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Investmentsteuerreform 2018


Was Anleger und Sparer wissen sollten

Die Investmentsteuerreform hat seit 01.01.2018 viele Änderungen mit sich gebracht. Die gute Nachricht vorweg:

Eine der wesentlichen Änderungen der Investmentsteuerreform 2018 war die Einführung der Vorabpauschale. Diese Neuerung betrifft Investmentfonds, die keine oder nur geringe Ertragsauschüttungen vornehmen.

An dieser Stelle möchten wir Sie hierüber informieren.

Ansatz der Vorabpauschale zum 2.1.2020

Was Sie wissen müssen

Das Wichtigste für Sie
  1. Durch die Einführung der Vorabpauschale wird sich bezüglich der Höhe der Besteuerung für die meisten Anleger kein Unterschied ergeben.
  2. Steuern auf die Vorabpauschale fallen nur an, wenn im Vorjahr Gewinne erzielt wurden.
  3. Die depotführende Bank ermittelt automatisch alle erforderlichen Beträge und kümmert sich um die korrekte Abführung an das zuständige Finanzamt.
  4. Bereits bezahlte Steuern auf Vorabpauschalen werden bis zum Verkauf gespeichert, damit es nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt.
  5. Im Rahmen der Steuerabführung werden Freibeträge eines gültigen Freistellungauftrages berücksichtigt.



 

Unser Hinweis

Bitte denken Sie daran, Ihrer Depotbank einen Freistellungsauftrag zu erteilen. Solange der Sparerpauschbetrag von 801 Euro (1.602 Euro für Ehepaare) nicht ausgeschöpft ist, werden keine Steuern vom Girokonto eingezogen.

Bei Verkauf eines Fonds werden bereits gezahlte Steuern auf die Vorabpauschale für erzielte Verkaufsgewinne automatisch bei der Berechnung des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns angerechnet.

Sofern ein Kundenkonto bei der apoBank kein ausreichendes Guthaben bzw. keine ausreichende Kontokorrentkreditlinie für die Steuerbelastung aufweist, wird die apoBank die Steuerbuchung nicht ausführen. Stattdessen sind wir gesetzlich verpflichtet, eine Finanzamtsmeldung abzugeben.

Der Anleger kann einer Nutzung seines Kontokorrentkredites zur Begleichung der Steuerschuld durch die depotführende Stelle widersprechen, da hier Zinszahlungspflichten entstehen können. Dabei ist zu beachten, dass nicht der Abführung der Steuer an sich, sondern nur der Nutzung eines Kontokorrentkredites für die Steuerbelastung widersprochen werden kann.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Berater.

Grundsätzliche Erläuterungen zur Vorabpauschale


Was ist neu?
Die Vorabpauschale ist eine wesentliche Neuerung, die im Rahmen der Investmentsteuerreform eingeführt wurde und erstmalig Anfang 2019 für Anleger relevant wird. Der Gesetzgeber will damit bei nicht ausschüttenden (thesaurierenden) und teilausschüttenden Fonds sicherstellen, dass der Anleger einen Mindestertrag während der Haltedauer versteuert.

Zu Beginn 2019 wird geprüft, ob der Fonds in den vergangenen zwölf Monaten  einen wirtschaftlichen Gewinn, also eine Wertsteigerung, erzielt hat. Ist dies nicht der Fall, fällt auch keine Vorabpauschale an.

Hat der Fonds einen wirtschaftlichen Gewinn erzielt, wird der sogenannte Basisertrag errechnet. Der Basisertrag wird verglichen mit der Höhe der Ausschüttung. Ist der Basisertrag über der Ausschüttungssumme oder hat der Fonds sämtliche Erträge thesauriert, werden Steuern auf die errechnete Vorabpauschale anfallen. Denn in diesem Fall hat das Finanzamt zu wenig oder noch gar keine Steuern bekommen.

Die Rolle der apoBank
Die apoBank als depotführende Stelle ist für die Berechnung und Abführung der Kapitalertragssteuer auf die Vorabpauschale zuständig.
 

Berechnung der Vorabpauschale 2020

Wie berechnet sich die Vorabpauschale?
Berechnung der Vorabpauschale zum Jahresbeginn 2020:
Die Vorabpauschale ist die Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und der Ausschüttung (des letzten Kalenderjahres). Bei negativer Kursentwicklung des Fonds entfällt eine Vorabpauschale.

Vorabpauschale = Basisertrag - Ausschüttung

 
Ermittlung des Basisertrages
Der Basisertrag berechnet sich nach dem jährlichen Basiszins, multipliziert mit dem Rücknahmepreis der Fondsanteile zu Beginn des Kalenderjahres 2019. Dabei werden Werbungskosten für den Anleger durch einen auf 70% geminderten Basiszinssatzes berücksichtigt (Basisfaktor).

Basisertrag  70% des jährlichen Basiszinses x Rücknahmepreis

 
Festlegung des Basiszinses

Das Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht den maßgeblichen Zinssatz im Bundessteuerblatt. Dieser leitet sich aus der Durchschnittsverzinsung langfristiger deutscher Staatsanleihen ab und liegt für 2019 aktuell bei 0,52%.

Basiszins = Aktuell 0,52 % für 2019

 
Berechnung und Abführung der Abgeltungssteuer
Die obige ermittelte Vorabpauschale wird um den jeweiligen Teilfreistellungssatz (Verlinkung auf die Frage zur Teilfreistellung möglich)des Fonds reduziert und dann mit dem Abgeltungssteuersatz inkl. Solidaritätszuschlag (26,38%) multipliziert. Bei kirchensteuerpflichtigen Anlegern kommt noch die Kirchensteuer hinzu.

Am ersten Werktag des Jahres wird ein fiktiver Zufluss der Vorabpauschale an den Anleger angenommen und hierauf eine Kapitalertragsteuerbelastung durch die depotführende Stelle vorgenommen. Aus diesem Grunde wird dem Depot-Verrechnungskonto Mitte Januar ein unter Umständen fällig werdender Betrag belastet. Kunden selbst müssen im Falle einer Depotverwahrung in Deutschland hierfür nicht tätig werden.

Bereits während der Haltezeit versteuerte Vorabpauschalen werden bei der Ermittlung des Verkaufsgewinns automatisch berücksichtigt, damit es nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt.

 
Vereinfachtes Beispiel zur Berechnung von Vorabpauschale und Abgeltungssteuer:                                                                    
              
Annahmen: Aktienfonds mit 30% Teilfreistellung, Basiszins 0,52%, keine Fondsausschüttung, Sparerpauschbetrag ausgeschöpft
 

Wert des Aktienfondsanteils (01.01.2019): 10.000,00 Euro

Wert des Aktienfondsanteils (31.12.2019): 10.500,00 Euro
   
Wertsteigerung: 500,00 Euro


Vorabpauschale (10.000 x 0,0052 x 0,7): 36,40 Euro

Zu versteuernder Betrag nach 30 % Teilfreistellung:
25,48 Euro
Zu zahlende Abgeltungssteuer inkl. Solidaritätszuschlag: 6,72 Euro

Die wichtigsten Änderungen der Reform

  • In- und ausländische Fonds werden gleichbehandelt.
  • Teilfreistellung kompensiert neue Belastung des Fonds.
  • Vorabpauschale als moderate Mindestbesteuerung.
  • Übergangsregelung für vor dem 31.12.2008 erworbene Fondsanteile.

 

Was ist die Investmentsteuerreform?

Mit der Investmentsteuerreform verändert sich die alte Systematik der Besteuerung. Neu sind folgende Punkte:

  1. Deutsche und ausländische Fonds werden steuerlich gleichbehandelt
  2. Die Besteuerung von Anlegern wird vereinfacht.
  3. Privatanleger werden zukünftig weniger Aufwand bei der Steuererklärung haben.
 

Wichtig:

Die Investmentsteuerreform verfolgt nicht das Ziel, die Steuern zu erhöhen. Für die meisten Privatanleger ändert sich die Steuerbelastung unter dem Strich nicht und die Anlage in Investmentfonds bleibt weiterhin attraktiv.

Seit wann gilt die Investmentsteuerreform?

Zum 1. Januar 2018 sind die Änderungen zur Investmentsteuer in Kraft getreten.

Das Stichdatum: 1.01.2018 ist daher für die Besteuerung von Fondsanteilen wichtig.

Was passiert mit Fondsanteilen, die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden?

Wenn Sie Fondsanteile vor Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 gekauft haben, konnten Sie sich bisher darauf verlassen, bei Verkauf keine Steuern auf Gewinne zahlen zu müssen.

