Medizin im Depot

In Weltveränderer im Gesundheitsmarkt investieren


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Der Gesundheitsmarkt boomt, nicht erst seit Corona-Zeiten.

Wie können Privatanleger am besten von den stabilen Wachstumsperspektiven profitieren?

Kai Brüning, Senior Portfolio Manager bei apoAsset, über potenzielle Weltveränderer, zukünftige Quantensprünge und die Frage, wie man Glücksritter erkennt. 

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Herr Brüning, was unterscheidet Anlagen im Gesundheitsmarkt eigentlich von anderen Investments?

Obwohl ich den Begriff eigentlich nicht mag: Gesundheit ist ein Megatrend. Allein in den europäischen Gesellschaften liegt der Anteil der Gesundheitskosten am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt im Schnitt bei 10 Prozent, in den USA sind es 17 Prozent. Schwellenländer wie China oder Indien kommen auf fünf bis sechs Prozent, mit starker Tendenz nach oben. Der weltweite Gesundheitsmarkt, das zeigen die Indizes über Jahrzehnte, wächst in der Regel stärker und stetiger als der Gesamtmarkt. Wer erfolgreiche Gesundheits-Titel im Portfolio hat, erzielt eine höhere Rendite und senkt zugleich sein Risiko, das lässt sich empirisch belegen.
 

Corona hat das öffentliche Interesse an der Branche noch einmal deutlich verstärkt – was hat sich dadurch verändert?

Früher dachten viele bei Gesundheitsinvestments vor allem an Pharma- oder Biotech-Unternehmen. Jetzt durch Corona ist den meisten erst richtig bewusst geworden, wie viel Potenzial etwa in Digital Health steckt. Online-Arztbesuche mittels Teladoc oder Teleclinic seien hier stellvertretend genannt. Natürlich sehen wir auch Übertreibungen am Markt. Es gibt durchaus einige Unternehmen aus allen Bereichen, die meiner Ansicht nach überbewertet sind. Außerdem lockt so ein Boom natürlich auch Glücksritter-Firmen an, deren Geschäftsmodelle nicht wirklich tragfähig sind.
Wir haben langjährige Erfahrung im Team, verteilt auf verschiedene Subsektoren. Das hilft uns sehr, mithilfe der richtigen Fragen die Spreu vom Weizen zu unterscheiden.

Wie gehe ich als Anfänger denn am besten vor, wenn ich jetzt Gesundheits-Aktien investieren will?

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, auf einen Mix aus Teilbranchen zu setzen. Etwa ein Viertel Biotechnologie, je ein weiteres Viertel Medizintechnik, Pharmazeutika und Gesundheitsdienstleister – das ist die Strategie, die wir zum Beispiel mit dem globalen Fonds apo Medical Opportunities schon seit fünfzehn Jahren erfolgreich fahren. Die Basis bilden einige Big Player, ergänzt um kleinere, besonders innovationsstarke Unternehmen. Statt uns am weltweiten Aktienindex MSCI World Healthcare mit seinem starken Pharma-Schwerpunkt zu orientieren, wählen wir hier also sehr selektiv aus. Insgesamt sind etwa 150 bis 180 Unternehmen aus dem gesamten Spektrum des Gesundheitsmarkts vertreten, so sind Risiken und Chancen optimal verteilt.
Traditionell dominieren ja US-Unternehmen den Gesundheitssektor, wie sieht es mit anderen Weltregionen aus?

Die USA sind nach wie vor der weltweit größte Gesundheitsmarkt. Zudem ist es der größte Kapitalmarkt mit der am stärksten ausgeprägten Aktienkultur.

Derzeit gibt es zahlreiche Börsengänge dort. Wir haben uns inzwischen einen Namen gemacht und sind gut vernetzt, sodass wir auch als europäischer Investor Zugang zu amerikanischen Unternehmen haben und direkt mit Ihnen sprechen, Geschäftsmodelle, Strategien, Strukturen und Entwicklungen hinterfragen und bei Zuteilungen zum Zuge kommen. Aber Europa hat enorm aufgeholt, auch bei uns sind inzwischen eine Menge erstklassige Unternehmen am Kapitalmarkt. Gerade was die Medikamentenproduktion, medizinische Infrastruktur und Digital Health anbelangt, darf man Asien nicht vernachlässigen: Dort wird die Versorgung massiv ausgebaut, China zum Beispiel ist außerdem voll im Innovationsmodus.
Viel Potenzial für Effizienzgewinne durch die Digitalisierung: Ein hoher Anteil der Ausgaben fließt in administrative Prozesse.
Viel Potenzial für Effizienzgewinne durch die Digitalisierung: Ein hoher Anteil der Ausgaben fließt in administrative Prozesse.
Stichwort Digital Health: Worauf sollten Anleger achten, die sich speziell für diese Teilbranche interessieren?

Gerade hier fallen die regulatorischen Hürden Corona-bedingt im Rekordtempo. Das ist das Feld, auf dem die potenziellen Weltveränderer aktiv sind. Auch bei Digital Health kommt es auf einen flexiblen, internationalen Themenmix an. Unser apo Digital Health Aktienfonds deckt ein breites Spektrum ab, von Krankenhaus-IT und Künstlicher Intelligenz bis zu Telemedizin oder Gesundheitsservices auf mobilen Endgeräten. Inzwischen umfasst er etwa 60 kleine und große Unternehmen: den chinesischen Pharma-Onlinehändler Alibaba Health Information Technology zum Beispiel. Oder Teladoc, den US-Markführer in der Telemedizin. Die Branche nimmt außerdem zunehmend die Prävention ins Visier, nicht mehr nur die Behandlung von Krankheiten. Damit vervielfacht sich das Marktpotenzial, das wird ein riesiger Quantensprung.
In welchen Sektoren erwarten Sie denn noch besondere Durchbrüche in den nächsten Jahren?

Im Arzneimittelbereich zum Beispiel bei Immuntherapien, speziell in der Krebsbekämpfung. Robotergestützte, minimalinvasive Eingriffe sind hochspannend. Im Bereich der Diabetesbehandlung ist die Symbiose aus Gesundheit und Technologie am weitesten fortgeschritten. Vor allem bin ich sicher, dass die Digitalisierung die immensen Verwaltungs- und Prozesskosten im Gesundheitswesen massiv senken wird. Wenn die freiwerdenden Mittel stattdessen in Innovation reinvestiert oder in anderer Form an die Gesellschaft zurückgezahlt werden, profitieren alle. Es lohnt sich also auch für Anleger, in diese digitale Dividende zu investieren.   

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