Nachhaltig erfolgreich

Düsseldorf, 19.06.2007

Vertreterversammlung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) blickt erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der Finanzdienstleister Nummer eins im Gesundheitswesen konnte damit den Trend der Vorjahre fortsetzen und in 2006 zum vierten Mal in Folge eine prozentual zweistellige Verbesserung des Geschäftsergebnisses erzielen. So erhöhte sich das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge um 12,5 % auf 291,6 Millionen Euro. "Dies ist ein Erfolg, über den wir uns sehr freuen", sagte Vorstandssprecher Günter Preuß anlässlich der Vertreterversammlung des Instituts am 15. Juni in Neuss.

Wichtigste Ertragsquelle bleibe nach wie vor der Zinsüberschuss, der um 5,7 % auf 491,9 Millionen Euro stieg. Angesichts eines derzeit "mörderischen Wettbewerbs um Marktanteile im Bankensektor" habe man dies insbesondere Präventivmaßnahmen aus der Vergangenheit sowie dem weiterhin erfreulichen Zugang neuer Kunden und der damit verbundenen Expansion des Kreditgeschäfts zu verdanken.

Besonders positiv entwickelte sich der Provisionsüberschuss mit einem Anstieg von 19,1 % auf 142 Millionen Euro. Schwerpunkt war insbesondere das klassische Wertpapiergeschäft mit Privatkunden. Aber auch das Geschäft mit institutionellen Anlegern wurde erneut ausgeweitet. "Das ist sicher als Erfolg unserer Wertpapierstrategie zu werten, aber auch dem professionellen, engagierten Einsatz unserer Berater, wie auch unserer exzellenten Produktpalette geschuldet", erklärte Preuß. In der Betreuung der Versorgungswerke würden vor allem die innovativen Produkte der apoBank-Tochter AC Capital verstärkt nachgefragt.

Auf der Kostenseite stieg der Verwaltungsaufwand einschließlich der Abschreibungen auf Sachanlagen um 10,4 % auf 357,8 Millionen Euro. Während der Personalaufwand - insbesondere aufgrund einer erforderlichen Zinsfußanpassung anlässlich der Bewertung der Pensionsrückstellungen - um 9,6 % auf 174,5 Millionen Euro ausgeweitet wurde, erhöhte sich der Sachaufwand vor allem aufgrund der strategischen und gesetzlich induzierten Projekte um 12,3 % auf 165,3 Millionen Euro. Dass die Steigerung des Verwaltungsaufwands betriebswirtschaftlich zu vertreten und geschäftspolitisch zu verantworten ist, mache die weitere Verbesserung der Cost-Income-Ratio um 0,7 Prozentpunkte auf 55,8 % deutlich.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wies damit Ende 2006 einen Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 113,3 Millionen Euro aus, was einem Zuwachs von 7,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Entsprechend dem Beschluss der Vertreterversammlung wird der Betrag zur Ausschüttung einer vergleichsweise hohen Dividende von sechs Prozent sowie zur Stärkung des Eigenkapitals (Eigenkapitalquote: 11,4 %) und der vorsorglichen Abdeckung aller absehbaren Risiken aus der Geschäftstätigkeit verwendet.

Die Zahl der Kunden stieg 2006 um netto 9.000; im laufenden Geschäftsjahr sei soeben die Schwelle von 300.000 Kunden überschritten worden. Die damit verbundene Nachfrage nach Darlehen zur Existenzgründung und Immobilienfinanzierung sowie für Projekte im Gesundheitswesen erhöhte die Kundenkredite um 5,6 % auf 20,7 Milliarden Euro. Dies führte zu einer Ausweitung der Bilanzsumme um 11,2 % auf 32,95 Milliarden Euro. Damit bleibe die apoBank die mit Abstand größte genossenschaftliche Primärbank in Deutschland.

Preuß schloss seinen Bericht über die Entwicklung der Bank mit einem Blick in die Zukunft: "Wir gehen davon aus, dass wir das laufende Geschäftsjahr mit einem mindestens ebenso guten Ergebnis abschließen können wie 2006." Sowohl die Aufwandsrentabilität als auch die Zinsspanne dürften mit rund 55 % bzw. 1,6 % weitgehend stabil bleiben. Die Eigenkapitalrentabilität könnte den Vorjahreswert von 14,7 % noch übertreffen. Bei allem berechtigten Optimismus müsse man gleichwohl mit steigendem Konkurrenzdruck durch andere Kreditinstitute und mit einer erhöhten Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklungen im Gesundheitswesen rechnen.

Im Rahmen seiner Rede ging der Vorstandssprecher darüber hinaus harsch mit der Großen Koalition ins Gericht. Nach der Hälfte der Regierungszeit sei nur noch Ernüchterung übrig geblieben. Folgerichtig sei die Zufriedenheit in der Bevölkerung rapide gesunken. In Bezug auf die Gesundheitsreform stellte Preuß unter viel Beifall fest, dass "der Weg in die Staatsmedizin ein klarer Angriff auf die Demokratie sei". Die Entmündigung der Bürger habe eine neue Qualität erreicht, aus "mehr Freiheit wagen" sei damit "der Staat hat das Sagen" geworden. Preuß appellierte eindringlich an alle Vertreter, trotz der gegenwärtigen Situation nicht den Kopf in den Sand zu stecken. "Lassen Sie uns Schulter an Schulter für den Erhalt und die Sicherung freiberuflicher Strukturen in der ambulanten Versorgung kämpfen". Nicht dem kassenhörigen, sondern dem unternehmerisch denkenden und zupackenden Heilberufler gehöre die Zukunft. Diesen werde die apoBank als Partner der Heilberufe auch weiterhin tatkräftig unterstützen.

Neuwahlen zum Aufsichtsrat

Bei den turnusmäßig anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat wurde Dr. med. dent. Wolfgang Eßer wiedergewählt. Zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden von der Vertreterversammlung Eberhard Gramsch und Friedemann Schmidt bestimmt.

In der Konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats im Anschluss an die Vertreterversammlung wurde Dr. med. dent. Wilhelm Osing einstimmig als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt.