Aktuelle Kapitalmarktinformationen


Wochenausblick - 25. bis 29. Oktober


Ein voller Kalender für die Märkte

Die Märkte blicken in dieser Woche auf einen vollen Kalender, der reichlich bestückt ist mit wichtigen Konjunkturdaten aus den USA und Europa, den Quartalsergebnissen der weltgrößten Unternehmen sowie geldpolitischen Entscheidungen.

Nach einer Stabilisierung der Aktienmärkte in den beiden Vorwochen bleibt abzuwarten, ob diese Tendenz anhält. Derweil beobachten die Investoren die US-Politik, um abzuschätzen, ob sich nach Wochen der innerparteilichen Auseinandersetzung die Demokraten auf ein neuerliches Ausgabenprogramm einigen und es mittels hauchdünner Mehrheit durch den Kongress bringen können.

Informationen zu vorherigen Wochenausblicken und -rückblicken finden Sie unten im Archiv.

Was diese Woche wichtig wird.


Montag - Trübt sich das Geschäftsklima weiter ein?

Mit der Bekanntgabe des ifo-Geschäftsklimaindex für den Oktober beginnt die Handelswoche gleich mit einer wichtigen Konjunkturmeldung für die deutsche Wirtschaft. Zuletzt war die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen kontinuierlich zurückgegangen. Hauptursache war das Problem der Knappheiten an Rohstoffen und Vorprodukten in der in Deutschland stark vertretenen Industrie. Zum Herbstbeginn wird eine weitere Stimmungseintrübung erwartet, auch wenn von einer Krisenstimmung noch lange nicht gesprochen werden kann.

Dienstag - US-Tech-Riesen legen ihre Zahlen vor

In der US-Berichtssaison stehen in dieser Woche die großen Tech-Unternehmen im Fokus. Nachdem am Montag Facebook seine Zahlen für das letzte Quartal vorlegt, folgen am Dienstag mit der Google-Mutter Alphabet und Microsoft zwei weitere der Giganten. Am Donnerstag stehen noch die Ergebnisse von Amazon und Apple an.

Mittwoch - Nur „gewöhnliche“ Konjunkturdaten

Mit den Auftragseingängen der US-Industrie und den Einzelhandelsumsätzen sowie dem Verbrauchervertrauen aus Deutschland kann der Mittwoch mit Konjunkturdaten aufwarten, die in einer gewöhnlichen Handelswoche sicher größere Aufmerksamkeit erfahren würden. Doch angesichts der ab Donnerstag zu erwartenden Flut an weiteren Daten und Meldungen wird der Einfluss der beiden Datenmeldungen auf die Märkte nur von kurzer Dauer sein.

Donnerstag - Viel zum Verdauen für die Märkte

Zentralbanksitzungen und erste BIP-Zahlen für das dritte Quartal stehen auf der Agenda der Märkte am Donnerstag.

Nach China sind die USA die zweite Wirtschaftsmacht, die ihre ersten Schätzungen für das BIP-Wachstum im zu Ende gegangenen Quartal veröffentlichen. Die Erwartungen der Analysten liegen im Vorfeld bei einem annualisierten Wachstum von 3,2 % (ca. 0,8 % ggü. dem Vorquartal). Damit wäre die US-Volkswirtschaft zuletzt sogar stärker gewachsen als die chinesische (0,2 % im Quartalsvergleich).

Mindestens genauso im Fokus steht an den Märkten die monatliche geldpolitische Sitzung der EZB. Wegweisende Entscheidungen sind jedoch nicht zu erwarten, da bereits vorab die Diskussion um den Fortgang der Anleihekäufe nach dem Ende des Notfallprogramms PEPP auf den Dezember vertagt wurde. Nichtsdestotrotz interessieren sich die Märkte bei der EZB dafür, ob sie ähnlich wie die US-Notenbank die Inflationsrisiken noch einmal höher einschätzt als zuletzt.

