apoBank: Zahnärzte bevorzugen bei Existenzgründungen die Übernahme von Einzelpraxen

Düsseldorf, 27.01.2010

Viele Zahnärzte bevorzugten in 2008 die deutlich preiswertere Übernahme von Einzelpraxen. Dieser Trend wurde durch die jährliche Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und dem Institut der Deutschen Zahnärzte zum zahnärztlichen Investitionsverhalten bestätigt. Basis der Studie bilden Existenzgründungsfinanzierungen, die von der apoBank begleitet wurden. Als Finanz­dienstleister Nummer eins für Heilberufler hat die apoBank einen besonders guten Marktüberblick und verfügt damit auch über sehr aussagekräftige Strukturdaten von Existenzgründungen.

Der Trend zu Praxisübernahmen ist insbesondere in den neuen Bundesländern festzustellen. Dort hat diese Form der Existenzgründung mittlerweile einen Anteil von 65 Prozent erreicht. In den alten Bundesländern beträgt der Anteil wie im Vorjahr 48 Prozent.

Wer eine Einzelpraxis von Kollegen übernahm, konnte einen signifikant geringeren Investitionsbetrag als bei Praxisneugründungen kalkulieren. Für Praxen in großstädtischen Lagen war der durchschnitt­liche Finanzbedarf mit 247.000 Euro deutlich günstiger als bei Neugründung.

Für Praxisübernahmen im ländlichen Umfeld mussten Zahnärzte im Schnitt 279.000 Euro ausgeben. Das entspricht einer moderaten Steigerung von 4 Prozent.

Für Praxisneugründungen müssen Zahnärzte teils deutlich mehr ausgeben als im Vorjahr. Für das Jahr 2008 zeigt die Analyse teils starke Veränderungen beim Finanzierungsvolumen der Jungunter­nehmer. Die Beträge umfassen Kaufpreis oder Kosten für Neuanschaffung plus Betriebsmittelkredit sowie zusätzliche Investitionen, etwa für Umbauten.

Unabhängig vom Standort wurden Neugründungen von Einzelpraxen in den alten Bundesländern inklusive Berlin deutlich teurer. Die höchsten finanziellen Anstrengungen hatten Zahnärzte zu stemmen, die in mittelgroßen Städten (100.000 bis unter 500.000 Einwohner) ihre Praxis gründeten. Mit 490.000 Euro lag deren Finanzierungsvolumen zirka 24 Prozent über dem Wert aus 2007. Trotzdem erfolgten die häufigsten Neugründungen im mittelstädtischen Umfeld. Im großstädtischen Bereich mit einer Bevölkerung von 500.000 Einwohner und mehr, stieg das Finanzierungsvolumen auf 378.000 Euro. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Um sich besser etablieren zu können, wählen viele Existenzgründer auch die Form der Kooperation. Gut jeder fünfte (23 Prozent) Jungunternehmer in den neuen Bundesländern wählt die Berufsaus­übungsgemeinschaft. In den alten Bundesländern sind es 38 Prozent. Insbesondere die jüngeren Zahnmediziner entscheiden sich für die Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen.