Europäische Aktien: Robust auch in Krisenzeiten

Das Jahr 2015 war an den Börsen so stürmisch wie zuletzt 2011. Einigen Unternehmen gelingt es dennoch, den Böen zu trotzen, darunter viele europäische Großkonzerne. Warum Anleger mit diesen in der Vergangenheit gut gefahren sind - und es weiterhin werden.

Vielen Investoren wird das Jahr 2011 unangenehm in Erinnerung bleiben: Vor vier Jahren erreichte die Eurokrise ihren ersten Höhepunkt. Im Zentrum des Ringens um Finanzierungs- und Sparpakete, Schuldenschnitte und Neuwahlen stand Griechenland. Zusätzlich sorgte ein Haushaltsstreit in den USA für große Börsenverluste. Ähnlich turbulent waren auch der Sommer und Herbst 2015: Zunächst standen wieder die europäischen Themen im Mittelpunkt. Zuletzt belastete dann vor allem die unsichere wirtschaftliche Entwicklung Chinas.

Aktien europäischer Großkonzerne haben diese schwierigen Zeiten auffallend robust bewältigt. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Europas Top-Konzerne können weltweit wachsen

Einer davon ist die internationale Ausrichtung der Unternehmen. So haben die erfolgreichsten europäischen Schwergewichte zwar ihren Sitz in Europa, können sich mit ihren Produkten aber weltweit flexibel positionieren. Die Euroschwäche wird dadurch zum Vorteil: Dank ihr steigt die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten außerhalb der Eurozone - mit der Folge, dass
viele europäische Branchen-Riesen ihren Umsatzanteil zum Beispiel in den Schwellenländern
und in den USA in den vergangenen Jahren massiv ausbauen konnten.

Unilever: Sitz in Europa, Umsatz in 190 Ländern

Ein gutes Beispiel hierfür ist der europäische Weltkonzern Unilever, der in über 190 Ländern einen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro erwirtschaftet - mit Hunderten von Marken für Nahrung und Pflege. Weltweit ist das Unternehmen einer der größten Hersteller von Produkten wie Eiscreme, Tee oder Deos. 70 % des Umsatzes von Unilever entsteht derzeit außerhalb Europas, etwa 57 % allein in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Doppelt profitieren: Vom weltweiten Wachstum und Europas Stärken

Anleger, die in europäische Aktien investieren, können also auf einfache Weise von globalen Wachstumsmärkten profitieren, ohne auf die Vorteile Europas verzichten zu müssen. "Für viele Kapitalmarktteilnehmer sind Europas Konzerne eine berechenbare Basis", sagt Andreas Weber, Fondsmanager bei der apoBank-Tochter apoAsset und verantwortlich für den apo European Equities, einem Fonds, der sich auf europäische Aktien spezialisiert hat. Zu den Vorteilen zählen besonders regulierte Börsen, eine hohe Bilanzqualität und liquide Aktien. Attraktiv sind zudem die Dividendenrenditen: Bei den 50 größten Unternehmen Europas liegen sie derzeit bei durchschnittlich 3,7 %. Der Anleger kann dadurch von stetig steigenden Ausschüttungen profitieren.

Basisinvestment mit Nachholpotenzial

"Europäische Aktien sind daher für die Geldanlage ein wertvolles Fundament", so Weber weiter, "gerade auch vor dem Hintergrund, dass viele Anleger wegen der historisch niedrigen Zinsen ihre Ziele ohne Aktien kaum erreichen können". Zwar würden manche Kapitalmarktteilnehmer angesichts der aktuellen Probleme Europas mit einer Investition zögern. Dabei könne die Schwäche gerade ein Vorteil sein. "Europäische Aktien sind derzeit vielfach unterbewertet gegenüber anderen Regionen, d. h. sie haben ein hohes Nachholpotenzial."

Nicht alle Großunternehmen des Kontinents sind gleichwohl identisch gut aufgestellt. Daher ist es sinnvoll, Aktien aktiv auszuwählen und zu kombinieren - am besten mit Hilfe erfolgreicher Selektionsprozesse und erfahrener Fondsmanager.