Die ESG-Strategie der apoVV FUTURE zielt bei der Portfoliozusammenstellung darauf ab, mithilfe von Ausschlusskriterien einerseits die Artikel-8-Konformität gemäß EU-Offenlegungsverordnung zu erfüllen und andererseits wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren abzumildern. Die häufig verwendete englische Bezeichnung für die EU-Offenlegungsverordnung lautet Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR). Anstelle wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren wird der englische Begriff Principal Adverse Impacts (PAI) verwendet.
Es wird ein Best-In-Class-Ansatz verfolgt, der gewährleistet, dass die selektierten Unternehmen, bezogen auf ihren ESG Risk Score, zu den besten 50 % ihrer Branche gehören. ESG Risk Score umfasst Risiken, die aus aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Umwelt (Environmental = E), Soziales (Social = S) und guter Unternehmensführung (Governance = G) resultieren.
Bei den selektierten Unternehmen wird darauf geachtet, dass diese möglichst einen Beitrag auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene zu einem oder mehreren der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen auf leisten. Diese werden auf Deutsch als „17 Ziele für nachhaltige Entwicklung“ bezeichnet.
Die ESG-Strategie der apoVV FUTURE basiert auf nachprüfbaren Kriterien, die durch einen datengetriebenen Prozess kontinuierlich überwacht werden und messbar sind. Als Datenbasis nutzen wir den Datenanbieter Morningstar Sustainalytics.
Das Besondere: Das Portfoliomanagement der apoVV FUTURE wird von renommierten Fachleuten beraten, die unabhängig tätig sind. Dieser Nachhaltigkeits-Expertenzirkel prüft und bewertet aktuelle ESG-Entwicklungen und unterstützt das Portfoliomanagement bei der Integration dieser Themen in die Anlagestrategie.
1. Artikel-8-Konformität
Um die Artikel-8-Konformität gemäß der EU-Offenlegungsverordnung zu erfüllen, muss die ESG-Strategie
zwei Kriterien berücksichtigen, die von allen Unternehmen erfüllt werden müssen:
- Zum einen müssen sowohl ökologische als auch soziale Merkmale berücksichtigt werden. Um diese zu bewerten, werden Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung herangezogen und zu einem ESG Risk Score zusammengeführt. Die Umsetzung erfolgt, indem die apoVV FUTURE jene Unternehmen ausschließt, die einen ESG Risk Score von ≥ 30 haben, also ein hohes bzw. sehr hohes ESG-Risiko aufweisen.
- Zum anderen muss das Kriterium der guten Unternehmensführung berücksichtigt werden. Damit werden alle Unternehmen ausgeschlossen, die einen ESG Risk Score von ≥ 30 haben, die gegen die 10 Prinzipien des Globalen Pakt der Vereinten Nationen verstoßen und ein Controversy-Rating von = 5 aufweisen, also in sehr schwerwiegenden Kontroversen involviert sind. Die englische Bezeichnung für die 10 Prinzipien des Globalen Pakts der Vereinten Nationen lautet UN Global Compact (UNGC).
ESG Risk Score in der Übersicht
Der ESG Risk Score von Sustainalytics wird auf einer numerischen Skala von 0 bis 100 dargestellt, wobei 0 ein sehr geringes ESG-Risiko bedeutet und 100 für ein sehr hohes ESG-Risiko steht.
Der Datenanbieter teilt die Werte in fünf Risikokategorien ein:
Vernachlässigbar: 0 – 9,9
Niedrig: 10 – 19,9
Mittel: 20 – 29,9
Hoch: 30 – 39,9
Sehr hoch: ≥ 40
Controversy Rating in der Übersicht
Sustainalytics definiert eine Kontroverse als ein Ereignis oder eine Aggregation von Ereignissen, die aus negativen Vorfällen eines Unternehmens entstehen und zu Auswirkungen auf ESG-Kriterien führen bzw. entsprechende Risiken verursachen. Typische Beispiele für solche Kontroversen sind: Umweltverschmutzung, Arbeitsbedingungen oder Datenschutzverletzungen.
Das Controversy Rating von Sustainalytics wird auf einer fünfstufigen Skala dargestellt:
0: Keine bekannten ESG-Kontroversen
1: Geringfügige Kontroversen ohne wesentliche Auswirkungen
2: Moderate Kontroversen mit begrenzten Auswirkungen
3: Signifikante Kontroversen mit spürbaren Auswirkungen
4: Schwere Kontroversen mit erheblichen Auswirkungen
5: Sehr schwerwiegende Kontroversen mit massiven Auswirkungen
2. Reduzierung wesentlicher nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen (PAI)
Zur Reduzierung wesentlicher nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen (PAI) werden für alle Unternehmen diese Ausschlusskriterien angewendet:
Es erfolgen keine Investitionen in Unternehmen, die:
• an der Herstellung kontroverser Waffen beteiligt sind
• an der Herstellung von Rüstungsgütern beteiligt sind
• an der Herstellung von Tabakprodukten beteiligt sind
• an der Förderung von thermischer Kohle beteiligt sind
• 50 % oder mehr ihres Umsatzes aus der Kohleverstromung erzielen
• 10 % oder mehr ihres Umsatzes aus der Öl- und Gasförderung erzielen
• 50 % oder mehr ihres Umsatzes aus der Öl- und Gasverstromung erzielen
Darüber hinaus werden Investitionen in Unternehmen mit der höchsten CO2-Intensität aus dem Anlageuniversum vermieden. Die Messung erfolgt durch den Datenpunkt „Carbon Intensity Scope 1, 2 & 3 Perzentil“. Er ordnet die Emissionsintensität eines Unternehmens relativ zu seinem Anlageuniversum ein. Der Datenpunkt zeigt, welchen Rang das Unternehmen basierend auf seinen gesamten Treibhausgasemissionen (Scope 1-3) im Vergleich zum Anlageuniversum einnimmt. Ein niedriger Perzentilwert signalisiert eine vergleichsweise geringe und ein hoher Wert eine überdurchschnittlich hohe Emissionsintensität; die Skala reicht von 0 – 100. Die schlechtesten 5 % des Anlageuniversum, also Perzentil 95 und höher, werden ausgeschlossen.
3. Best-In-Class-Ansatz
Weiterhin erfolgt ein sogenannter Best-In-Class-Ansatz, bei dem die Frage beantwortet wird, wie gut bzw. schlecht ein Unternehmen in Bezug auf sein ESG-Risiko innerhalb seiner Branche abschneidet. Die Messung erfolgt über den Datenpunkt „ESG Risk Score Subindustry Perzentil“. Er ordnet das ESG-Risiko eines Unternehmens relativ zu seiner Branche ein. Ein niedriger Perzentilwert signalisiert ein vergleichsweise niedriges und ein hoher Wert ein sehr hohes ESG-Risiko; die Skala reicht von 0 – 100. Die apoVV FUTURE investiert in die besten 50% einer Branche, also bis Perzentil 50.
ESG Risk Score vs. ESG Risk Score Subindustry
Der ESG Risk Score misst das absolute ESG-Risiko eines Unternehmens. Dieser Score ist branchenübergreifend vergleichbar und dient als zentrale Kennzahl für die Gesamtbewertung eines Unternehmens.
Der ESG Risk Score Subindustry hingegen ordnet diesen Wert relativ zur jeweiligen Branche ein und zeigt, wie ein Unternehmen im Vergleich zu seinen direkten Wettbewerbern abschneidet. Dadurch wird berücksichtigt, dass ESG-Risiken je nach Branche stark variieren.
Während der ESG Risk Score also die absolute Risikohöhe angibt, beschreibt der Subindustry-Score die relative Position innerhalb einer Branche.
4. Beachtung von SDGs
Das Portfoliomanagement der apoVV FUTURE setzt darauf, Unternehmen zu identifizieren, die Renditepotenziale aufweisen und zugleich einen Beitrag zu einem oder mehreren SDGs leisten können. Die Berücksichtigung von SDG‑Beiträgen stellt ein zusätzliches Selektionskriterium dar, ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für eine Investition. Auf diese Weise soll ein diversifiziertes Portfolio entstehen, das sowohl Renditepotenziale als auch positive gesellschaftliche Impulse berücksichtigt.
5. Unabhängige Beratung durch den Nachhaltigkeits-Expertenzirkel
Insbesondere bei der apoVV FUTURE legen wir Wert darauf, die aktuellen Entwicklungen zu ESG-Aspekten
unabhängig und kritisch zu betrachten. Deshalb unterstützen uns bankfremde Expertinnen und Experten, die sich auf unterschiedlichen Ebenen intensiv mit den Themen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung beschäftigen.
Dieser Nachhaltigkeits-Expertenzirkel unterstützt uns dabei, den ESG-Prozess kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Das Gremium aus Fachleuten hat eine ausschließlich impulsgebende Rolle und ersetzt keine externe Prüfung oder Zertifizierung.
Erfahren Sie hier mehr über die Mitglieder unseres Expertenzirkels.
6. Regulatorische Einordnung
Die apoVV FUTURE ist als Artikel‑8‑Produkt gemäß EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) klassifiziert und im ESG-Zielmarktkonzept R eingeordnet.
Das ESG-Zielmarkkonzept ist ein gemeinsamer Mindeststandard der Deutschen Kreditwirtschaft und des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI). Der Buchstabe „R“ bedeutet, dass das Produkt spezifische ESG-Merkmale gemäß den SFDR- und Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) Kriterien aufweist. Basierend hierauf berücksichtigt die apoVV FUTURE sowohl ökologische als auch soziale Merkmale, strebt aber keine nachhaltigen Investitionen an.
Die apoBank ist Unterzeichner der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit, ESG-Kriterien systematisch in Anlageprozesse zu integrieren.
Zudem ist die apoBank Mitglied des UN Global Compact (UNGC), der weltweit größten Initiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
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