apoBank steigert Ergebnis

Düsseldorf, 19.04.2016

  • Betriebsergebnis vor Steuern 8,1 Prozent über Vorjahr
  • Kundenzahl und Neugeschäft angestiegen
  • Provisionsüberschuss legt um 7,7 Prozent zu
  • Rücklagen und Reserven mit insgesamt 127 Mio. Euro erneut gestärkt
  • Dividendenvorschlag in Höhe von vier Prozent

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) erzielte im Geschäftsjahr 2015 ein Betriebsergebnis vor Steuern in Höhe von 153,4 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahr mit einem Plus von 8,1 Prozent deutlich (2014: 141,8 Mio. Euro). Auch der Jahresüberschuss nach Steuern legte acht Prozent zu und erreichte 59,1 Mio. Euro (2014: 54,5 Mio. Euro). In Folge dieser erfreulichen Entwicklung stärkte die Bank insgesamt ihre versteuerten Rücklagen und Reserven mit Eigenkapitalcharakter um weitere 127 Mio. Euro (2014: 148 Mio. Euro) und schlägt der Vertreterversammlung eine attraktive Dividende von vier Prozent vor.

Das Wachstum im Kundengeschäft setzte sich im Berichtsjahr fort. Die Zahl der Kunden stieg auf nunmehr 397.000 (2014: 382.000). Die Neuzugänge kamen sowohl aus den Kundengruppen der wirtschaftlich selbständigen Heilberufler als auch der Angestellten und Studenten der akademischen Heilberufe. Die Zahl der Mitglieder erreichte 107.768 zum Jahresultimo (2014: 105.864).

Herbert Pfennig, Vorsitzender des Vorstands: "Wir haben auch 2015 unseren Wachstumskurs in einem hart umkämpften Markt erfolgreich fortgesetzt. Der strategisch motivierte Ausbau unseres Vertriebs in den letzten Jahren macht sich bezahlt." Die Kreditvergabe war von einem sehr lebhaften Neugeschäft geprägt; die Neuausleihungen stiegen im Vorjahresvergleich von 5,2 auf 6,3 Mrd. Euro, der höchste Wert seit über 10 Jahren. Positive Impulse gab es hier aus dem verhältnismäßig jungen Kundensegment der angestellten Heilberufe sowie dem Segment Firmenkunden.

Einen Zuwachs von 7,7 Prozent auf 133,0 Mio. Euro verzeichnete die Bank im provisionsgetriebenen Geschäft. "Sowohl unsere privaten als auch institutionellen Kunden nehmen unsere Anlagekompetenz immer mehr in Anspruch. Das bestärkt uns in unserem ganzheitlichen Kundenbetreuungsansatz", so Pfennig weiter.

Der deutliche Anstieg beim Provisionsüberschuss hat den niedrigzinsbedingten Rückgang im Zinsüberschuss jedoch nicht vollständig kompensiert. Daher blieb per saldo das operative Ergebnis, d. h. das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge, planmäßig mit 304,8 Mio. Euro hinter seinem Vorjahreswert zurück (2014: 337,1 Mio. Euro).

Auch im Berichtsjahr verfügte die apoBank über eine komfortable Kapitalposition. Die regulatorischen Kapitalquoten stiegen auf hohem Niveau noch einmal leicht an. Die harte Kernkapitalquote legte um 1,8 Prozentpunkte auf 22,0 Prozent zu. Die Eigenmittelquote wuchs auf 26,1 Prozent an.

Dr. Thomas Siekmann, Finanzvorstand der apoBank: "Die apoBank zeichnet sich durch eine vorausschauende, konservative Risikopolitik aus. Unsere gute Kapitalausstattung bildet die Grundlage für unsere nachhaltige Wachstumsstrategie. Gleichzeitig wappnen wir uns damit für zukünftige regulatorische Verschärfungen."

Ausblick 2016

2016 will die Bank ihr Kundengeschäft weiter stärken. Potenzial sieht sie weiterhin im Anlagegeschäft mit ihren privaten und institutionellen Kunden. Im Kreditgeschäft soll neben dem angestammten Geschäft mit den Privatkunden der Bereich Firmenkunden einen zunehmenden Beitrag leisten. Unverändert wird die Bank die Förderung von Niederlassungen gemeinsam mit den regionalen Standesorganisationen weiter vorantreiben.