Dieser Bestandsschutz entfällt ab 1. Januar 2018. Das heißt: Gewinne, die bis zum 31.12.2017 aufgelaufen sind, bleiben steuerfrei.

Alle Gewinne, die ab 2018 anfallen, werden besteuert.


Freibetrag statt Altbestandsschutz

Für Privatanleger wird dieser Wegfall des Altbestandsschutzes durch einen Freibetrag von 100.000 € pro Person deutlich abgemildert. Dieser Freibetrag wird vom Finanzamt bei der Steuererklärung berücksichtigt. Der Freibetrag gilt je Anleger.

Somit können Ehegatten / eingetragene Lebenspartner mit Gemeinschaftsdepots über einen Freibetrag von 200.000 Euro verfügen.

Was passiert mit Fondsanteilen, die nach dem 01.01.2009 erworben wurden?

Wenn Sie Fondsanteile nach dem 01.01.2009 erworben haben, werden alle Fondsanteile fiktiv veräußert und gleichzeitig wieder neu angeschafft.

Der mögliche Veräußerungsgewinn wird nach altem Recht ermittelt, bis zum tatsächlichen Verkauf vorgehalten und erst dann der Abgeltungssteuer unterworfen!


Tipp

Über diese fiktiven Käufe und Verkäufe erhalten Sie Abrechnungen. Damit müssen Sie nichts weiter tun - bewahren Sie die Abrechnungen einfach bis zum tatsächlichen Verkauf auf. Die können für die Erstellung der Steuererklärung hilfreich sein.

Was bedeutet Teilfreistellung?

Aus der Angleichung in- und ausländischer Fonds ergibt sich zukünftig eine höhere Steuerbelastung auf Fondsebene. Als Ausgleich schafft der Gesetzgeber auf der Anlegerebene die so genannte Teilfreistellung.

Abhängig von der Fondsart werden nicht die gesamten Erträge versteuert, sondern die Investmenterträge zu einem bestimmten Prozentsatz von der Besteuerung freigestellt.

Die Höhe der Teilfreistellung (=Teilfreistellungsquote) ist abhängig von der Kapitalbeteiligungsquote des Fonds, die in den Anlagebedingungen der Investmentgesellschaft geregelt ist.

 

Hier ein Überblick der Teilfreistellungsquoten im Privatvermögen:

Für Mischfonds (mind. 25 % Aktienanteil): 15 %
Für Aktienfonds (mind. 50 % Aktienanteil): 30 %
Für inländischen Immobilienfonds: 60 %
Für ausländische Immobilienfonds: 80 %

Diese Quote kommt bei Ausschüttungen, Veräußerungsgewinnen und der Vorabpauschale zum Tragen.

Was ist die Vorabpauschale?

Durch die Vorabpauschale will der Gesetzgeber eine jährliche Mindestbesteuerung sicherstellen!

Künftig werden auch Fonds besteuert, die keine oder nur geringe Erträge ausschütten. Hierfür wird die Vorabpauschale eingeführt, die jedem Investmentfonds einen jährlichen zu versteuernden Mindestertrag unterstellt. Die Berechnung der Vorabpauschale orientiert sich daher an der Höhe einer risikolosen Marktverzinsung für öffentliche Anleihen.

Das sollten Sie noch wissen:
Die Vorabpauschale wird nur bei positiver Wertentwicklung des Fonds fällig und stellt die Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und der Ausschüttung dar. Sie gilt als jeweils zu ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen, erstmals am 02. Januar 2019. Der Freistellungsauftrag kann auf die Belastung der Vorabpauschale angewendet werden.


Fazit

  1. Anleger müssen künftig Liquidität für die Besteuerung der Vorabpauschale bereitstellen.
  2. Beim Verkauf werden die geleisteten Vorabpauschalen mit dem Gewinn verrechnet und damit eine Doppelbesteuerung vermieden.

Was bedeutet "fiktive Veräußerung meiner Fondsanteile zum 31.12."2017"?

Der Übergang vom alten zum neuen Investmentsteuerrecht wird durch eine Abschlussthesaurierung per 31.12.2017 und eine sogenannte Veräußerungsfiktion zum 31. Dezember 2017 erreicht. Was genau bedeutet das?