Die deutschen Inflationsdaten, die ebenfalls am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehen, könnten Ausgangspunkt entsprechender Fragen sein.

Freitag - Weitere Makrodaten aus Europa und den USA

Die Europäer folgen am Freitag den USA in der Veröffentlichung ihrer ersten Schätzungen für das BIP-Wachstum im dritten Quartal. Mit erwarteten Zuwachsraten von 2,2 % in Deutschland und 2,0 % für die gesamte Eurozone jeweils gegenüber dem zweiten Quartal lag das Wachstum zuletzt deutlich höher als in den USA.

Allerdings gilt es zu beachten, dass in Europa die Erholung noch immer hinter den USA zurückliegt, weshalb das temporär erhöhte Wachstum nicht überraschen sollte. Schwächere Makrodaten vor allem aus der Industrie bergen jedoch das Risiko, dass die Analysten das jüngste Wachstum überschätzen.

Daneben folgen zum Wochenende hin weitere US-Makrozahlen, darunter solche zur monatlichen Ein- und Ausgabensituation der privaten Haushalte sowie die für die US-Notenbank relevante PCE-Inflationsrate.

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Wochenrückblick 18. - 22.10 - Hohe Gewinne, schwaches Wachstum

Die Märkte wurden im Wochenverlauf durch überraschend gute Quartalsergebnisse vonseiten der Unternehmen gestützt, während enttäuschende Wachstumszahlen und eine Verschlechterung der Lage auf dem chinesischen Immobilienmarkt die Aussichten eintrübten. Dennoch entwickelten sich die Märkte zunächst positiv. Zur Wochenmitte fachten steigende Ölpreise jedoch die Inflationssorgen abermals an, wodurch Aktien- sowie Anleihekurse unter Druck gerieten.

Die wesentlichen Fakten

Aktien zwischenzeitlich unter Druck

Die Kursanstiege bis zum Mittwoch brachten die Aktienmärkte nahe an ihre Allzeithochs zurück. Der S&P 500 lag am Mittwochabend nur noch 0,02 % unter seinem Anfang September aufgestellten Rekordhoch. Der industrielastige Dow Jones erreichte im Tagesverlauf sogar ein neues Allzeithoch.

Anhaltend steigende Anleiherenditen und neue Probleme auf Chinas Immobilienmarkt ließen die Kurse am Donnerstag jedoch erneut sinken. Auslöser waren gescheiterte Verhandlungen beim Immobilienentwickler Evergrande über den Verkauf von Beteiligungen, durch den die Finanzlage des havarierten Konzerns verbessert werden sollte.

Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt am Donnerstagabend und die doch noch getätigte Zinszahlung von Evergrande an seine Gläubiger am Freitagmorgen stimmten die Märkte zum Wochenschluss jedoch wieder versöhnlicher. Am Freitagmorgen eröffneten die Börsen in Asien und Europa daher im Plus.

Aufwärtstrend der Renditen hält an.
Hohe Inflationsraten und steigende Energiepreise sorgten im Wochenverlauf insbesondere in Großbritannien und den USA für steigende Renditen bei Staatsanleihen längerer Laufzeit. Die 10-jährigen Renditen der angelsächsischen Staaten stiegen im Wochenverlauf um 10 Basispunkte an. In den USA zeichnete sich besonders die reale Rendite hierfür ausschlaggebend. In Europa waren hingegen die höheren Inflationserwartungen preistreibend. Bei Unternehmensanleihen sorgten die verbesserten Konjunkturaussichten derweil für rückläufige Risikoaufschläge.

Rohstoffpreise erreichen Plateau.
Auch diese Woche begann die Woche mit weiteren Ölpreisanstiegen. Mit etwa 86 US-Dollar pro Fass stieg der Preis der Nordsee-Sorte Brent zwischenzeitlich auf den höchsten Wert seit 2014, bevor er im Wochenverlauf wieder leicht zurückfiel. Die Erdgaspreise gingen in Europa auf Wochensicht ebenfalls leicht zurück.

