apoBank-Analyse "Apothekengründung 2012"

Düsseldorf, 07.08.2013

Wer 2012 den Weg in die Selbständigkeit gegangen ist, hat im Schnitt 440.000 Euro investiert. Das lässt sich aus den Zahlen ableiten, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) jetzt in ihrer Analyse "Apothekengründung 2012" ausgewertet hat. Niedergelassene Apotheker, die ihre Geschäftstätigkeit ausgeweitet und eine Apotheke als Filiale übernommen haben, mussten 2012 im Schnitt 408.000 Euro einkalkulieren.

Investitionshöhe: Übernahme als Einzelapotheke

2012 lag die Investitionshöhe für Existenzgründer, die eine Apotheke als Einzel- bzw. Hauptapotheke übernommen haben, bei durchschnittlich 440.000 Euro. Davon entfielen mehr als zwei Drittel (299.000 Euro) auf den Übernahmepreis. Auf das Warenlager entfielen im Schnitt 102.000 Euro, auf Investitionen für Modernisierung und Geschäftsausstattung 23.000 Euro. Die sonstigen Investitionen betrugen durchschnittlich 15.000 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr mussten Existenzgründer damit mehr Geld investieren. "2011 ist die Übernahme einer Apotheke im Schnitt mit 433.000 Euro zu Buche geschlagen", berichtet Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. "Profitiert haben 2012 die Apothekenabgeber: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Übernahmepreis um drei Prozent gestiegen."

Das gesamte Finanzierungsvolumen belief sich auf 518.000 Euro. Es setzt sich zusammen aus den Investitionen und dem Betriebsmittelkredit. Der Betriebsmittelkredit belief sich 2012 durchschnittlich auf 77.000 Euro. Er dient dazu, den kurzfristigen Geldbedarf des Apothekers, der z. B. durch Wareneinkäufe oder Außenstände entsteht, zu decken.

Investitionshöhe: Übernahme als Filialapotheke

Apothekeninhaber, die eine weitere Apotheke als Filialapotheke übernommen haben, mussten mit 408.000 Euro fünf Prozent weniger investieren als im Vorjahr. Davon entfielen 268.000 Euro auf den Übernahmepreis. Die Kosten für das Warenlager beliefen sich durchschnittlich auf 107.000 Euro. Modernisierung und Geschäftsausstattung schlugen mit 17.000 Euro zu Buche. Die sonstigen Investitionen summierten sich auf 16.000 Euro.

Insgesamt war die Investitionshöhe für Filialapotheken damit etwas geringer als bei Einzelapotheken. Dies sei der Tatsache geschuldet, so Heßbrügge, dass aus Wettbewerbsgründen und zur "Marktabriegelung" zum Teil auch weniger umsatzstarke Apotheken als Filialen übernommen werden.

Das Finanzierungsvolumen, also Investitionen zuzüglich Betriebsmittelkredit (im Durchschnitt 79.000 Euro), belief sich bei der Übernahme einer Apotheke als Filiale auf 487.000 Euro.

Gründungsform

83 Prozent der Pharmazeuten entschieden sich 2012 für die Übernahme einer Apotheke. Nur neun Prozent gründeten eine neue Apotheke. "Neugründungen sind im aktuellen Umfeld selten. Schließlich stehen viele Apotheken zur Abgabe, darunter auch viele attraktive und wirtschaftlich solide geführte Standorte, die für Existenzgründer oder expandierende Apothekeninhaber interessant sind", so Heßbrügge. "Wenn Apotheken neu gegründet werden, dann in erster Linie dort, wo auch eine neue Infrastruktur entsteht, das heißt in Shoppingzentren oder Ärztehäusern." Acht Prozent der Gründer entschieden sich für Pachtapotheken oder Apotheken-OHGs.

Demografische Daten

2012 betrug das Durchschnittsalter der Existenzgründer (Gründer einer Einzelapotheke) 38 Jahre. Damit zeigt sich, dass ein Großteil der Apotheker zunächst einige Zeit angestellt arbeitet und Erfahrung sammelt bevor der Schritt in die Selbständigkeit folgt.

Die Gründer einer Filialapotheke waren 2012 durchschnittlich 42 Jahre alt. "Eine Filialapotheke wird immer dann interessant, wenn sich die Einzelapotheke etabliert hat. Das ist in der Regel nach drei bis fünf Jahren der Fall", so Heßbrügge.

Der Frauenanteil unter den Apothekengründern lag 2012 bei 44 Prozent. "Das mag erstaunen, da der Anteil in der gesamten Apothekerschaft bei knapp 70 Prozent liegt", resümiert Heßbrügge. Von den Bestandsapotheken stehen heute 46 Prozent unter weiblicher Leitung. Damit liegt der Frauenanteil unter den Gründern 2012 leicht unter diesem Wert. "Das Gesundheitswesen muss Ansätze finden, wie insbesondere die weiblichen Pharmazeuten stärker für den Schritt in die Selbständigkeit gewonnen werden können", unterstreicht Heßbrügge.

Bezüglich des Standorts entschieden sich 40 Prozent der Apotheker für eine Apotheke in der Großstadt. 31 Prozent wählten die Mittelstadt, 26 Prozent die Kleinstadt. Eine Apotheke auf dem Land eröffneten lediglich 3 Prozent.

Methodik:

Die Datenbasis der apoBank-Analyse "Apothekengründung 2012" bilden die von der apoBank durchgeführten und auswertbaren Finanzierungen von Apothekengründungen im Jahr 2012. Die Daten werden anonymisiert von der apoBank ausgewertet.