Die Zeit ist jetzt.


Dr. Friederike Critzmann
Niedergelassene Hautärztin, Berlin


Ich bin seit vielen Jahren als niedergelassene Dermatologin in Berlin tätig – und damit sehr glücklich. Nach meiner Zeit als Assistenzärztin hatte ich mich relativ schnell selbständig gemacht. Heute teile ich mir meine Praxis mit einer Kollegin. Mein Anspruch ist es, stets genug Zeit für mich und die Familie zu haben. Die Frage, die für mich seit jeher im Raum stand, war also: Wie schaffe ich es Leben, Praxis und Selbstentfaltung unter einen Hut zu bringen?

Es kommt darauf an, dass man sich gut versteht – man ist sich ja nicht immer einig

Daher war für mich eine Gemeinschaftspraxis die beste Option, sie bietet verschiedenste Vorteile. So lastet zum Beispiel nicht die gesamte Verantwortung auf den eigenen Schultern, man teilt sich die Sorgen. Dabei kommt es ganz besonders darauf an, dass man sich im Team gut versteht – man ist sich ja nicht immer einig. Auch bei finanziellen Themen gibt es unterschiedliche Vorstellungen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Fähigkeiten aller Teammitglieder gut ergänzen. Eine Partei gleicht die Schwächen der anderen aus. Bei meiner Kollegin und mir hat das immer sehr gut funktioniert. Ich kann mir aber vorstellen, dass solche Differenzen oft der Grund sind, warum Gemeinschaftspraxen nicht längerfristig bestehen bleiben. Zudem gilt es, sein eigenes Geld zu verwalten und gemeinsam mit dem Kollegen oder der Kollegin wirtschaftlich zu handeln. In einem medizinischen Versorgungszentrum ist das grundsätzlich anders.
Hautaertzin Friederike Critzmann ganz privat

Vor allem jungen Ärzten und Ärztinnen fällt es etwas schwerer, unternehmerisch zu denken

Ich habe auch den Eindruck, dass es vor allem jungen Ärzten und Ärztinnen etwas schwerer fällt, unternehmerisch zu denken. Es wirkt manchmal fast so, als würden Mediziner und Medizinerinnen immer ängstlicher werden. Niemand möchte Risiken auf sich nehmen – und so erscheint eine Festanstellung oft als die bessere Option. Dabei ist das "Risiko" einer eigenen Praxis gut planbar. Mit einem Sitz bei einer kassenärztlichen Vereinigung sind die Kreditdauer und das, was am Ende des Tages für einen übrig bleibt, genau berechenbar. Es gibt also weniger Unsicherheiten als vermutet.

Praxis oder Zeit mit der Familie? Besser beides

Als ich damals als junge Ärztin in der Klinik gearbeitet hatte, hatte ich den Alltag unter Kontrolle. Mit der Geburt meines zweiten Kindes wurde für mich allerdings klar, dass ich aus diesem "Hamsterrad" ausbrechen muss. Praxis oder Zeit mit der Familie? Besser beides. Wie es das Leben so will, entscheidet nicht selten der Zufall. Ich habe mal eine Kollegin vertreten, die mich schließlich dazu brachte, nach einem eigenen KV-Sitz zu suchen. Von dort aus stolperte ich mehr oder weniger in die Selbständigkeit.
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Das zweite Standbein meiner Vorsorge ist meine Praxis. Ich frage mich, ob das ausreicht?

Heute bin ich unglaublich froh über diesen Schritt. Mit Blick in die Zukunft denke ich jetzt zunehmend über das Thema Vorsorge und Vermögen nach. Was das betrifft, bin ich eher konservativ. Wir haben uns ein Haus gekauft, in dem wir auch wohnen.

Das zweite Standbein meiner Vorsorge ist meine Praxis. Dennoch frage ich mich, ob das ausreicht. In meinem Beruf bin ich immer auf dem neusten Stand und weiß, was zu tun ist. Beim Thema Vorsorge und Finanzen allerdings fühle ich mich längst nicht so sicher. Das ist etwas, was ich in der nahen Zukunft konkret angehen möchte.

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