Wirtschaft und Finanzmärkte 2016: Es bleibt alles anders

Düsseldorf, 07.01.2016

Wer an den Finanzmärkten auf eine baldige Rückkehr zur Normalität hofft, wird auch 2016 enttäuscht. Niedrige Zinsen, die anhaltend expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und ein unsicheres weltwirtschaftliches Umfeld werden Anleger erneut vor schwierige Entscheidungen stellen. Zudem ist mit überdurchschnittlicher Volatilität zu rechnen - durch die globalen Unterschiede in der Geldpolitik und eine gestiegene Risikoanfälligkeit der Finanzmärkte.

"Unser wichtigster Rat für dieses Jahr lautet deshalb: Anschnallen!", sagt Dr. Hanno Kühn, Chief Investment Officer der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank). Zwar habe es schon immer turbulente Zeiten an den Finanzmärkten gegeben, auf die sich die Akteure einstellen mussten. "Der Unterschied im aktuellen Umfeld ist jedoch, dass es langfristig anders bleibt."

Europäische und japanische Aktien attraktiv

Für Aktien erwartet Kühn auf Jahressicht eine positive Entwicklung: "Wir bevorzugen Unternehmen aus dem Euroraum und Japan wegen der relativ attraktiven Bewertungen und der positiven Impulse durch die Geldpolitik". Bei Aktien aus den Schwellenländern hingegen sollten die teilweise sehr günstigen Einstiegspreise Anleger nicht über die dort vorherrschenden Risiken hinwegtäuschen.

Renten: Unternehmensanleihen als Lichtblick

An den Rentenmärkten werde es dagegen auch 2016 bei den niedrigen Renditeniveaus bleiben. "Für Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit erwarten wir Verzinsungen in der Bandbreite von 0,15 % bis 0,9 %", sagt Kühn. Insgesamt empfiehlt der apoBank-CIO deshalb eine Untergewichtung von Anleihen - mit einer Ausnahme: Europäische Unternehmensanleihen mit gutem Rating. Sie böten, so Kühn, bei überschaubarem Risiko eine höhere Rendite als Staatsanleihen.

Aufschwung in Deutschland trotz Gegenwind

Konjunkturell überwiegt 2016 wieder der Optimismus. So sollte das Wachstum der Weltwirtschaft 2016 etwas höher ausfallen als im Vorjahr. Zwar sind die Aussichten für die Schwellenländer anhaltend schwach. Dafür wachsen die Industrieländer stetig. "In Deutschland setzt sich trotz geringerer Exportnachfrage der Aufschwung fort", prognostiziert Kühn. Möglich werde dies durch einen höheren privaten Konsum und leicht steigende Staatsausgaben. Aufgrund der niedrigen privaten Verschuldung bleibt das Risiko hausgemachter Krisen zudem gering.

Wichtige politische Entscheidungen stehen an

Neben den wirtschaftlichen Einflussfaktoren werden auch einige politische Fragestellungen die Entwicklungen an den Finanzmärkten bestimmen: Gelingt China der sanfte Übergang zu einem neuen Wachstumsmodell? Verlässt Großbritannien die EU? Antworten hierauf sowie weitere Details zum Ausblick finden Sie in unserem aktuellen apoFokus Wirtschaft und Finanzmärkte im Jahr 2016 "Alles bleibt anders"

DAX1 11.800 Pkt. Inflation Deutschland2 1,3%
Euro Stoxx 501 3.700 Pkt. BIP-Wachstum Deutschland2 1,6%
S&P 5001 2.160 Pkt. BIP-Wachstum EU2 1,5%
10j.-Bund-Rendite1 0,5% 0,5 % BIP-Wachstum USA2 2,4%
USD-EUR1 1,10    
1 Jahresende, 2 Jahresdurchschnittswert