Finanzierungsbaustein für Barrierefreiheit

Düsseldorf, 28.10.2015

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) bietet Finanzierungsmittel für den barrierefreien Umbau von Praxen und Apotheken.

In Deutschland leben 13 Prozent der Bundesbürger mit einer amtlich anerkannten Behinderung, so das Statistische Bundesamt. Diese Zahl hat sich gegenüber der letzten Erhebung um sieben Prozent erhöht, und angesichts des demografischen Wandels ist von einem weiteren Anstieg auszugehen. Folglich gewinnt die Barrierefreiheit von Praxen und Apotheken immer mehr an Bedeutung. Umbaumaßnahmen, die hierauf einzahlen, steigern die Attraktivität der Niederlassung, dienen dem Werterhalt und sind spätestens bei der Suche nach einem Nachfolger von Vorteil.

Für Neubauten gelten in der Regel bereits Vorgaben für die barrierefreie Errichtung. Aber auch bei baulichen Veränderungen bestehender Gebäude sollte beim zuständigen Bauamt erfragt werden, ob und welche Vorgaben der Barrierefreiheit zu beachten sind.

Foto von Jessica Hanneken, apoBank
Jessica Hanneken, Referentin für Gesundheitspolitik bei der apoBank

Behinderten Menschen den Zugang zu erleichtern, ist selbstverständlich jenseits gesetzlicher Anforderungen und Bauvorschriften ein wichtiges Anliegen: "Mit der Finanzierung dieser Umbaumaßnahmen unterstützen wir das gesamtgesellschaftliche Ansinnen zum Abbau von Barrieren für behinderte Menschen", so Jessica Hanneken, Referentin für Gesundheitspolitik bei der apoBank.

Mit Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) gewinnt das Thema für Arztpraxen zusätzlich an Bedeutung. "Zukünftig kann Barrierefreiheit auch mit Blick auf die Nachbesetzung von Vorteil sein", sagt Hanneken. "Denn der Gesetzgeber verweist darauf, dass es bei der Besetzung eines Arztsitzes ein Auswahlkriterium sein kann, ob der Nachfolger bereit ist, Maßnahmen zum Abbau von Barrieren zu ergreifen."

Zusatzinformation: Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bezeichnet die Gestaltung von Gebäuden, von Information und Kommunikation in der Weise, dass sie von Menschen mit Behinderung und in derselben Weise genutzt werden kann wie von Menschen ohne Behinderung. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff auch ältere Menschen und Personen mit Kleinkindern.

Für Arztpraxen und Apotheken können dabei u. a. diese Aspekte von Relevanz sein:

Für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte

  • ­   Behindertenparkplätze, im Idealfall 3,50 m breit und 5 m lang mit abgesenkten Bordsteinen
  • ­   Stufenloser Eingang, rollstuhlgerechter Aufzug, Treppenplattformlift oder Rollstuhlhebebühne. Eine Zugangsrampe sollte maximal eine Steigerung von sechs Prozent haben.
  • ­   Beidseitig breite Handläufe an den Treppen, niedrige Türschwellen
  • ­   Türen mit mindestens 90 cm Breite
  • ­   Bewegungsflächen, z. B. im Empfangsbereich von 150 x 150 cm
  • ­   Stellenweise abgesenkte Anmeldetresen
  • ­   Ausreichend große Warteplätze
  • ­   Haltegriffe in Umkleidekabinen, Bewegungsraum in den Toiletten, umfahrbare Waschtische

Für Blinde und sehbehinderte Personen:

  • ­   Kontrastreiche Flächen, gut lesbare Beschriftungen in Augenhöhe
  • ­   Markierte Kanten, z. B. an Treppenstufen
  • ­   Blendfreie Beleuchtungen mit ertastbaren Lichtschaltern
  • ­   Optischer und akustischer Aufruf der Patienten