Die Zeit ist jetzt.


Prof. Dr. Michael Naumann
Niedergelassener Zahnarzt, Potsdam

Ich komme aus einer Zahnarztfamilie, mein Vater besaß eine eigene Praxis. Man könnte also sagen, ich bin vorgeprägt – nicht nur, was die Berufswahl angeht, hier war bereits vor dem Abi schon das meiste klar. Sondern auch, wie es ist, eine eigene Praxis zu führen. Während meiner Promotion gleich nach dem Studium habe ich allerdings gemerkt, wie sehr mich das wissenschaftliche Arbeiten an der Universität interessiert. Ich bekam eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter erst in der Vorklinik, dann ein Jahr später in der Klink und ich merkte wie glücklich ich mit Forschung und Lehre war. Der Wunsch nach einer eigenen Praxis geriet da schnell ins Hintertreffen. Und so startete ich meine Karriere an der Universität.

Ich wurde zu Schritten gezwungen, die ich sonst nicht gewagt hätte

Die Freude und Befriedigung in der Ausbildung junger Studierender hielt einige Jahre an. Meine wissenschaftliche Arbeit war erfolgreich. Doch dann setzte ab einem bestimmten Punkt Ernüchterung und Frust ein. Der behäbige universitäre Betrieb sowie die Organisation von Projekten und Planungen gestalteten sich immer mühsamer. Am Ende war es die fehlende Unabhängigkeit, die mich dazu brachte, mich mit dem Thema Existenzgründung auseinanderzusetzen und über eine eigene Praxis nachzudenken.

Die Perspektive, der "ewige Oberarzt" zu sein, tat sein Übriges und führte dazu, dass ich gesagt habe: Das war’s! Eine Reihe glücklicher – oder besser gesagt unglücklicher – Zufälle waren dafür verantwortlich, dass ich die Schritte in die Selbständigkeit gewagt habe und mein Beamtenverhältnis aufgab. Es haben nicht alle verstanden.
Zahnarzt Michael Naumann in seinem Wohnraum

Ich hatte Angst vor meinen eigenen Grenzen

Die richtige Zeit, der richtige Ort und die richtigen Leute, die einen unterstützen: Wenn alles zusammenkommt, sind das die besten Chancen, um etwas Eigenes aufzubauen. So jedenfalls war es bei mir. Ich konnte meine heutige Praxis als Alterspraxis übernehmen und alles nach meinen Wünschen organisieren und umstrukturieren. Ich hatte aber auch Angst – vor den auf mich zukommenden Pflichten, den neuen Aufgaben und meinen eigenen Grenzen. Ich musste im Prinzip auf Basis der bestehenden letztlich eine neue Praxis aufbauen und Verantwortung für Patienten und Personal übernehmen.

Auch gibt es bei Medizinern und Medizinerinnen durchaus diese Abscheu vor Zahlen und eine gewisse Angst vor Krediten, Verbindlichkeiten und Existenzgründungsfinanzierung. Als Zahnarzt will ich doch eigentlich nur bohren! An einem bestimmten Punkt habe ich erkannt, dass Zahlen nun einmal dazu gehören und dass es auch Spaß machen kann, betriebswirtschaftlich zu denken und zu handeln. Das Wissen dazu habe ich mir in vielen Seminaren selbst angeeignet und würde es jederzeit empfehlen!
Zahnarzt schmiedet Plaene

Unabhängigkeit ist alles für mich

Ich hatte immer großen Respekt vor den finanziellen Aspekten unseres Berufs. Trotzdem habe ich mich immer nach Flexibilität gesehnt. Ich will von nichts und niemandem abhängig sein. Ich hatte auch nie den Wunsch und das Bedürfnis, mich festzulegen. Unabhängigkeit ist alles für mich. So kann ich zum Wohle meiner Patienten und Patientinnen das Optimum aus mir herausholen.

Was ist Ihnen wichtig in Ihrem Leben?

Was immer Sie bewegt, sprechen Sie mit uns. Die Zeit ist jetzt.