Achtbares Geschäftsergebnis

Düsseldorf, 17.06.2008

Vertreterversammlung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) blickt auf ein zufrieden stellendes Geschäftsjahr zurück. In einem ausgesprochen schwierigen Umfeld konnte der Finanzdienstleister Nummer eins im Gesundheitswesen an den Trend des Rekordjahres 2006 anknüpfen. Das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge stieg um 7,7 % auf 314 Millionen Euro. Im Fünf-Jahres-Vergleich entspricht das einem Zuwachs von 54 %. "Diese erfreuliche Entwicklung ist ein Beweis dafür, dass sich unser Geschäftsmodell und unsere Strategie bewährt haben", sagte Vorstandssprecher Günter Preuß auf der Vertreterversammlung des Instituts in Düsseldorf.

Der Zinsüberschuss als wichtigster Ertragsfaktor lag mit 506,6 Millionen Euro um 14,7 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Margen im Neugeschäft aufgrund des starken Wettbewerbs im Bankensektor auch im vergangenen Jahr erheblich unter Druck standen. Zudem sorgte die Krise an den Finanzmärkten für einen geringeren Ergebnisbeitrag der Eigenanlagen und einen generell höheren Refinanzierungsaufwand. Positive Triebkräfte waren ein weiter anhaltendes Darlehenswachstum sowie ein kräftiger Anstieg der Kundeneinlagen.

Die zweite Ertragsposition, der Provisionsüberschuss, wird mit einem Zuwachs um 29,3 Millionen auf 171,3 Millionen Euro ausgewiesen. "Dieser erfreuliche Anstieg ist unter anderem der guten Performance des klassischen Wertpapierbereichs geschuldet", so Preuß weiter. Das Provisionsergebnis mache inzwischen mehr als ein Drittel des Zinsüberschusses aus. "Damit gewinnt das zinsunabhängige Geschäft für unsere Ertragskraft wesentlich an Bedeutung".

Der Verwaltungsaufwand, die Summe aus Personalaufwand, Sachaufwand und Abschreibungen auf Anlagegüter, stieg um 20,5 Millionen Euro auf 378,3 Millionen Euro. Der Personalaufwand ging rein rechnerisch gegenüber dem Vorjahr zurück; dieser Vergleich wird allerdings durch die in 2006 vorgenommene Anpassung des Zinsfußes bei den Rückstellungen für Altersvorsorge und Jubiläen beeinflusst. Ohne diesen Einmaleffekt wäre der entsprechende Faktor aufgrund der Neueinstellungen und der Gehaltserhöhungen um 6,4 % höher als im Vorjahr ausgefallen. Beim Sachaufwand wirkten sich vor allem Projekte kostensteigernd aus, die entweder aufgrund gesetzlicher Vorgaben unvermeidbar sind oder aber der Verbesserung der Effizienz dienen. Dass die apoBank trotzdem kostenbewusst und effizient wirtschaftet, bringt die Aufwandsrentabilität zum Ausdruck, die mit 55,4 % um 0,4 Prozentpunkte besser als im Vorjahr und erheblich besser als der Branchendurchschnitt liegt.

Nach Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von 113,4 Millionen Euro. Gemäß Beschluss der Vertreterversammlung wird dieser Betrag zur Ausschüttung einer vergleichsweise hohen Dividende von sechs Prozent sowie zur weiteren Stärkung der Eigenkapitalbasis verwendet. "Dies gibt uns den notwendigen Spielraum für zukünftiges Wachstum", so der Vorstandssprecher.

Die Bilanz stand zum Jahresultimo 2007 mit 37,1 Milliarden Euro zu Buche, was einem Anstieg um 12,5 % bzw. 4,1 Milliarden Euro entspricht. Damit bleibt die apoBank mit weitem Abstand größte genossenschaftliche Primärbank. Die Expansion spiegelt unter anderem die erfreuliche Ausweitung des Kundengeschäfts wider.

Bei seinem Ausblick auf das laufende Jahr zeigte sich Preuß zuversichtlich. "Unter Einbezug der Auswirkungen der Finanzkrise sowie der fortschreitenden Veränderungen im Gesundheitswesen erwarten wir ein operatives Ergebnis, das nicht schlechter ausfällt als im Vorjahr". Konkret bedeutet das: ein Bilanzgewinn auf Vorjahresniveau, eine unverändert hohe Dividende von 6 % und eine Rücklagenzuführung in Höhe von rund 65 Millionen Euro. "Trotz aller Sorge um die weitere Entwicklung der Märkte und trotz einer erheblich verteuerten Refinanzierung für unser Haus bleiben wir für das laufende Jahr positiv gestimmt", versicherte der Vorstandssprecher. Dazu trage auch bei, dass die apoBank zum 1. Januar dieses Jahres die Pfandbrieffähigkeit erlangt habe und insofern auf günstigere Refinanzierungsbedingungen zurückgreifen könne.

In seiner mit viel Beifall bedachten Rede ging Preuß auch auf die strategischen Überlegungen der apoBank zum Gesundheitsmarkt ein. Nach jahrelangen Reformversuchen unterliege das Gesundheitswesen jetzt erstmalig tief greifenden strukturellen Veränderungen. Daraus würden sich nicht nur Risiken, sondern auch vielfältige Chancen ergeben. Das Gesundheitswesen bleibe deshalb ein Wachstumsmarkt, auch wenn sich die Wachstumsfelder veränderten. "Wir bekennen uns zur Nische; die Positionierung als Bank im Gesundheitswesen ist die Basis für unseren bisherigen und zukünftigen Erfolg", bekräftige Preuß.

Neuwahlen zum Aufsichtsrat

Bei den turnusmäßig anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat wurde Dr. med. Ulrich Oesingmann wiedergewählt. In der Konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats im Anschluss an die Vertreterversammlung wurde Dr. med. dent. Wilhelm Osing als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt.