Die ESG-Strategie der apoVV KLASSIK zielt bei der Portfoliozusammenstellung darauf ab, mithilfe von Ausschlusskriterien einerseits die Artikel-8-Konformität gemäß EU-Offenlegungsverordnung zu erfüllen und andererseits wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren abzumildern. Die häufig verwendete englische Bezeichnung für die EU-Offenlegungsverordnung lautet Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR). Anstelle wesentlicher nachteiliger Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren wird der englische Begriff Principal Adverse Impacts (PAI) verwendet.
Die ESG-Strategie der apoVV KLASSIK basiert auf nachprüfbaren Kriterien, die durch einen datengetriebenen Prozess kontinuierlich überwacht werden und messbar sind. Als Datenbasis nutzen wir den Datenanbieter Morningstar Sustainalytics.
1. Artikel-8-Konformität
Um die Artikel-8-Konformität gemäß der EU-Offenlegungsverordnung zu erfüllen, muss die ESG-Strategie zwei Kriterien berücksichtigen, die von allen Unternehmen erfüllt werden müssen:
Zum einen müssen sowohl ökologische als auch soziale Merkmale berücksichtigt werden. Um diese zu bewerten, werden Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung herangezogen und zu einem ESG Risk Score zusammengeführt. Die Umsetzung erfolgt, indem die apoVV KLASSIK jene Unternehmen ausschließt, die einen ESG Risk Score von ≥ 30 haben, also ein hohes bzw. sehr hohes ESG-Risiko aufweisen.
Zum anderen muss das Kriterium der guten Unternehmensführung berücksichtigt werden. Damit werden alle Unternehmen ausgeschlossen, die einen ESG Risk Score von ≥ 30 haben, die gegen die 10 Prinzipien des Globalen Pakt der Vereinten Nationen verstoßen und ein Controversy-Rating von ≥ 5 aufweisen, also in sehr schwerwiegenden Kontroversen involviert sind. Die englische Bezeichnung für die 10 Prinzipien des Globalen Pakts der Vereinten Nationen lautet UN Global Compact (UNGC).
ESG Risk Score in der Übersicht
Der ESG Risk Score von Sustainalytics wird auf einer numerischen Skala von 0 bis 100 dargestellt, wobei 0 ein sehr geringes ESG-Risiko bedeutet und 100 für ein sehr hohes ESG-Risiko steht.
Der Datenanbieter teilt die Werte in fünf Risikokategorien ein:
Vernachlässigbar: 0 – 9,9
Niedrig: 10 – 19,9
Mittel: 20 – 29,9
Hoch: 30 – 39,9
Sehr hoch: ≥ 40
Controversy Rating in der Übersicht
Sustainalytics definiert eine Kontroverse als ein Ereignis oder eine Aggregation von Ereignissen, die aus negativen Vorfällen eines Unternehmens entstehen und zu Auswirkungen auf ESG-Kriterien führen bzw. entsprechende Risiken verursachen. Typische Beispiele für solche Kontroversen sind: Umweltverschmutzung, Arbeitsbedingungen oder Datenschutzverletzungen.
Das Controversy Rating von Sustainalytics wird auf einer fünfstufigen Skala dargestellt:
0: Keine bekannten ESG-Kontroversen
1: Geringfügige Kontroversen ohne wesentliche Auswirkungen
2: Moderate Kontroversen mit begrenzten Auswirkungen
3: Signifikante Kontroversen mit spürbaren Auswirkungen
4: Schwere Kontroversen mit erheblichen Auswirkungen
5: Sehr schwerwiegende Kontroversen mit massiven Auswirkungen
2. Reduzierung wesentlicher nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen (PAI)
Zur Reduzierung wesentlicher nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen (PAI) werden für alle Unternehmen diese Ausschlusskriterien angewendet:
Es erfolgen keine Investitionen in Unternehmen, die:
• an der Herstellung geächteter Waffen beteiligt sind
• mehr als 5 % Umsatz mit der Herstellung von Tabakprodukten generieren
• über 30 % Umsatz aus dem Abbau/Vertrieb von thermischer Kohle erzielen
Darüber hinaus werden Investitionen in Unternehmen mit der höchsten CO2-Intensität aus dem Anlageuniversum vermieden. Die Messung erfolgt durch den Datenpunkt „Carbon Intensity Scope 1, 2 & 3 Perzentil“. Er ordnet die Emissionsintensität eines Unternehmens relativ zu seinem Anlageuniversum ein. Der Datenpunkt zeigt, welchen Rang das Unternehmen basierend auf seinen gesamten Treibhausgasemissionen (Scope 1-3) im Vergleich zum Anlageuniversum einnimmt. Ein niedriger Perzentilwert signalisiert eine vergleichsweise geringe und ein hoher Wert eine überdurchschnittlich hohe Emissionsintensität; die Skala reicht von 0 – 100. Die schlechtesten 5 % des Anlageuniversums, also Perzentil 95 und höher, werden ausgeschlossen.
Für Staatsanleihen
Die Überprüfung von Staatsanleihen erfolgt, indem die apoVV KLASSIK jene Staatsemittenten ausschließt, die einen Country Risk Score von ≥ 30 haben, also ein hohes bzw. sehr hohes ESG-Risiko aufweisen.
Country Risk Score in der Übersicht
Der Country Risk Score von Sustainalytics wird auf einer numerischen Skala von 0 bis 100 dargestellt, wobei 0 ein sehr geringes ESG-Risiko bedeutet und 100 für ein sehr hohes ESG-Risiko steht.
Der Datenanbieter teilt die Werte in fünf Risikokategorien ein:
Vernachlässigbar: 0 – 9,9
Niedrig: 10 – 19,9
Mittel: 20 – 29,9
Hoch: 30 – 39,9
Sehr hoch: ≥ 40
Für ETFs/Fonds
- Es erfolgen Investitionen in ETFs/Fonds, die im ESG-Zielmarktkonzept* der Deutschen Kreditwirtschaft und des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) nach MiFID II in der Kategorie R (vollständige ESG-Strategie mit Mindestausschlüssen), U (Berücksichtigung von PAI), S (kombinierte Merkmale) oder V (ohne enge ESG-Kriterien) eingeordnet sind. Die Daten werden von Morningstar bereitgestellt.
- Wenn eine abweichende ESG-Zielmarkteinordnung vorliegt, kann (a) anhand einer Fonds-Durchschau oder (b) anhand der jeweiligen Fondsdokumente geprüft werden, ob die unter Punkt 2 (Reduzierung PAI) aufgeführten Mindestausschlusskriterien eingehalten werden.
- Sollten keine Daten zur ESG-Zielmarkteinordnung vorliegen, kann der Nachweis über die entsprechende Klassifizierung alternativ auch direkt vom Produktanbieter schriftlich eingeholt werden.
- Zudem werden Investitionen in ETFs/Fonds mit der höchsten CO2-Intensität aus der jeweiligen Peergroup vermieden. Die schlechtesten 5 % des Anlageuniversums, also Perzentil 95 und höher, werden ausgeschlossen. Die Daten werden von Morningstar bereitgestellt.
- Ein Staatsanleihen-ETF/Fonds wird ausgeschlossen, wenn er Investitionen in Staatsemittenten mit schwerwiegenden Verstößen gegen Demokratie- und Menschenrechte nicht ausschließt. Der Nachweis des Ausschlusses erfolgt (a) über eine entsprechende Regelung in den Fondsdokumenten oder (b) sofern der Fonds einen von Morningstar bereitgestellten Sovereign Sustainability Score von < 30 aufweist.
Sovereign Sustainability Score in der Übersicht
Der Sovereign Sustainability Score von Sustainalytics wird auf einer numerischen Skala von 0 bis 100 dargestellt, wobei 0 ein sehr geringes ESG-Risiko bedeutet und 100 für ein sehr hohes ESG-Risiko steht.
Der Datenanbieter teilt die Werte in fünf Risikokategorien ein:
Vernachlässigbar: 0 – 9,9
Niedrig: 10 – 19,9
Mittel: 20 – 29,9
Hoch: 30 – 39,9
Sehr hoch: ≥ 40
Für Derivate/Zertifikate
In Bezug auf Derivate und Zertifikate werden keine ESG-Kriterien angewendet.
Spezielle Anforderungen für Gold-ETCs
Gold-ETCs müssen ausschließlich Goldbarren halten, die den Vorgaben der LBMA Responsible Gold Guidance entsprechen. Diese Richtlinie stellt sicher, dass Gold nicht zu Menschenrechtsverletzungen, Konfliktfinanzierung, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung beiträgt. Sie sieht jährliche unabhängige Prüfungen vor, mit der Möglichkeit zusätzlicher anlassbezogener Sonderprüfungen.
Regulatorische Einordnung
Die apoVV KLASSIK ist als Artikel‑8‑Produkt gemäß EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) klassifiziert und im ESG-Zielmarktkonzept R eingeordnet.
* Das ESG-Zielmarkkonzept ist ein gemeinsamer Mindeststandard der Deutschen Kreditwirtschaft und des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI). Der Buchstabe „R“ bedeutet, dass das Produkt spezifische ESG-Merkmale gemäß den SFDR- und Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) Kriterien aufweist. Basierend hierauf berücksichtigt die apoVV KLASSIK sowohl ökologische als auch soziale Merkmale, strebt aber keine nachhaltigen Investitionen an.
Die apoBank ist Unterzeichner der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit, ESG-Kriterien systematisch in Anlageprozesse zu integrieren.
Zudem ist die apoBank Mitglied des UN Global Compact (UNGC), der weltweit größten Initiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung
Weiterführende Informationen