Gesundheitspolitischer Jahresauftakt der apoBank: "Vertrauen ist die Währung des Gesundheitswesens"

Düsseldorf, 22.01.2013

Die langfristige Sicherung eines leistungsfähigen Gesundheitswesens stand im Mittelpunkt des Gesundheitspolitischen Jahresauftakts der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank). "Die qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung muss für alle zugänglich bleiben", forderte Herbert Pfennig, Sprecher des Vorstands der apoBank, am Montag vor mehr als 300 Vertretern aus Gesundheitspolitik und -wirtschaft im Düsseldorfer K21. "Die Frage ist: Wie können alle Beteiligten dazu beitragen, dieses Versorgungsniveau wohnortnah und flächendeckend zu erhalten?"

Auch für die Gesundheitsbranche gelten nach den Worten von Pfennig die Grundprinzipien des ökonomischen Handelns. Aus begrenzten Ressourcen müsse man durch effizienten Einsatz den maximal möglichen Output herausholen - ohne das Berufsethos der Heilberufe zu verletzen. "Denn je effizienter die Ökonomie, desto mehr kann geholfen werden." Gleichzeitig betonte Pfennig, dass das Streben nach Effizienz nicht mit einer absoluten Spar-Mentalität gleichzusetzen sei. Vielmehr seien zielgerichtete Investitionen in tradierte und innovative Strukturen notwendig, um die hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen.

"Politik, Heilberufler und wir als führende Bank im Gesundheitswesen müssen uns gemeinsam für den Erhalt unserer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung stark machen", appellierte Pfennig. "Die Politik, indem sie die Rahmenbedingungen für eine wohnortnahe, flächendeckende Versorgung und eine leistungsgerechte Vergütung der Leistungserbringer erhält. Die Heilberufler, indem sie eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherstellen, bei der die Präferenzen der Patienten im Mittelpunkt stehen. Und wir als Bank, indem wir die für eine leistungsfähige Versorgung notwendigen Investitionen in Praxis und Offizin finanzieren."

So stellt die Bank beispielsweise pro Jahr rund zwei Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte der gesamten Investitionen im ambulanten Sektor zur Verfügung. Zudem stellt sie mit Investitions- und Kostenberatungen die Wirtschaftlichkeit bei Existenzgründungen sicher und zeigt Studenten und jungen Ärzten berufliche und wirtschaftliche Perspektiven in der Versorgung auf. "Damit wirken auch wir dem Trend entgegen, dass immer mehr Absolventen trotz teurer Ausbildung der Versorgung den Rücken kehren. Auch das ist ein Beitrag zu einem leistungsstarken Gesundheitssystem."

Gesundheitsminister Daniel Bahr appellierte, im Jahr der Bundestagswahl nicht parteipolitisch zu agieren. Stattdessen solle man die Zeit bis zur Sommerpause nutzen, um wichtige Gesetze wie die Notdienstpauschale, Patientenrechte-, Krebs- oder Präventionsgesetz durch den Bundesrat zu bringen. Dies sei im Interesse des Gesundheitswesens und auch im Sinne der Patienten.

Weiterhin betonte Bahr, dass es wichtig sei, das deutsche Gesundheitssystem zu erhalten. Einer aktuellen Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Allensbach zufolge, so Bahr, bewerten vier von fünf Deutschen das Gesundheitssystem mit gut oder sehr gut. Das ist der höchste Zustimmungswert seit 18 Jahren. Dieses Vertrauen müsse man trotz der aktuellen Herausforderungen, zu denen Bahr die demografische Entwicklung und auch die Veränderungen im Berufsbild der Heilberufler zählt, erhalten. "Vertrauen ist die Währung des Gesundheitswesens", unterstrich der Gesundheitsminister.

Wie stark der Faktor Vertrauen wiegt, stellte auch Pfennig heraus: "Vertrauen ist in der Bankenbranche ein genauso hohes Gut wie im Gesundheitswesen." Das hätten die Banken während der Finanzmarktkrise schmerzlich erfahren, als sie sich mit einem starken Vertrauensverlust konfrontiert sahen. Das habe man erkannt und entsprechend gehandelt. "Für uns steht Vertrauen im Mittelpunkt unserer Geschäftstätigkeit. Vor diesem Hintergrund lautet unsere Vision 2015: Wir sind die Vertrauensbank der Heilberufe", so Pfennig.