Der Gesundheitsmarkt auf einen Blick

Die 5 wichtigsten Trends

Wer sich heute für die Niederlassung entscheidet, muss den Gesundheitsmarkt von morgen kennen. Wer mit der Selbständigkeit eigene Erwartungen verknüpft, will wissen, ob diese zukünftig auch erfüllt werden können.

90 Prozent der Selbständigen stehen hinter ihrer Entscheidung für eine Niederlassung und würden diese auch heute wieder genau so treffen.  Das belegt die Studie "Chance Niederlassung", die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank unter angestellten und selbständigen Apothekern, Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten durchgeführt hat.

Damit auch Sie den Weg in die Selbständigkeit mit Gelassenheit beschreiten können, geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Trends am Gesundheitsmarkt.

1. Der Gesundheitsmarkt wird vielfältiger

Existenzgründung Ärzte 2015: Kooperationen weiterhin auf hohem Niveau

Viele unterschiedliche Kooperationsmöglichkeiten prägen heute die selbständige Existenz: Berufsausübungs-, Geräte- oder Einkaufsgemeinschaft, MVZ oder Ärztehaus.

Für 2015 zeigt sich: Der Anteil der Kooperationen bei den ärztlichen Existenzgründungen scheint sich bei der 40-Prozent-Marke einzupendeln. Er lag bei 41,2 Prozent und damit unter dem Vorjahreswert. Bei den Bestandspraxen ist der Trend gegenläufig. Hier steigt der Anteil der Kooperationen und liegt 2015 bei 39,5 Prozent.  

Auch im Vorjahr 2014 zeigte sich, dass in den unterschiedlichen Heilberufsgruppen die Kooperation große Attraktivität für Existenzgründer hat.  

Gewählte Praxisform bei der Existenzgründung

2. Eigene Praxis für Ärztinnen zunehmend attraktiver

Frauen erkennen die Vorteile der Selbständigkeit

Frauen stehen der Selbständigkeit immer aufgeschlossener gegenüber: 2012 lag der Anteil der sich niedergelassenen Ärztinnen erstmals über der 50-Prozent-Marke. Seitdem ist er auf 54,2 Prozent angestiegen.

Das bestätigt auch eine Analyse aus 2014: Zwei Drittel der Veterinärmediziner, die sich selbständig machen, sind Frauen. In den Bereichen Humanmedizin und Pharmazie ist mehr als jeder zweite Existenzgründer weiblich. Die Quote bei Zahnmedizinern liegt leicht darunter.

Die Besonderheit bei Existenzgründungen: Frauen und Männer gründen unterschiedlich

Frauen sind bei Investitionssummen zurückhaltender

Ein Blick auf das Gründungsverhalten der Hausärzte nach Geschlechtern im Jahr 2015 zeigt, dass Ärztinnen grundsätzlich zurückhaltender investieren (im Schnitt 107.000 Euro weniger), häufiger die Großstadt wählen (in 49,7 Prozent der Fälle) und sich öfter für eine Einzelpräxis entscheiden (in 65,4 Prozent der Fälle).

Ihre männlichen Kollegen tätigen dagegen mit durchschnittlich 130.000 Euro höhere Investitionen - in der Regel in medizinisch-technische Geräte - mit 43,8 Prozent bevorzugen sie zwar auch die Großstadt, aber seltener als Ärztinnen, und mit 47,8 Prozent lassen sie sich eher in kooperativen Strukturen nieder.

Das zeigen die Existenzgründeranalysen, die jährlich von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) durchgeführt werden.

3. Die Anzahl der großen medizinischen Versorgungseinheiten nimmt zu

Große Strukturen liegen imTrend

Der Gesundheitsmarkt ist im Wandel. Die Zahlen zeigen deutlich, dass seit 2004 die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zunimmt. Damit steigt auch die Zahl der Ärzte, die in einem MVZ tätig sind. In sieben von zehn MVZ arbeiteten 2014 ausschließlich angestellte Ärzte - Tendenz steigend. Heute sind bereits mehr als 12.000 Ärzte in MVZ angestellt.

MVZ-Typen nach Art der ärztlichen Berufsausübung

Quelle: KBV

MVZ-Typen nach Art der ärztlichen Berufsausübung

Entwicklung der Apothekenzahl

Quelle: ABDA

Entwicklung von Apotheken
4. Die demografische Entwicklung kommt dem Nachwuchs zugute

Die Aussichten für den Nachwuchs sind hervorragend

Schon heute stehen viele Praxen und Apotheken zur Übernahme bereit, und noch zu wenig junge Heilberufler rücken nach. Die demografische Entwicklung stellt die Versorgungslandschaft vor eine große Herausforderung. Sie begründet einen Fachärztemangel, der sich auf dem Gesundheitsmarkt bis 2022 noch weiter zuspitzen wird. Bis dahin gehen etwa ein Drittel der heutigen Ärzte in den Ruhestand. Für den Nachwuchs ergeben sich dadurch hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Altersstruktur der Ärzte 2014

Quelle: BÄK

Altersstruktur der Ärzte 2014

Altersstruktur der Zahnärzte 2014

Quelle: BZÄK

Altersstruktur der Zahnärzte

Altersstruktur der Tierärzte 2014

Quelle: BTK

Gesundheitsmarkt: Altersstruktur der Tierärzte
5. Die Zahl der Angestellten wird weiter zunehmen

Anstellung kann das Sprungbrett zur Selbständigkeit sein

Die Zahl der angestellten Heilberufler wächst - in allen Berufsgruppen: In Apotheken sind mehrheitlich angestellte Apotheker tätig. Bei Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten nimmt die Zahl der Angestellten auf dem Gesundheitsmarkt ebenfalls zu. Für viele ist die Anstellung dabei das (Übungs-)Sprungbrett in die Selbständigkeit.

Anteil niedergelassener und angestellter Ärzte in Arztpraxen und Kliniken

Quelle: BÄK

Anteil niedergelassener und angestellter Ärzte

Anteil angestellter und niedergelassener Zahnärzte in Zahnarztpraxen

Quelle: BZÄK/KZBV

Anteil angestellter und niedergelassener Zahnärzte

Anteil angestellter und selbständiger Apotheker in Apotheken

Quelle: ABDA

Anteil angestellter und selbständiger Apotheker

Anteil angestellter und niedergelassener Tierärzte in Tierarztpraxen 2014

Quelle: BTK

 Anteil der angestellten und niedergelassenen Tierärzte