„Nachhaltigkeit geht nicht schwarz-weiß“


Woran müssen Anleger denken, wenn sie nachhaltig investieren wollen?


Timo Steinbusch, Leiter der Vermögensverwaltung der apoBank und Lead-Portfoliomanager Clemens Berendt über Renditen und Risiken, den Schutz vor Greenwashing und die Kunst der Diversifikation.

Was haben die Anleger davon?


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Timo Steinbusch | Leiter der Vermögensverwaltung
Herr Steinbusch, Herr Berendt, die Vermögensverwaltung der apoBank ist gerade als „Top ESG-Angebot“ ausgezeichnet worden. Was haben die Anleger davon?

Steinbusch: Erstmal bestätigt das natürlich, dass unsere Philosophie die Richtige ist. Wir legen seit jeher viel Wert darauf, insbesondere das Rendite-Risiko-Verhältnis unserer Anlagelösungen auf Herz und Nieren zu prüfen. Umweltaspekte, soziale Faktoren und die Frage, welche Qualität die Unternehmensführung hat, spielen dabei schon immer eine Rolle – genau die Punkte also, die auch im Rahmen der ESG-Kriterien relevant sind.

Berendt: Zentral ist für uns, sie in unserem gesamten Investmentprozess zu berücksichtigen, nicht nur in einzelnen Produktklassen. Im Mittelpunkt unseres Anlageverständnisses steht dabei immer das Prinzip Diversifikation, um unsere Kunden keinen unnötigen Risiken auszusetzen. Außerdem verfolgen wir einen eigenen, sehr gründlichen Monitoring-Prozess, der anerkannte ESG-Scores etwa von Morningstar Sustainalytics mit unseren eigenen Kriterien kombiniert.

Anders als andere setzt die apoBank auf einen Best-in-Class-Ansatz


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Clemens Berendt | Lead-Portfoliomanager
Anders als manch anderer Anbieter setzt die apoBank auf einen Best-in-Class-Ansatz, Sie schließen also nur wenige Branchen in Gänze aus. Warum?

Steinbusch: Investitionen in kontroverse Waffen sind komplett tabu, außerdem haben wir strenge Limits für artverwandte Güter allgemein, die Tabakproduktion, aber auch fossile Energieträger festgelegt. Unternehmen, die Verstöße gegen die UN Global Compact begehen, schließen wir ebenso aus.

Darüber hinaus denken wir aber, dass ein Best-in-Class-Ansatz auch der Transformation der Wirtschaft insgesamt besser Rechnung trägt.

Berendt: Nehmen wir das Beispiel IT und Technologie, da gibt es große Anbieter, die in großen Teilen ihrer Wertschöpfungskette schon sehr nachhaltig aufgestellt sind. Wie die Rohstoffe etwa für Smartphones gewonnen werden, bleibt aber ein schwieriges Thema. Wie setzen sich IT-Hersteller dafür ein, die Bedingungen auch bei ihren Zulieferern zu verbessern? Handeln sie vorbildhaft innerhalb ihrer Branche? Das heißt für uns „Best in Class“ – und wir denken, dass man so als Investor die Transformation hin zum nachhaltigen Wirtschaften besser treiben kann als mit kategorischen Ausschlüssen.

Nachhaltigkeit in der aktuellen Weltlage?


Gerade in der aktuellen Weltlage können sich Nachhaltigkeits-Risiken auch schnell verschärfen…

Steinbusch: Das stimmt, umso wichtiger ist ein aktives Portfoliomanagement. Wir behalten zum Beispiel sorgfältig im Blick, wie sich die Regulierung entwickelt. Die Europäische Union hat sich mit dem EU- Aktionsplan Nachhaltige Finanzen und dem Taxonomie-Regelwerk ja sehr eindeutig positioniert, die Europäische Zentralbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geben ebenfalls Regeln vor. Das ist komplexe Materie, mit der wir uns intensiv auseinandersetzen.

Berendt: Wenn nach unserer Analyse eher Greenwashing betrieben, als wirklich nachhaltig agiert wird, gehen wir auch ins kritische Gespräch mit Fondsanbietern. In Firmen, die zum Beispiel Lebensmittel von zweifelhafter Qualität in Umlauf bringen oder für schlechte Arbeitsbedingungen bekannt sind, möchten wir weder direkt noch mittelbar investieren.

Entsprechen Positionen nicht mehr unseren Kriterien, bauen wir sie konsequent ab – so marktschonend wie möglich. Schwarz-Weiß-Denken ist dabei aber oft wenig hilfreich, Nachhaltigkeit ist ein Prozess.
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Top-ESG Angebot: die Vermögensverwaltung der apoBank


Wie weit ist dieser Prozess bei Ihnen gediehen, was sind die nächsten Schritte zu noch mehr Nachhaltigkeit im Portfoliomanagement?

Steinbusch: Wir haben als Bank ja ein klares Rahmenwerk fürs Wertpapiergeschäft aufgestellt, um ESG-Risiken in alle Investitions- und Anlageberatungsprozesse einzubeziehen. Dazu gehört auch, dass wir im Portfoliomanagement das Team zum Thema nachhaltiges Investieren kontinuierlich weiterbilden.

Außerdem wollen wir unseren Kunden demnächst noch mehr Transparenz bieten, etwa mit Hilfe regelmäßiger ESG-Reports.

Berendt: Und natürlich bauen wir unser Angebot an nachhaltigen Leistungen im Vermögensmanagement weiter aus. Die apo VV SMART etwa, unsere Vermögensverwaltung ab 50.000 Euro Mindestanlage, werden wir noch dieses Jahr komplett ESG-konform aufstellen.

Was empfehlen Sie?


Was würden Sie apoBank-Kunden empfehlen, die aktuell nachhaltig investieren möchten?

Steinbusch: Der Nachhaltigkeitsaspekt ist eindeutig in der Breite unserer Anlagelösungen implementiert, gleichzeitig ist das Thema sehr facettenreich und drittens kommt die individuelle Kundenperspektive hinzu.

Wir empfehlen immer den persönlichen Austausch mit unseren Vertriebsteams, um die passgenaue Vermögensverwaltungslösung gemeinsam zu ermitteln.
Informationen zur nachhaltigen Offenlegung der apobank finden Sie hier.

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Vermögensverwaltung geht auch nachhaltig

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Bei der apoVV SMART investieren wir Ihr Kapital in ausgewählte Produkte der weltweiten Aktien- und Anleihenmärkte. Dabei setzen wir insbesondere auf die so genannten Exchange-Traded Funds (ETFs). Bei deren Auswahl berücksichtigen wir ESG-Kriterien sowie negative Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit. ESG steht für Environment, Social und Governance und betrachtet ökologische und soziale Faktoren sowie die Unternehmensführung. Weiterhin bevorzugen wir eine niedrige CO2-Bilanz bei unseren ausgewählten ETFs. Zudem investieren wir nicht in kontroverse Waffen.

Mehr dazu hier.