1. Halbjahr 2010: apoBank erwirtschaftet Überschuss in Höhe von 25,0 Mio. Euro

Düsseldorf, 31.08.2010

  • Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge bei 175,9 Mio. Euro
  • Saldierte Risikovorsorge beträgt 145,7 Mio. Euro
  • Darlehens- und Einlagengeschäft erneut ausgeweitet

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat heute ihren Bericht über das erste Halbjahr 2010 veröffentlicht. Insgesamt hat die Bank in den ersten sechs Monaten einen Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 25,0 Mio. Euro erwirtschaftet (30.06.2009: 7,5 Mio. Euro). Ausschlaggebend hierfür waren die anhaltenden Erfolge im operativen Geschäft, die sich in einem um 23,1 % gestiegenen Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge von 175,9 Mio. Euro (30.06.2009: 143,0 Mio. Euro) widerspiegeln. Die tragenden Größen waren der Zinsüberschuss und der Provisionsüberschuss.

Der Zinsüberschuss der apoBank lag in der ersten Jahreshälfte 2010 bei 315,4 Mio. Euro (30.06.2009: 300,0 Mio. Euro) und damit über dem guten Vorjahresniveau. Maßgeblich hierfür waren neben dem unverändert guten Kundengeschäft auch Beiträge aus dem strategischen Zinsrisikomanagement. Das Darlehenswachstum konnte im Wesentlichen durch einen Anstieg der Kundeneinlagen refinanziert werden.

Im Provisionsgeschäft haben sich die positiven Tendenzen aus der zweiten Jahreshälfte 2009 fortgesetzt. Der Provisionsüberschuss belief sich auf 67,1 Mio. Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr annähernd verdoppelt (30.06.2009: 35,3 Mio. Euro). Neben Provisionserträgen im Wertpapier- und Kreditgeschäft war auch das Versicherungsgeschäft ein wesentlicher Treiber. Anders als im Vorjahr wurde das Provisionsergebnis nicht durch die Absicherung einzelner Positionen im Finanzinstrumenteportfolio belastet.

Der Verwaltungsaufwand (einschließlich Abschreibungen) hat sich zum 30. Juni 2010 planmäßig leicht auf 200,9 Mio. Euro (30.06.2009: 193,0 Mio. Euro) erhöht. Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen erneute Investitionen in den Ausbau der Vertriebskapazitäten. Das Ziel, die Komplexität der Bank zu reduzieren und interne Prozesse zu verschlanken, wird weiterhin konsequent verfolgt. So wirkte das fortgeführte stringente Kostenmanagement entlastend auf den Verwaltungsaufwand.

Das saldierte Risikoergebnis der apoBank belief sich zum 30. Juni 2010 auf 145,7 Mio. Euro (30.06.2009: 124,1 Mio. Euro). Dieser Saldo enthält neben den Wertkorrekturen im Kreditgeschäft auch Ab- und Zuschreibungen auf Finanzinstrumente und Beteiligungen sowie eine Reservenzuführung. Die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft lag mit 28,6 Mio. Euro (30.06.2009: 38,1 Mio. Euro) unverändert auf einem niedrigen Niveau, was angesichts eines wachsenden Kreditvolumens die insgesamt gute Qualität des Kundenkreditportfolios der Bank unterstreicht. Der Saldo Risikovorsorge für Finanzinstrumente und Beteiligungen belief sich auf 93,3 Mio. Euro (30.06.2009: 82,9 Mio. Euro).

Die Bilanzsumme lag mit 42,7 Mrd. Euro leicht über dem Jahresultimo 2009 (31.12.2009: 41,2 Mrd. Euro) und spiegelt das Wachstum im Einlagen- und Darlehensbereich wider. Die Abbaustrategie insbesondere bei den strukturierten Finanzprodukten führte dagegen zu einer Reduzierung des Wertpapierbestands der Bank.

Zur Stärkung bzw. Entlastung der Kapitalquoten wurde auch in den ersten sechs Monaten 2010 die Eigenkapitalbindung bei den strukturierten Finanzprodukten weiter reduziert. Negative Effekte aufgrund von Währungsschwankungen konnten somit mehr als ausgeglichen werden. So haben sich die Eigenmittel- und Kernkapitalquote der Bank zum 30. Juni 2010 auf 10,9 % (31.12.2009: 10,2 %) bzw. 6,6 % (31.12.2009: 6,2 %) verbessert.

Herbert Pfennig, Sprecher des Vorstands der apoBank: "Die apoBank ist dank ihres starken Kerngeschäfts insgesamt gut in das Geschäftsjahr 2010 gestartet. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Prognosen für den Zins- und Provisionsüberschuss zum Jahresende angehoben. Die Entwicklung zeigt, dass sich unser Fokus auf das Kerngeschäft auszahlt. Die eingeleitete Vertriebsstrategie werden wir auch in Kooperation mit dem Verbund konsequent weiter umsetzen."

Vor allem die anhaltenden Erfolge im Darlehens- und Einlagengeschäft lassen einen Zinsüberschuss auf Höhe des Vorjahresniveaus erwarten. Beim Provisionsüberschuss plant die apoBank ein Ergebnis über Vorjahresniveau.

Der Verwaltungsaufwand wird in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der Umsetzung der IT-Migration auf das genossenschaftliche Verbundrechenzentrum sowie weiterer Neueinstellungen im Rahmen der Vertriebsoffensive steigen und zum Ende des Jahres planmäßig über Vorjahresniveau liegen.

Die operative Risikovorsorge im Kreditgeschäft ist stabil und wird voraussichtlich das Vorjahresniveau nicht überschreiten. Die Risikovorsorge für Finanzinstrumente und Beteiligungen bleibt angesichts der anhaltenden Unsicherheiten auf den Finanzmärkten weiterhin schwer prognostizierbar. Insgesamt erwartet die Bank hier jedoch einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Das Portfolio der strukturierten Finanzprodukte von aktuell 4,0 Mrd. Euro wird die Bank konsequent weiter abbauen. Aufgrund von auslaufenden Refinanzierungsverträgen bei zwei Spezialfonds (so genannte LAAM-Fonds) wird die Bank im weiteren Verlauf des Jahres die hier zugrunde liegenden Wertpapiere übernehmen. Dies führt dazu, dass sich das Risikovolumen bis zum Jahresende temporär auf ca. 4,4 Mrd. Euro erhöht, aber dennoch unter dem Jahresultimo 2009 (4,5 Mrd. Euro) bleiben wird.

Die 2009 eingerichtete Arbeitsgruppe zur Risikoimmunisierung der Finanzinstrumente arbeitet kontinuierlich an Optimierungsmöglichkeiten zur weiteren Reduzierung des Risikovolumens aus den strukturierten Finanzprodukten sowie zur Eigenkapitalstärkung. Strategiekonform soll hierdurch erreicht werden, die Ressourcen allein auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.

Herbert Pfennig: "Mit den getroffenen Maßnahmen haben wir insgesamt schon ein gutes Stück Weg hinter uns gebracht, wenngleich uns der Abbau des Risikovolumens noch einige Zeit begleiten wird. An unserer Planung, für das Geschäftsjahr 2010 wieder dividendenfähig zu sein, halten wir nach dem erreichten Ergebnis des ersten Halbjahres mit gewachsener Zuversicht fest."

Die Finanzberichte der apoBank finden Sie hier.