apoBank: Bilanzgewinn von 7,6 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2009

27.08.2009

  • Operatives Kerngeschäft bildet stabiles Fundament
  • Sondereffekte beeinflussen Ergebnis
  • Vertriebskraft gestärkt und Beraterkapazitäten aufgestockt

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat heute ihren Halbjahresfinanzbericht 2009 veröffentlicht. Im operativen Kerngeschäft ist die Bank insgesamt gut in das Geschäftsjahr 2009 gestartet. Trotz der Auswirkungen der Finanzmarktkrise erzielte die Bank im 1. Halbjahr 2009 mit einem Bilanzgewinn von 7,6 Mio. Euro ein positives Ergebnis (30.06.2008: 56,8 Mio. Euro). Der deutliche Rückgang gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres ist differenziert zu betrachten: Einerseits konnte das operative Kerngeschäft weiter erfolgreich ausgebaut werden. Demgegenüber standen im Wesentlichen drei Effekte, die letztlich zu dem Ergebnisrückgang führten:

  • Wegfall im Vorjahr generierter Zusatzerträge im strategischen Zinsrisikomanagement
  • Einmalaufwendungen im Rahmen von "apoFit" - einem Projekt zur nachhaltigen Optimierung der Kostenstruktur
  • Aufwendungen im Zusammenhang mit der eingeschlagenen Konsolidierungs- und Risikoabsicherungsstrategie sowie Wertkorrekturen im Finanzinstrumente-Portfolio

Die Grundertragskraft der Bank ist unverändert solide und konnte diese Ergebnisbelastungen auffangen.

Die Zahlen im Detail:

Der Zinsüberschuss ging erwartungsgemäß auf 300,0 Mio. Euro zurück (30.06.2008: 323,1 Mio. Euro). Wesentlichen negativen Einfluss hatten die entfallenden Zusatzerträge aus dem strategischen Zinsrisikomanagement in 2008. Kompensierend wirkten insbesondere die Vertriebserfolge im Kreditgeschäft. Hier konnte das hohe Niveau des Vorjahres übertroffen werden. Dies kommt neben wachsenden Volumina auch in einer um rd. 6.300 auf rd. 325.400 gestiegenen Kundenzahl zum Ausdruck (31.12.2008: 319.100).

Der Provisionsüberschuss war von den Folgen der Finanzmarktkrise und der weiterhin vorherrschenden Zurückhaltung der Anleger gekennzeichnet und lag mit 35,3 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahr (30.06.2008: 73,5 Mio. Euro). Im Gegenzug legten die Kunden erfreulicherweise ihr Geld vermehrt direkt bei der apoBank an.

Der Verwaltungsaufwand lag mit 193,0 Mio. Euro (30.06.2008: 187,5 Mio. Euro) leicht über dem Vorjahresniveau. Einmalaufwendungen im Rahmen von "apoFit" konnten durch ein stringentes Kostenmanagement im Wesentlichen ausgeglichen werden. Die apoBank schafft durch "apoFit" zusätzliche Freiräume für strategische Investitionen zur Umsetzung ihrer Wachstumsstrategie. So wurden beispielsweise die Beraterkapazitäten um mehr als 80 Mitarbeiter im Vertrieb aufgestockt und weitere Standorte eröffnet.

Die saldierte Risikovorsorge betrug im 1. Halbjahr 2009 insgesamt 124,1 Mio. Euro und lag damit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (30.06.2008: 123,4 Mio. Euro):

