“ hat ausgedient

Die Botschaft ist in den Chefetagen angekommen. 81 Prozent der deutschen Manager sehen es als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ an, die digitale Transformation voranzutreiben. Die Mitarbeiter sollen im Bereich der Digitalisierung künftig mehr motiviert und zu größerem Engagement ermutigt werden. Mit der Umsetzung hapert es noch. Laut einer aktuellen Umfrage von metaBeratung, fordern 81 Prozent der Manager ein neues Führungsleitbild. Gesucht sind offene Persönlichkeiten mit klaren Zielen, die zugleich einfühlsam und verlässlich sind. Der typisch „deutsche Führungsstil“, der den Mitarbeiter als bloße Arbeitskraft und nicht als Dialogpartner sieht, ist ein entscheidender Nachteil im Ringen um Talente. Aber gerade unsere Talente führen uns in eine erfolgreiche Zukunft. Talente, die wir schon an Bord haben, oder die wir dringend noch überzeugen müssen, dass wir der einzig richtige Arbeitgeber sind.

Um Verkrustungen aufzubrechen, braucht es Empowerment. In der apoBank haben wir unseren Mitarbeitern mit einer internen TALENTWerkstatt Raum und ein Forum gegeben, sich Gehör zu verschaffen und sich einzubringen. Sie konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen, um die apoBank agiler, transparenter und weniger hierarchisch zu gestalten. Zukunftsweisende Ideen sind entstanden, die deutlich machen, was wir in der apoBank brauchen.

Gefragt: neue Ideen, direkte, gradlinige Kommunikation und Unerschrockenheit

Das ist ein starkes Signal in Richtung modernes und zukunftsfähiges Unternehmen. Unsere Mitarbeiter profitierten vom persönlichen und hierarchiefreien Austausch sowie dem offenen Diskurs neben der Projektarbeit und hatten Gelegenheit, ihr Netzwerk innerhalb der apoBank deutlich auszubauen. Mit neuen Ideen, direkter, gradliniger Kommunikation und Unerschrockenheit sollten sie den Status quo stetig in Frage stellen. Das haben wir ihnen nicht nur erlaubt, das fordern wir ein.

Wir brauchen vor allem Begeisterung, wenn wir etwas verändern wollen. Die geschlossenen Systeme der „Old Boys Networks“ haben ausgedient. Sie müssen offenen Unternehmens-Plattformen weichen, um Kreativität und Innovationsfähigkeit eine Chance zu geben. Wenn wir diese Aufgabe erfolgreich auf uns nehmen, werden Banken sich ihren Platz an den Märkten bewahren.