Inflationsraten lassen Fragen offen.
Die Verbraucherpreisinflation in Großbritannien lag im September bei 3,1 % und damit etwas niedriger als erwartet. Dass die stark gestiegenen Energiepreise erst mit einer gewissen Verzögerung in den Warenkorb einfließen werden, war absehbar, und entsprechend ist für die kommenden Monate mit höheren Preissteigerungen zu rechnen.

Bereits Spuren hinterlassen haben die Energiekosten bei den deutschen Erzeugerpreisen. Die Einkaufskosten der Unternehmen sind im September um 14,2 % p.a. gestiegen. Allein die Teuerung von August auf September belief sich auf 2,3 %. Hauptpreistreiber waren dabei die Energiekosten. Dies ist der höchste Preisanstieg seit 1974. Dass die Hauptursache in den Energiekosten begründet liegt, lässt jedoch perspektivisch auf eine Normalisierung der Inflationsraten hoffen. Denn derzeit sind die Ölfördermengen der OPEC und Russlands deutlich unter ihrem Vorkrisenniveaus. Die seltene Einigkeit des Ölkartells dürfte jedoch nicht ewig halten.

Wachstumsraten in China und den USA enttäuschen.
Chinas Bruttoinlandsprodukt lag im dritten Quartal 4,9 % höher als im Vorjahresquartal. Die Wachstumsrate vom zweiten auf das dritte Quartal 2021 lag jedoch lediglich bei 0,2 % und zeigte damit, dass die Wirtschaft zuletzt nahezu stagnierte. Auch die Industrieproduktion für September fiel schwächer aus als von Ökonomen erwartet. Gründe für die schwachen Wachstumsraten waren unter anderem der Mangel an Erdgas und Kohle, verschärfte Regulierungen in vielen Branchen sowie die finanziellen Schwierigkeiten bei mehreren Immobilienentwicklern. Ein Lichtblick waren jedoch die überraschend starken Konsumausgaben. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im September um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die Außennachfrage blieb hoch und verhalf dem Land zu steigenden Exporten. Die US-Industrieproduktion fiel wie ihr chinesisches Pendant überraschend schwach aus. Im September sank die Fertigungsmenge um 1,3 % gegenüber August. Zudem wurden die zuvor gemeldeten Daten für August nach unten revidiert und zeigen nun auch einen Rückgang gegenüber Juli von 0,1 %.

US-Arbeitsmarkt nimmt Fahrt auf.
Nachdem die letzte Woche gemeldete Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bereits überraschend deutlich auf den niedrigsten Stand seit Pandemie-Beginn gefallen ist, zeigten die am Donnerstag gemeldeten Daten eine nochmalige, leichte Verbesserung. Mit 290 Tsd. Anträgen liegt der Wert inzwischen bereits auf einem Niveau vergleichbar mit jenem im Jahr 2015. Die vor der Pandemie erreichte Vollbeschäftigung ist hingegen noch lange nicht wieder erreicht.

Anhaltendes Wachstum im Oktober.
Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Oktober zeigen eine Fortsetzung hohen Wachstums im Euroraum. Auch wenn die Stimmungswerte nicht mehr so überschwänglich ausfallen wie im Sommer, als die Normalisierung des Lebens zu starken Verbesserungen führt, bleiben die Zahlen doch positiv und im Vergleich zur Vorkrisenzeit erhöht. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich sank von 56,4 im September auf 54,7 im Oktober und fiel damit schwächer aus als erwartet. Das Verarbeitende Gewerbe hielt hingegen mit einem Wert von 58,5 sein hohes Niveau. In Japan läuft das Wachstum hingegen erst jetzt richtig an. Bislang wurde die Wirtschaft des Landes durch starke Kontakteinschränkungen zurückgehalten. Doch dank der inzwischen hohen Impfquote und der Aufhebung des Notstands verbesserten sich die Einkaufsmanagerindizes im Oktober deutlich, insbesondere im Dienstleistungsbereich. Der entsprechende Index lag im August noch mit 43 deutlich unter der Expansionsschwelle von 50 und stieg im Oktober auf 51. In Japan sind trotz eines späten Starts der Impfkampagne inzwischen mehr Menschen geimpft als in Deutschland oder den USA. Die Einkaufsmanagerindizes für die USA werden am Nachmittag veröffentlicht.

