apoBank: Ärzte bevorzugen bei Existenzgründungen weiterhin die Übernahme von Einzelpraxen

Düsseldorf, 27.01.2010

Auch im Analysejahr 2007/2008 bevorzugten viele Ärzte die Übernahme von Einzelpraxen. Dieser allgemeine Trend wurde durch die jährliche Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) zum ärztlichen Investitionsverhalten bestätigt. Basis der Studie bilden Existenzgründungsfinanzierungen, die von der apoBank begleitet wurden. Als Finanzdienstleister Nummer eins für Heilberufler hat die apoBank einen besonders guten Marktüberblick und verfügt damit auch über sehr aussagekräftige Strukturdaten von Existenzgründungen.

Die Einzelpraxisübernahme ist nach wie vor - mit 47 Prozent in den Alten und 55 Prozent in den Neuen Bundesländern - die häufigste Niederlassungsform. Daneben gewinnen aber Kooperationen wie die Umwandlung einer Einzelpraxis in eine Berufsausübungsgemeinschaft oder aber die Über­nahme einer Berufsausübungsgemeinschaft durch mehrere Ärzte an Bedeutung.

Ausschlaggebend für eine Einzelpraxisübernahme ist nicht unbedingt das Finanzierungsvolumen. Vielmehr spricht für eine Übernahme, dass der Übernehmer beispielsweise auf bereits vorhandene Strukturen und einen bereits vorhandenen Patientenstamm zurückgreifen kann. Das Finanzierungsvolumen selbst setzt sich aus dem Kaufpreis oder Kosten für Neuanschaffung, Betriebsmittelkredit sowie zusätzliche Investitionen, etwa für Umbauten, zusammen.

Beispielsweise mussten Existenzgründer in den Alten Bundesländern für die Übernahme einer hausärztlichen Einzelpraxis 163.000 Euro aufwenden. Für eine Einzelpraxisneugründung lag der Betrag bei lediglich 130.000 Euro und für die Überführung einer Einzel- in eine Gemeinschaftspraxis bei 122.000 Euro. In den Neuen Bundesländern musste für eine Einzelpraxisübernahme 99.000 Euro bzw. für eine Einzelpraxisneugründung 111.000 Euro aufgewendet werden.

Die Preisunterschiede zwischen den Existenzgründungsformen variieren allerdings je nach Fachgebiet. So lag beispielsweise das durchschnittliche Finanzierungsvolumen für die Einzelneugründung von HNO-Arzt-Praxen in den Alten Bundesländern höher als bei Einzelpraxisübernahme.

Über alle Fachrichtungen betrachtet wurden als Praxisstandort mittelgroße (20.000 bis 100.000 Einwohner) sowie Großstädte (mehr als 100.000 Einwohner) mit 30 bzw. 49 Prozent in den Alten und 40 bzw. 31 Prozent in den Neuen Bundesländern bevorzugt.