  • Im klassischen Kundenkreditgeschäft bewegte sich die Risikovorsorge dabei mit einem Saldo von 38,1 Mio. Euro (30.06.2008: 15,7 Mio. Euro) auf dem Niveau der geplanten Standardrisikokosten. Der Anstieg gegenüber dem günstigen Vorjahresniveau ist auf das gestiegene Kreditvolumen und auch auf Einzelwertberichtigungen bei größeren innovativen Versorgungsstrukturen zurückzuführen. Die Qualität im Kreditportfolio insgesamt ist unverändert gut.
  • Der Saldo der Risikovorsorge im Finanzinstrumente-Portfolio betrug 82,0 Mio. Euro (30.06.2008: 92,2 Mio. Euro) und ist weiterhin von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise geprägt. Neben Wertkorrekturen bei strukturierten Finanzprodukten ist die Risikovorsorge auf die konsequent fortgeführte Konsolidierungs- und Risikoabsicherungsstrategie zurückzuführen. Leistungsstörungen oder Ausfälle waren in den Tranchen der apoBank im 1. Halbjahr nicht zu verzeichnen. Im Gegenzug sind auch Zuschreibungen infolge von planmäßig eingegangenen Fälligkeiten von Wertpapieren angefallen.
  • Der Saldo der sonstigen Risikovorsorgepositionen belief sich auf 4,0 Mio. Euro (30.06.2008: 15,5 Mio. Euro).


Die Bilanzsumme per 30. Juni 2009 betrug 40,4 Mrd. Euro (31.12.2008: 41,2 Mrd. Euro) und bewegt sich damit leicht unter Vorjahresniveau. Diese Entwicklung resultiert aus zwei gegenläufigen Bewegungen: Zum einen ist das Kundenkreditgeschäft wiederum deutlich gewachsen. Dagegen wirkte der strategisch gewollte, konsequente Abbau des Finanzinstrumente-Portfolios entlastend.

Das haftende Eigenkapital der Bank hat sich auf rd. 2,6 Mrd. Euro erhöht (31.12.2008: 2,5 Mrd. Euro). Die Eigenmittel- bzw. Kernkapitalquote der Bank verringerte sich per 30. Juni 2009 auf 9,5 Prozent (31.12.2008: 12,8 %) bzw. 6,4 Prozent (31.12.2008: 8,7 %). Dies ist auf die überproportionale zusätzliche Eigenkapitalbindung infolge von Ratingherabstufungen von Wertpapieren im Verbriefungsportfolio zurückzuführen. Ziel ist es, nachhaltig eine Kernkapitalquote von über 7 Prozent und eine Eigenmittelquote von über 10 Prozent zu erreichen. In diesem Zuge hat die apoBank geeignete Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals ergriffen. Die Einbindung in die Solidargemeinschaft des genossenschaftlichen Bankenverbundes führt zudem zu einem hohen Maß an Sicherheit und Stabilität.

Die Liquiditätssituation der Bank ist gut gesichert und auf Basis unterschiedlicher Quellen derzeit komfortabel. Die Refinanzierung stützt sich sowohl auf wachsende Kundengelder als auch auf erfolgreiche Emissionen von Schuldverschreibungen und Pfandbriefen am Kapitalmarkt.

Der neue Vorstandssprecher Herbert Pfennig: "Vor dem Hintergrund des herausfordernden Umfelds der Finanzmarktkrise zeigt das positive, wenn auch deutlich verringerte, Halbjahresergebnis der apoBank, dass wir mit unserem operativen Kerngeschäft über ein stabiles Fundament verfügen, das auch Belastungen aushält. Zwei Milliarden Euro Neuausleihungen im Darlehensbereich im 1. Halbjahr 2009 belegen eindrucksvoll, dass es bei uns keine Kreditklemme gibt und die apoBank mit ihrem Know how eine zentrale Funktion in der Kreditversorgung des deutschen Gesundheitswesens und der Heilberufler einnimmt. Unser Finanzinstrumente-Portfolio werden wir über die nächsten Jahre kontinuierlich abbauen, um so die Ressourcenbindungen deutlich zu reduzieren und uns künftig ganz auf die Wachstumspotenziale in unserem Kerngeschäft zu konzentrieren. Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung im Kerngeschäft. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Finanzmarktkrise lässt aber aus heutiger Sicht keine zuverlässige Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2009 zu."