Existenzgründung Ärzte 2015: Kooperationen weiterhin auf hohem Niveau

Düsseldorf, 26.09.2016

Nachdem sich der Trend zu Kooperationen bei den ärztlichen Existenzgründern in den letzten Jahren leicht rückläufig entwickelt hat, scheint sich deren Anteil nun bei der 40 Prozent-Marke einzupendeln. Die Einzelpraxis bleibt mit 58,8 Prozent nach wie vor die am häufigsten gewählte Existenzgründungsform. Das zeigt die aktuelle Analyse der ärztlichen Praxisgründungen, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) jährlich durchführt.

Nachdem sich der Trend zu Kooperationen bei den ärztlichen Existenzgründern in den letzten Jahren leicht rückläufig entwickelt hat, scheint sich deren Anteil nun bei der 40 Prozent-Marke einzupendeln.

Der Anteil der ärztlichen Existenzgründer, die sich für eine Kooperation entschieden haben, lag 2015 mit 41,2 Prozent um 0,8 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zu den Bestandspraxen ist das eine gegenläufige Entwicklung, denn bei den bereits niedergelassenen Ärzten steigt der Anteil der Kooperationen: 2015 betrug er 39,5 Prozent und lag damit nur noch geringfügig unter dem der Existenzgründer.

"Wir beobachten, dass viele junge Heilberufler sich zunächst in einer Einzelpraxis niederlassen und damit die geringere Komplexität bei der Existenzgründung wählen, sich aber dann später für eine Kooperation entscheiden", sagt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. "Damit schöpfen die Ärzte auf Dauer den großen Spielraum aus, der ihnen für die Berufsausübung zur Verfügung steht. Vor allem die Auswahl in der ambulanten Versorgung ist in den letzten Jahren facettenreicher, aber eben auch komplexer geworden."

Investitionen am Beispiel der Hausärzte

Die häufigste Kooperationsform bei einer Existenzgründung ist die Übernahme der Anteile eines ausscheidenden Partners aus einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). Dieser sogenannte Eintritt erforderte 2015 durchschnittliche Investitionen in Höhe von 115.000 Euro. Andere Möglichkeiten der Kooperation sind die Überführung einer Einzelpraxis in eine BAG, mit im Schnitt 112.000 Euro, oder der Beitritt eines bisher angestellten Arztes in eine schon bestehende BAG mit durchschnittlich 118.000 Euro Investitionsvolumen. Eine komplette Übernahme einer BAG durch mehrere Ärzte benötigte im Durchschnitt mit130.000 Euro pro Arzt die höchsten Investitionen.

Die Einzelpraxis ist auch bei Hausärzten mit 58,9 Prozent die häufigste Niederlassungsform. Die durchschnittlichen Investitionen betrugen 2015 im Falle einer Neugründung 114.000 Euro, eine Übernahme lag mit 118.000 Euro leicht darüber - hierbei sind die Ausgaben für die Einrichtung und die technische Ausstattung zwar kleiner, doch wird der ideelle Wert in Form eines schon bestehenden Patientenstamms miterworben.

Methodik:

Die Datenbasis der Existenzgründungsanalyse für Ärzte 2015 bilden die von der apoBank durchgeführten Finanzierungen ärztlicher Existenzgründungen in den Jahren 2014/2015.
Diese werden seit 1984 erfasst, anonymisiert und gemeinsam von der apoBank und dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) ausgewertet.