Zufriedenstellende Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2011

31.08.2011

  • Jahresüberschuss in Höhe von 23,5 Mio. Euro auf Vorjahresniveau
  • Wachstum im Kerngeschäft: Darlehens- und Einlagengeschäft erneut mit Zuwächsen
  • Aufwendungen für IT-Migration belasten operatives Ergebnis
  • Gesamtjahresprognose bestätigt

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat das erste Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 23,5 Mio. Euro abgeschlossen (30.06.2010: 25,0 Mio. Euro). Das Ergebnis ist geprägt durch zwei wesentliche Entwicklungen: die positive Entwicklung im Kerngeschäft, also dem Geschäft mit Heilberufsangehörigen und ihren Organisationen, und andererseits die Investitionen, die im Rahmen strategischer Projekte getätigt wurden. Dazu gehört in erster Linie die Optimierung der IT-Struktur. Aufgrund des gestiegenen Investitionsaufwands lag das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge – das operative Ergebnis der apoBank – mit 160,2 Mio. Euro erwartungsgemäß unter dem hohen Vorjahreswert (30.06.2010: 175,9 Mio. Euro).

"Trotz des erheblichen Investitionsaufwands für unsere IT-Migration können wir mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres zufrieden sein. Dieses Ergebnis ist Ausdruck unseres starken Kerngeschäfts. Auch wenn die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten uns mit Vorsicht in die Zukunft blicken lassen, halten wir auf Basis der erfreulichen Geschäftsentwicklung der vergangenen sechs Monate an der Jahresprognose fest. Wir wollen im Gesamtjahr einen Jahresüberschuss erwirtschaften, der eine adäquate Dividendenzahlung ermöglicht", so Herbert Pfennig, Sprecher des Vorstands der apoBank.

Insgesamt hat die Bank in ihrem Kerngeschäft an die erfolgreiche Entwicklung des Vorjahres angeknüpft und ihre Marktposition weiter gefestigt. Bei der Kundenzahl konnten weitere Zuwächse verzeichnet werden, so dass im ersten Halbjahr erstmals die 350.000er Marke überschritten wurde.

Der Geschäftsverlauf im Einzelnen

Der Zinsüberschuss lag mit 320,9 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert (30.06.2010: 315,4 Mio. Euro). Getrieben wurde diese Entwicklung unter anderem durch den Anstieg im Kreditneugeschäft auf 2,2 Mrd. Euro (30.06.2010: 1,9 Mrd. Euro), der sich auch im Ausbau des Darlehensbestands niedergeschlagen hat. Darüber hinaus legten die Kundeneinlagen bei gleichzeitig verbessertem Margenniveau nochmals auf 18,7 Mrd. Euro zu (31.12.2010: 18,2 Mrd. Euro). Dagegen führte das erhöhte Zinsniveau zu gestiegenen Refinanzierungskosten.

"Das gute Darlehensneugeschäft, vor allem mit den Privatkunden, ist Ausdruck unserer starken Positionierung als Bank der Heilberufe. Es zeigt sich, dass wir uns auch in Zeiten eines intensiven Wettbewerbs mit unserer einzigartigen Expertise weiterhin positiv von anderen Anbietern differenzieren", so Pfennig weiter.

Die strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen spiegeln sich auch in den Geschäftsaktivitäten der apoBank wider: Der zunehmenden Bedeutung ärztlicher Kooperationen, die von Heilberuflern initiiert und getragen werden, trägt die apoBank mit einem speziellen Bereich innerhalb des Privatkundengeschäfts Rechnung. Im ersten Halbjahr 2011 beliefen sich die Darlehenszusagen gegenüber ambulanten Versorgungsstrukturen auf rund 150 Mio. Euro.

