Existenzgründung Fachzahnärzte 2014: Chirurgie ist eine Männerdomäne

Düsseldorf, 29.09.2015

80 Prozent der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen (MKG), die sich 2014 mit einer eigenen Praxis niedergelassen haben, waren männlich. Das geht aus einer Auswertung hervor, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) durchgeführt hat.

Grafik: Oralchirurgen & MKG 2014: Existenzgründung nach Geschlecht
80 Prozent der Existenzgründer unter den Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen (MKG) waren 2014 männlich.

"Nach wie vor werden geräteintensivere Fachgruppen eher von Männern präferiert", kommentiert Daniel Zehnich, stellvertretender Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. "Hinzu kommt, insbesondere bei der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, dass Frauen die sehr lange Ausbildungszeit abschreckt, da diese eine mögliche Familienplanung nach deren Ansicht erschweren könnte."

Unter den Kieferorthopäden waren es wiederum mit 60 Prozent überwiegend Frauen, die sich 2014 in einer eigenen Praxis niedergelassen haben. Die unterschiedlichen Präferenzen bei den Kieferorthopäden sowie Oralchirurgen und MKG sind offensichtlich stärker ausgeprägt als bei den Allgemeinzahnärzten. Dort ist der Anteil der weiblichen und männlichen Existenzgründer nahezu ausgeglichen (48 zu 52 Prozent).

Ein weiterer Vergleich der beiden Fachgruppen zeigt, dass auch bei der Art der Existenzgründung und beim Investitionsvolumen Unterschiede bestehen.

Kieferorthopäden ziehen die Einzelpraxis vor

Die Niederlassung in Form einer Einzelpraxis wurde von Kieferorthopäden 2014 mit 74 Prozent eindeutig bevorzugt. Lediglich 26 Prozent gingen eine Kooperation mit Kollegen ein. Die Existenzgründung erfolgte in 55 Prozent der Fälle durch Übernahme oder Einstieg in eine bestehende Praxis. Die übrigen 45 Prozent entschieden sich für eine Neugründung.

Wer eine Praxis übernahm, als weiterer Partner einer Kooperation beitrat oder die Anteile eines Partners kaufte, investierte im Schnitt 372.000 Euro. Ein annähernd gleicher Betrag von durchschnittlich 374.000 Euro wurde für die Neugründung gezahlt.

GrafiK: Kieferorthopäden: Art der Existenzgründung
Existenzgründung Kieferorthopäden 2014: Einzelpraxis und Übernahme dominieren

Höhere Investitionen und mehr Kooperationen bei Oralchirurgen und MKG

Oralchirurgen und MKG investierten 2014 in die Neugründung durchschnittlich 530.000 Euro. Dieses mit Abstand höchste Investitionsvolumen lag 35 Prozent über dem Durchschnittswert von 393.000 Euro für die Übernahme beziehungsweise den Einstieg in eine bestehende Praxis. Die detaillierte Analyse der einzelnen Investitionen zeigt, dass bei einer Neugründung vor allem die Medizintechnik und die Praxiseinrichtung mit insgesamt 373.000 Euro am höchsten zu Buche schlugen.

Trotz der hohen Anfangsinvestitionen dominierte unter den Oralchirurgen und MKG die Praxisneugründung mit 61 Prozent. Weitere 39 Prozent übernahmen eine Praxis oder stiegen in eine bestehende ein.

"Oralchirurgie und MKG-Chirurgie gehören zu den Fachgruppen, die besonders hochpreisige Geräte benötigen", sagt Zehnich. "Um hier dauerhaft wirtschaftlich zu arbeiten, sind oftmals Kooperationen sinnvoll." Das spiegeln auch die Zahlen wider: Mit 44 Prozent gingen diese Fachgruppen verhältnismäßig häufig Kooperationen ein und lagen damit über dem Durchschnitt von 29 Prozent, der für allgemeinzahnärztliche Existenzgründer ermittelt wurde.

Methodik:

Die Analyse basiert auf den Existenzgründungsfinanzierungen der apoBank. Diese werden jährlich anonymisiert ausgewertet. Die statistische Auswertung wurde gemeinsam von der apoBank und dem IDZ durchgeführt. Sie zeigt ausschließlich grobe Trends auf und ist nicht repräsentativ.