Pfennig: "Wir werden nicht auf die Nähe zu unseren Kunden verzichten und setzen auf die persönliche Beratung. Wir werden gegen den Branchentrend weitere Kundenberater einstellen und in unsere Standorte investieren. Gleichzeitig müssen wir die Möglichkeiten von Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich - nicht zuletzt wegen der hohen regulatorisch getriebenen Aufwendungen - konsequent nutzen. Zudem wollen wir uns die Digitalisierung zunutze machen - für unsere Kunden und für unsere Prozesse." So sind das neue Kunden-Service-Center, die Online-Beratung sowie die Online-Sprechstunde speziell für Existenzgründungen weitere Schritte in Richtung eines integrierten Omnikanalkonzepts, in das die Bank auch 2016 weiter investieren wird. Auch Angeboten von FinTechs steht die apoBank offen gegenüber, wenn dadurch perspektivisch Mehrwerte für ihre Kunden geschaffen werden bzw. die eigene Wertschöpfungskette ergänzt wird.

Mit Blick auf die operative Entwicklung bleibt das wirtschaftliche und regulatorische Umfeld sehr anspruchsvoll. So wird das Niedrigzinsniveau auch 2016 den Zinsüberschuss belasten. Der Fokus liegt daher weiter auf dem provisionsgetriebenen Geschäft, allerdings bleibt das Kapitalmarktumfeld schwierig. Das operative Ergebnis wird demnach nicht den Wert des Vorjahres erreichen, zumal die regulatorisch getriebenen Kosten nochmals zunehmen werden. Insgesamt rechnet die Bank mit einem stabilen Jahresüberschuss. Das beinhaltet eine Stärkung der Rücklagen und Reserven sowie eine stabile Dividendenzahlung. Pfennig: "Mit unserem robusten Fundament können wir dem auch für uns deutlich spürbaren Gegenwind standhalten."

Ergebnisse des Geschäftsjahres 2015 im Einzelnen

Der Zinsüberschuss blieb infolge der historischen Niedrigzinsphase mit 675,2 Mio. Euro erwartungsgemäß hinter seinem Vorjahreswert zurück (2014: 698,3 Mio. Euro). Der bilanzielle Darlehensbestand stieg bei einem sehr guten Neugeschäft um rund 1 Mrd. Euro an. Bei den Kundeneinlagen setzte sich der Trend zu kurzfristigen Einlagen fort. Dagegen sanken planmäßig die Beiträge aus dem strategischen Zinsrisikomanagement.

Der positive Trend im Provisionsüberschuss hielt 2015 mit einem Plus von 7,7 Prozent auf 133,0 Mio. Euro unverändert an (2014: 123,5 Mio. Euro). Wachstumstreiber waren einmal mehr das Wertpapiergeschäft sowohl mit Privat- als auch mit institutionellen Kunden und die Vermögensverwaltung, aber auch das Versicherungs- und Bauspargeschäft.

2015 stellte die apoBank erneut ihr striktes Kostenmanagement unter Beweis. Trotz steigender Mitarbeiterzahlen, insbesondere aufgrund Neueinstellungen bei den Kundenberatern, und höherer regulatorisch getriebener Aufwendungen stieg der Verwaltungsaufwand nur moderat um 3,6 Prozent auf 496,0 Mio. Euro (2014: 478,6 Mio. Euro).

Damit blieb das operative Ergebnis, d. h. das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge, 304,8 Mio. Euro bedingt durch die aktuelle Zinssituation planmäßig hinter dem Vorjahresergebnis zurück (2014: 337,1 Mio. Euro).

Die Risikovorsorge für das operative Geschäft lag mit 39,2 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (2014: 59,2 Mio. Euro). Aufgrund der guten Bonitäten im Kreditportfolio und unseres erfolgreichen Risikomanagements blieben insbesondere die Nettozuführungen zu Einzelwertberichtigungen auf einem niedrigen Niveau.

Die Risikovorsorge mit Reservecharakter erreichte 112,2 Mio. Euro (2014: 135,9 Mio. Euro). Diese Position umfasst Vorsorgemaßnahmen für etwaige zukünftige Belastungen. In dieser Position ist auch der Fonds für allgemeine Bankrisiken enthalten, den wir mit 75,0 Mio. Euro dotierten (2014: 75,0 Mio. Euro).

Der Jahresüberschuss nach Steuern legte mit 8,3 Prozent deutlich zu und erreichte 59,1 Mio. Euro (2014: 54,5 Mio. Euro). Vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung werden hiervon 15,0 Mio. Euro den Ergebnisrücklagen zugeführt.

Die Bilanzsumme lag mit 36,4 Mrd. Euro um 3,8 Prozent über dem Vorjahreswert (2014: 35,1 Mrd. Euro).