Corona: Die Herbstwelle kommt ins Rollen.
In Deutschland und anderen europäischen Ländern zeichnet sich der Beginn einer neuen Infektionswelle an. Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist innerhalb kurzer Zeit auf 95,1 gestiegen, in einigen Bundesländern sowie Nachbarländern liegt sie bereits über 100. Auch wenn die Impfquote von Experten als unzureichend gesehen wird, sollten die Belastungen für das Gesundheitssystem und letzten Endes auch für die Wirtschaft im Herbst begrenzt bleiben.

US-Börsenaufsicht schließt Untersuchung des Gamestop-Zwischenfalls ab.
Die US-Börsenaufsicht SEC legte Anfang der Woche einen umfassenden Untersuchungsbericht zu den extremen Marktbewegungen vor, die im Januar für Aufsehen gesorgt hatten. Damals stiegen die Kurse sogenannter „Meme-Stocks“ um ein Vielfaches an, nachdem sich Kleinanleger auf Internetplattformen zu koordinierten Käufen verabredet hatten. Erklärtes Ziel: Hedgefonds, die auf fallende Kurse der Kult-Aktien gewettet hatten, zu bestrafen. Die bekannteste Aktie, Gamestop, stieg daraufhin um 2.700 %. Mehrere Online-Broker stoppten daraufhin den Handel mit der Aktie. Kleinanleger fühlten sich durch angebliche Absprachen zwischen Brokern und Hedgefonds betrogen. Die SEC kommt jedoch zu einem entschieden anderen Ergebnis. Die extremen Preisanstiege seien zwar in der Tat auf die Masse der Kleinanleger zurückzuführen. So stieg die Zahl der Konten, die mit Gamestop-Aktien Handel betrieben, von rund 10 Tsd. pro Tag auf etwa 900 Tsd. am 27. Januar an. Viele Käufer waren neue Kleinanleger.

Beim bekanntesten Online-Broker Robinhood wurden 2020 6 Mio. neue Konten eröffnet. Hiervon liefen 1 Mio. Konten auf Menschen mit einem Durchschnittsalter von 19 und einem Median-Guthaben von lediglich 240 US-Dollar. Doch den Hedgefonds schadete die Armee von Kleinanleger kaum. Viele Hedgefonds hatten bereits frühzeitig ihre Short-Positionen – die Wetten auf fallende Kurse – aufgelöst und kauften stattdessen ebenfalls die Kultaktien. Auch der Handelsstopp war nicht auf Absprachen zwischen Brokern und Hedgefonds zurückzuführen. Stattdessen führte die extreme Volatilität zu horrenden Nachschusspflichten zwecks Besicherung, denen die Online-Broker nicht nachkommen konnten. Die Anforderungen wurden dabei sogar gelockert, um ein Funktionieren des Systems zu bewahren. Dennoch mussten die Broker den Handel vielfach stoppen, da sie die notwendigen Sicherheiten in Milliardenhöhe für den Handel mit solch stark schwankenden Titeln nicht hinterlegen konnten.

Wochenausblick: 18. Oktober - Chinas Wirtschaftswachstum und die globale Konjunkturentwicklung

Bereits am frühen Montagmorgen setzte die Veröffentlichung der jüngsten Wachstumszahlen in China den Ton für den Auftakt an den Börsen. Auf die Frage, wie es mit der Weltwirtschaft im Oktober weitergeht, werden die Einkaufsmanagerindizes am Freitag eine erste Antwort liefern. Doch auch Chinas Geldpolitik bleibt im Fokus der Märkte, insbesondere da der Zustand des dortigen Immobilienmarktes weiter in der Schwebe hängt.