  • Sie erhalten über diese fiktiven Käufe und Verkäufe Abrechnungen.
  • Mit diesen Abrechnungen müssen Sie nichts weiter tun – wir empfehlen die Aufbewahrung bis zum tatsächlichen Verkauf. Diese Abrechnungen können für die Erstellung der Steuererklärung hilfreich sein.

     

Im ersten Schritt thesaurieren alle Fonds zum 31.12.2017 Ihre Erträge, die im Fondsvermögen erwirtschaftet wurden. Diese gelten zum 31.12.2017 als steuerlich zugeflossen. Somit können alle Fonds am 01.01.2018 auf der Ertragsseite bei 0,00 starten, auch wenn das Geschäftsjahr des Fonds vom Kalenderjahr abweicht.

Im zweiten Schritt gelten alle Anteile an Investmentfonds als am 31.12.2017 veräußert und am 01.Januar 2018 als neu angeschafft. Hierbei werden die Fondsanteile nicht real verkauft, es werden lediglich die letzten Rücknahmepreise des Jahres 2017 festgestellt und die Veräußerungstransaktion theoretisch durchgeführt. Hierdurch werden alle Gewinne oder Verluste nach altem Recht ermittelt und „eingefroren“.


Wichtig zu wissen

Die fiktive Veräußerung führt nicht zu einer sofortigen Besteuerung von Veräußerungsgewinnen oder –verlusten. Wertveränderungen des Investmentanteils oder Ausschüttungen ab dem Jahr 2018 sind für den fiktiven Veräußerungsgewinn unbeachtlich. Das bedeutet für Sie, dass der fiktiv ermittelte Gewinn erst bei einer tatsächlichen zukünftigen Veräußerung unter Anwendung der dann geltenden Steuersätze der Besteuerung unterworfen wird.

Wurden die Anteile vor dem Jahr 2009 erworben und sind dem Privatvermögen zuzuordnen, ist der fiktive Veräußerungsgewinn bei der tatsächlichen Veräußerung steuerfrei.


... und bei ausländischen Thesaurierungsfonds?

Insbesondere bei ausländischen Thesaurierungsfonds fordert das Finanzamt oft den Nachweis der Haltedauer. Dieser kann über die Abrechnung der fiktiven Veräußerung erbracht werden, nachdem die Papiere auch real verkauft wurden.

Erfahrungsgemäß kann die Veröffentlichung der Thesaurierungsdaten einige Zeit in Anspruch nehmen und eventuell erst nach Abrechnung der fiktiven Veräußerung erfolgen. Um steuerliche Nachteile für Sie zu vermeiden stornieren wir, soweit erforderlich, die Abrechnung und rechnen diese unter Berücksichtigung der endgültigen Daten neu ab.

Gleiches gilt bei einem realen Verkauf der Anteile Anfang 2018. In diesem Fall ist nur die letzte erstellte Abrechnung aufzuheben.

Was heißt "vorübergehender Ansatz der Ersatzbemessungsgrundlage"?

Der vorübergehender Ansatz der Ersatzbemessungsgrundlage kann bei Verkäufen am Jahresanfang 2018 herangezogen werden.

Was ist damit gemeint?
Die Einführung der Investmentsteuerreform erfordert eine fiktive Veräußerung der Fondsanteile per 31.12.2017 und die Neuanschaffung zum 01.01.2018.  

Wenn die Fondgesellschaften die hierfür erforderlichen Daten noch nicht mitgeteilt haben, - also die fiktiven Verkäufe / Käufe noch nicht abgerechnet wurden,- dann liegen bei einem Verkauf in 2018 zwangsläufig die Anschaffungsdaten per 01.01.2018 nicht vor. In diesem Fall wird die Ersatzbemessungsgrundlage herangezogen.   

Wie geht man vor?
Um die Ersatzbemessungsgrundlage zu berechnen, werden 30% des Veräußerungserlöses als Gewinn angenommen und mit Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und ggfs. Kirchensteuer belastet.

Sobald dann die Fondsgesellschaften die Daten des fiktiven Verkaufes übermittelt haben, wird der Ansatz der Bemessungsgrundlage korrigiert. Die bereits erfolgten Abrechnungen werden storniert und mit den korrekten Daten neu abgerechnet.

Infos auf einen Blick:


Die neuen Steuerregeln

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