apoBank-Analyse "Apothekengründung 2013"

Düsseldorf, 17.07.2014

Existenzgründer und Apotheker, die sich mit einer Filialapotheke vergrößert haben, mussten 2013 etwas mehr investieren als im Vorjahr. Das belegt die apoBank-Analyse "Apothekengründung 2013".

Einzel- und Hauptapotheken

Für die Übernahme einer Apotheke als Einzel- bzw. Hauptapotheke mussten Existenzgründer 2013 durchschnittlich Investitionen in Höhe von 480.000 Euro einplanen. Das sind 40.000 Euro mehr als im Vorjahr – ein Plus von 9 Prozent. "Wir erleben derzeit eine Marktbereinigung. Schlecht gehende Apotheken werden geschlossen. Gut laufende Apotheken werden stark umworben", erklärt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank. "Das wirkt sich auf die Übernahmepreise und damit auch auf das Investitionsvolumen aus."

Frauen investierten deutlich zurückhaltender als Männer: Sie investierten im Schnitt 365.000 Euro für die Übernahme einer Apotheke. Männer hingegen wendeten durchschnittlich 633.000 Euro auf, also mehr als das 1,7-fache. Hintergrund sei, so Heßbrügge, dass Männer häufig in umsatzstärkere, zum Teil auch technisch besser ausgestattete Apotheken investierten.

Das Durchschnittsalter der Existenzgründer lag bei 38 Jahren. Frauen machten sich im Schnitt erst mit 39 Jahren selbständig. Männer hingegen mit 36 Jahren.

Der Frauenanteil unter den Existenzgründern betrug 59 Prozent.

Filialapotheken

Das Investitionsvolumen für die Übernahme einer Apotheke als Filialapotheke belief sich im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 428.000 Euro. Das entspricht einem Plus von 20.000 Euro bzw. 4,9 Prozent.

Insgesamt zeigt die Analyse, dass Männer dem Thema "Filialen" deutlich offener gegenüber stehen als Frauen. So wurden Filialapotheken zu zwei Dritteln von Männern gegründet oder übernommen. "Apotheker zeigen sich deutlich expansionsfreudiger als Apothekerinnen. Die Analyse legt nahe, dass Männer stärker an den unternehmerischen Aspekten einer Apothekenführung interessiert sind", so Heßbrügge.

Das durchschnittliche Alter der Filialgründer und -übernehmer lag bei 40 Jahren. Frauen entschieden sich mit 41 Jahren nur unwesentlich später für eine Filialapotheke als ihre männlichen Kollegen (40 Jahre).

Lage

31 Prozent der Existenzgründer und Filialapotheker entschieden sich für einen Standort in der Großstadt, ebenfalls 31 Prozent für die Mittelstadt. Damit ging im Vergleich zu 2011 insbesondere der Zuspruch für die Großstadt deutlich zurück (-14 Prozentpunkte). Gleichzeitig wurden verstärkt Apotheken in der Kleinstadt (30 Prozent; +9 Prozentpunkte) und auf dem Land (8 Prozent; +3 Prozentpunkte) nachgefragt. In kleinstädtischen und ländlichen Gebieten sind insbesondere Männer präsent: 35 Prozent entschieden sich für eine Apotheke in der Kleinstadt. 11 Prozent für eine Apotheke in ländlicher Region. Bei den Frauen waren es 23 bzw. 7 Prozent.

Gründungsart

83 Prozent der Apotheker entschieden sich für die Übernahme einer Apotheke. 65 Prozent davon übernahmen eine Apotheke als Einzel-/Hauptapotheke, 18 Prozent als Filialapotheke. Jeder Zehnte gründete eine neue Apotheke. 4 Prozent taten dies in Form einer Einzel-/Hauptapotheke; 6 Prozent in Form einer Filialapotheke. Für eine Pacht- oder Gemeinschaftsapotheke entschieden sich 7 Prozent.

Methodik:

Die Datenbasis der apoBank-Analyse "Apothekengründung 2013" bilden die von der apoBank durchgeführten und auswertbaren Finanzierungen von Apothekengründungen im Jahr 2013. Die Daten werden anonymisiert von der apoBank ausgewertet.