Was diese Woche wichtig wird

Montag - Wichtige Konjunkturdaten aus China und den USA


Bereits heute Früh wurde aus China das Wirtschaftswachstum für das dritte Quartal bekannt gegeben. Die Zahlen bestätigen, dass sich die Konjunktur zuletzt abgekühlt hat. Die weltweit zweitgrößte Wirtschaft wuchs demnach nur um 0,2 % verglichen mit dem Vorquartal, eine für chinesische Verhältnisse äußerst geringe Wachstumsrate. Der Vergleich mit dem noch durch die Pandemie beeinträchtigen dritten Quartal 2020 fällt hingegen positiver aus. Die Steigerung beläuft sich hier auf immerhin 4,9 %. Die Gründe für die jüngste Abkühlung liegen unter anderem in den strikten Maßnahmen gegen neuerliche Corona-Ausbrüche, Überflutungen, hohen Energiepreisen und den Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt.

Im Tagesverlauf wird heute auch die US-Industrieproduktion für September gemeldet, die einen Eindruck über die Entwicklung der größten Wirtschaftsnation vermitteln wird.

Mittwoch - Leitzinsen und Inflationsraten im Fokus
Am Mittwochmorgen verkündet zunächst die Chinesische Zentralbank ihre Leitzinsentscheidung. Daneben werden Zahlen zur Preisentwicklung aus zahlreichen Ländern für September erwartet. Für Deutschland wird die Erzeugerpreisinflation für September gemeldet, die im August bereits auf 12 % p.a. angestiegen war. Aus Großbritannien werden sowohl die Verbraucher- als auch die Produzentenpreise für September gemeldet. Trotz stark gestiegener Energiekosten dürfte die Verbraucherpreisinflation zunächst bei 3,2 % p.a. verharren. Erst die Oktober-Zahlen werden die gestiegenen Öl- und Gaspreise reflektieren.

Donnerstag - US-Arbeitsmarkt bleibt unter Beobachtung
Aus den USA wird wie jeden Donnerstag die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche gemeldet. Somit sind dies mit die ersten Daten, die die Wirtschaftsentwicklung im Oktober widerspiegeln. Angesichts des uneindeutigen Arbeitsmarktberichts für September, laut dem die Arbeitslosenquote zwar stark sank, die Unternehmen aber zugleich nur einen geringen Stellenaufbau meldeten, bleibt die Entwicklung beachtenswert. Dies gilt umso mehr, da die nächste US-Zentralbankentscheidung Anfang November näher rückt.

Freitag - Einkaufsmanagerindizes für Oktober
Am Freitag werden die vorläufigen Ergebnisse der monatlichen Einkaufsmanagerbefragungen veröffentlicht. Diese dürften zeigen, dass sich die Wachstumsraten zu Beginn des vierten Quartals weiter normalisiert haben – also niedriger sind als im dritten Quartal, aber doch im Vergleich zur Vorkrisenzeit erhöht. Von besonderem Interesse dürften Kommentare der Unternehmen zum Mangel an Vorprodukten und anderen Lieferkettenproblemen sowie zur Entwicklung des US-Arbeitsmarktes sein.

Wochenrückblick: 11. bis 15. Oktober – Fortgesetzte Preisanstiege – von Rohstoffen bis Aktien

Nach einem abermals holprigen Wochenstart besserte sich die Stimmung an den Märkten zunehmend. Eine schwache Industrieproduktion in Deutschland und Japan, eine höher als erwartete US-Inflationsrate und weiter steigende Rohstoffpreise hielten Aktien- und Anleihekursgewinne nicht auf. Für positive Überraschungen sorgten US-Arbeitsmarktdaten sowie die Quartalsergebnisse der Unternehmen.