Das Provisionsgeschäft zeigte sich mit 58,5 Mio. Euro (30.06.2010: 67,1 Mio. Euro) insgesamt stabil. Der zahlenmäßige Rückgang erklärt sich vor allem durch eine Umgliederung von Erträgen aus dem Kundenkreditgeschäft in den Zinsüberschuss. Neben einer insgesamt soliden Entwicklung im Wertpapiergeschäft mit den Privatkunden hat vor allem die Vermögensverwaltung zunehmend zum Ergebnis beigetragen: Hier hielt der positive Trend auch im ersten Halbjahr 2011 an. Mehr als 300 Neukunden konnten gewonnen werden, das betreute Volumen stieg deutlich von 1,1 Mrd. Euro auf 1,3 Mrd. Euro.

Der Verwaltungsaufwand ist vor allem geprägt durch die erheblichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Migration auf das genossenschaftliche IT-System bank21. So erhöhte sich der Verwaltungsaufwand im ersten Halbjahr planmäßig auf 219,5 Mio. Euro (30.06.2010: 200,9 Mio. Euro).

Herbert Pfennig: "Nach der Migrationsphase wird die apoBank deutliche Kostenvorteile generieren können und über effizientere Strukturen verfügen, von denen auch unsere Kunden profitieren werden. Damit werden wir noch mehr unseren eigenen Ansprüchen an die Kundenorientierung entsprechen."

Die Bank konnte ihre Risikovorsorge gegenüber dem Vorjahreswert insgesamt deutlich reduzieren. Die Risikokosten für das Kundenkreditgeschäft spiegeln die stabilen Rahmenbedingungen im Kerngeschäft wider und stiegen einhergehend mit dem weiteren Wachstum im Kreditgeschäft leicht auf 33,5 Mio. Euro an (30.06.2010: 30,2 Mio. Euro). Auch die Risikokosten und Vorsorgemaßnahmen für Finanzinstrumente und Beteiligungen konnten deutlich auf 61,8 Mio. Euro reduziert werden (30.06.2010: 115,5 Mio. Euro).

Die Bilanzsumme hat sich im Berichtszeitraum leicht auf 39,3 Mrd. Euro erhöht (31.12.2010: 38,8 Mrd. Euro). Während das Geschäftsvolumen im Kundengeschäft ausgebaut wurde, konnten andererseits Fortschritte im Risikoabbau bei den strukturierten Finanzprodukten erzielt werden. Die strukturierten Finanzprodukte hat die Bank in den ersten sechs Monaten deutlich von 4,2 Mrd. Euro per 31.12.2010 auf 3,5 Mrd. Euro reduzieren können.

Strategiekonform hat die apoBank im ersten Halbjahr 2011 auch erreicht, ihre Eigenkapitalsituation zu verbessern. Sowohl die Eigenmittelquote (13,6% ggü. 11,9% zum 31.12.2010) als auch die Kernkapitalquote (8,5% ggü. 7,6% zum 31.12.2010) haben sich erhöht. Maßgeblich hierfür waren die Fortsetzung des Risikoabbaus sowie Rücklagen- und Reservenzuführungen aus dem Jahresergebnis 2010. Angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen wird sich die Bank auch künftig darauf konzentrieren, die Eigenkapitalbasis durch geeignete Maßnahmen weiter zu stärken.

Ausblick

Die apoBank erwartet, die positive Entwicklung im operativen Geschäft - auch in Kooperation mit der genossenschaftlichen FinanzGruppe - fortzusetzen. Trotz der deutlich erhöhten Belastungen durch die IT-Migration strebt sie dank der operativen Ertragskraft ein auskömmliches Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge an. Insgesamt plant die apoBank einen Jahresüberschuss zu erwirtschaften, der eine Dividendenausschüttung an die Mitglieder sowie die satzungsgemäße Dotierung der Rücklagen erlaubt.

Bei der Risikovorsorge erwartet die Bank nach heutigem Stand einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Während sich die Risikokosten für das Kundenkreditgeschäft entsprechend der Ausweitung des Geschäftsvolumens weiterhin auf einem stabil niedrigen Niveau entwickeln, ist die Entwicklung bei den Finanzinstrumenten angesichts der Situation an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten nur schwer zu prognostizieren.

Die Finanzberichte der apoBank finden Sie hier.