Die wesentlichen Fakten.
                                                                                                                             Aktienmärkte zunehmend freundlich.
Im Wochenverlauf entwickelten sich die Aktienmärkte zunehmend freundlich. Zu Wochenbeginn führten hohe Energiepreise zu einer Outperformance des Energiesektors, während steigende Anleiherenditen Technologieaktien belasteten. Als die Renditen zur Wochenmitte zu sinken begannen, waren es jedoch abermals die großen US-Technologieaktien, die besonders starke Kursgewinne verzeichneten. Europäische Aktien entwickelten sich ebenfalls hervorragend. In China ist die Krise einiger Immobilienkonzerne zwar noch nicht gelöst, allerdings kam es auch zu keiner weiteren Verschlechterung der Lage.

Rendite-Anstiege gestoppt.
Die gestiegene US-Inflationsrate und die zunehmende Bereitschaft der Fed, gegenzusteuern, ließen die Renditen 2-jähriger US-Staatsanleihen im Wochenverlauf auf das höchste Niveau seit Pandemiebeginn steigen. Länger laufende US-Staatsanleihen verzeichneten angesichts schwächerer Wachstumserwartungen jedoch Renditerückgänge. Die 10-jährige Bundesanleihe vollzog diese Bewegung im späteren Wochenverlauf ebenfalls nach. Jedoch machten sich die höheren Inflationserwartungen durchaus bemerkbar. Die inflationsindexierten US-Staatsanleihen implizieren, dass die Inflationserwartung des Marktes für die nächsten 10 Jahre über 2,5 % gestiegen ist.

Rohstoffpreise steigen weiter.
Die Ölpreise verteuerten sich im Wochenverlauf abermals und in der zweiten Wochenhälfte setzte sich auch der Anstieg der Erdgaspreise fort. Zwar senkte das Ölkartell OPEC seine Prognose für die Ölnachfrage aufgrund sinkender Wachstumsraten der Wirtschaft, doch die anhaltenden Produktionsengpässe sorgen für eine fortgesetzte Knappheit beim Schwarzen Gold. Auch echtes Gold war nach Veröffentlichung der US-Inflationsdaten stärker gefragt und näherte sich der Marke von 1.800 US-Dollar pro Feinunze an.

Wird die Inflation in den USA zum Dauerbrenner?
Die Verbraucherpreisinflation in den USA stieg im September überraschend auf 5,4 % p.a. an. Der leichte Rückgang im August hatte zuvor die Hoffnung aufkommen lassen, dass die höchsten Preisanstiege hinter uns liegen. Die neuen Daten für September machen dem jedoch einen Strich durch die Rechnung. Hinzu kommt, dass die im September stark gestiegenen Energiepreise vermutlich noch nicht gänzlich in den Daten berücksichtigt sind. Das Protokoll der letzten Sitzung der Zentralbank Fed zeigte, dass die wissenschaftlichen Experten der Notenbank weiterhin der Überzeugung sind, dass die Preisanstiege vorübergehender Natur sind. Im Entscheidungsgremium der Fed machen sich die Oberen jedoch zunehmend Sorgen über persistentere Teuerungen. Sie planen daher, im November oder Dezember mit der Reduktion der Anleihekäufe zu beginnen und diese bis Mitte 2022 eingestellt zu haben.

Andere Länder, andere Sitten?
Während die Inflationsrate aus den USA die Schlagzeilen beherrscht, wurden auch Zahlen für China gemeldet. Die Verbraucherpreisinflation lag dort im September bei lediglich 0,7 % p.a. Doch Kostenanstiege gibt es auch im Reich der Mitte. Die Erzeugerpreisinflation, die die Kosten der Unternehmen misst, ist auf 10,7 % p.a. gestiegen. Ursächlich hierfür waren besonders die gestiegenen Preise für Energieträger wie Kohle und Gas. Die Unternehmen können die gestiegenen Kosten aber offenbar nicht an die Verbraucher weitergeben. Hiermit unterscheidet sich die Lage chinesischer Unternehmen spürbar von jenen in den USA, wo die Erzeugerpreisinflation zwar auch auf 8,6 % p.a. stieg, die höhere Verbraucherpreisinflation aber eine Weitergabe der Preise an Endkunden erkennen lässt.

Industrie leidet weiter.
Die Industrieproduktion in Deutschland und Japan ist im August im Vormonatsvergleich gesunken. Während der leichte Rückgang der deutschen Produktion um 1,6 % so erwartet wurde, sank der Durchsatz in Japan sogar um 3,6 %. Dass der Vorproduktemangel nicht bei alteingesessenen Industrieunternehmen haltmacht, zeigt eine Meldung von Apple. Der Konzern senkte seine Produktionserwartungen für das iPhone 13 für dieses Jahr um 10 Millionen Stück, da die benötigten Mikrochips fehlen. Der Teilemangel ist teilweise auf eine unterbrochene Herstellung in Taiwan zurückzuführen, das einen Großteil der weltweit verbauten Mikrochips herstellt. Doch vielfach stecken Lieferungen auch schlicht auf dem Seeweg fest. Zahlreiche Schiffe liegen beispielsweise vor den Häfen in Los Angeles oder dem chinesischen Yantian und warten auf Entladung. In Kalifornien wollen die Häfen daher nun auf einen 24-Stunden-Betrieb umstellen, um den Rückstau abzubauen. Doch derweil drohen aus Italien neue Probleme, denn die Hafenmitarbeiter dort drohen, aus Protest gegen die Impfpflicht zu streiken. Die Lieferschwierigkeiten im Verarbeitenden Gewerbe könnten also noch andauern.

Investorenvertrauen in Deutschland wankt.
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung meldete, dass die Konjunkturerwartungen unter Finanzmarktexperten im Oktober den vierten Monat in Folge gesunken sind. Demgegenüber hat sich allerdings die Einschätzung der aktuellen Lage abermals verbessert. Die Ergebnisse können interpretiert werden als zunehmende Normalisierung der Wirtschaft nach der Krise – eine solidere Ausgangslage mit geringeren Wachstumsaussichten.

Keine Zeit zum Zahlungsausfall.
Nachdem auch das Repräsentantenhaus der Anhebung der Schuldengrenze zugestimmt und US-Präsident Biden seine Signatur gesetzt hat, ist die Finanzierung der US-Regierung bis Anfang Dezember sichergestellt. Bis dahin müssen sich die Flügel der Demokraten auf ein ambitioniertes Gesetzespaket einigen. Auch in dieser Saga dürfen wir also mit einer actiongeladenen Fortsetzung rechnen.
Berichtssaison mit gelungenem Auftakt.

Die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal werden allmählich veröffentlicht. Die bislang vorgelegten Zahlen fielen dabei überwiegend sehr gut aus. Obwohl Analysten im Laufe des dritten Quartals die Erwartungen immer wieder erhöht haben, konnten die meisten Unternehmen dennoch positiv überraschen. Von den 500 Unternehmen im S&P 500 Index haben bislang 35 Ergebnisse präsentiert. Nach Zahlen von Refinitiv haben dabei 29 positiv überrascht und nur sechs die Erwartungen nicht erfüllt. Aus dem europäischen Stoxx 600 haben bislang nur sechs Unternehmen ihre Gewinne bekanntgegeben, hiervon haben vier positiv überrascht und lediglich zwei negativ.


 

Wochenausblick: 11. Oktober - Inflationsdaten und Stimmungsumfragen

Das Thema Inflation lässt Wirtschaft und Märkte nicht los. Durch die extremen Energiepreisanstiege im September haben die Teuerungen sogar an Brisanz gewonnen. Umso gespannter warten die Märkte diese Woche auf die Inflationsdaten aus den USA und China.

Darüber hinaus werden die ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland sowie der Konsumklimaindex für die USA diese Woche zeigen, wie sich die Stimmung unter Investoren und Konsumenten entwickelt hat.

Was diese Woche wichtig wird

Montag - US-Politik steht weiter unter Beobachtung

Nachdem vergangene Woche der US-Senat die Anhebung der Schuldengrenze um 480 Mrd. US-Dollar beschlossen hat, muss diese Woche noch das Repräsentantenhaus zustimmen. Hiermit ist fest zu rechnen, denn andernfalls droht nächste Woche der Zahlungsausfall der USA.

Doch auch die zusätzlichen 480 Mrd. sind schnell ausgegeben. Bis Dezember müssen sich die Demokraten daher intern auf ein Gesamtpaket einigen, das die Schuldengrenze erhöht, den Staatshaushalt für das laufende Fiskaljahr festlegt sowie das geplante Infrastruktur- und das Sozialausgaben-Gesetz enthält.

Dienstag - Stimmungsbarometer deutscher Investoren
Die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexperten, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich erhebt, waren im September deutlich zurückgegangen.

Zwar lag dies zum Teil schlicht daran, dass sich die Wirtschaft bereits weitgehend von der Krise erholt hat, doch auch die Delta-Variante, die US-Schuldengrenze sowie die Lieferengpässe belasten die Aussichten.

Wegen der Verbesserung zumindest bei den ersten beiden genannten Problemen könnte der ZEW-Indikator im Oktober wieder gestiegen sein.

Mittwoch - Ist die US-Inflation weiter gesunken?
Die Inflationsrate in den USA scheint im Juni ihren Hochpunkt bei 5,4 % erreicht zu haben, nach jüngsten Daten für August ist sie immerhin leicht auf 5,3 % gesunken. Im September könnte die Rate leicht weiter zurückgegangen sein, angesichts der gestiegenen Energiepreise ist aber ein abermaliger Anstieg wahrscheinlicher.

Die Höhe der Preisanstiege ist auch für die nächste geldpolitische Entscheidung der Zentralbank Fed Anfang November von großer Bedeutung. In der letzten Sitzung im September signalisierten die Währungshüter eine baldige Rückführung der Anleihekäufe von derzeit 120 Mrd. US-Dollar pro Monat. Genauere Einblicke in die dahintersteckenden Überlegungen wird das Protokoll der letzten Sitzung geben, welches ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wird.

Donnerstag - Chinas unspektakuläre Inflation?
Im Kontrast zu den Schlagzeilen, die die Inflationsraten im Westen verursachen, muten Chinas Daten fast langweilig an. Im August lag die Verbraucherpreisinflation bei lediglich 0,8 %. Doch bei der Preissetzung im Reich der Mitte hat oftmals auch die Staatsführung ein Wörtchen mitzureden. Die niedrige Verbraucherpreisinflation täuscht daher über den zugrunde liegenden Kostendruck hinweg.

Die ebenfalls am Donnerstag anstehende Meldung der Erzeugerpreisinflation lag zuletzt im August bei 9,5 % und dürfte im September über die Marke von 10 % gestiegen sein.

Freitag - US-Konsumausgaben bleiben trotz schlechter Stimmung hoch
Die monatliche Umfrage der Universität Michigan hat für August und September einen empfindlichen Einbruch beim Verbrauchervertrauen in den USA ergeben. Angesichts der hohen Unsicherheit, die in Washington rund um die US-Schuldengrenze und einen möglichen Regierungsstillstand erzeugt worden ist, dürfte der Stimmungsindex der Uni Michigan auch im Oktober auf niedrigem Niveau verharren.

Bislang hatte der Vertrauenseinbruch aber kaum Folgen für die Konsumnachfrage. So sanken die Einzelhandelsumsätze im August nur um 0,2 % ggü. Juli. Für die am Freitag anstehenden September-Zahlen erwarten Analysten sogar einen leichten Anstieg der Umsätze in den Geschäften.
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