Wahljahr 2017: Das sind die Themen

Die Trends beim Gesundheitspolitischen Jahresauftakt 2017 der apoBank in Düsseldorf

Im September wird der Deutsche Bundestag gewählt. Elemente einer zukunftsweisenden Gesundheitspolitik könnten sein:

  • Die qualitativ hochwertige medizinische und pharmazeutische Versorgung muss nachhaltig finanziert werden. Gefordert ist die patientenorientierte Reform der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung - mit Augenmaß. Die Vorteile einer Einheitsversicherung sind kaum auszumachen.

  • Besonders komplexe Krankheitsbilder erfordern fach- bzw. sektorübergreifende Versorgungskonzepte. Auch Patienten erwarten zunehmend vernetzte Versorgungsangebote. Unflexible Sektorengrenzen werden diesen Anforderungen kaum gerecht.
  • Neue Technologien, Big Data und digitaler Wandel werden künftig verstärkt Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung haben. Hier gilt es in der nächsten Legislaturperiode, Rahmenbedingungen zu entwickeln, um Zugangsvoraussetzungen, Qualität und Sicherheit dieser digitalen Verfahren zu gewährleisten.
  • Der Patientennutzen und Versorgungsqualität sind und bleiben die entscheidenden Maßstäbe für Fortschritt im Gesundheitssystem. Unter diesen Bedingungen müssen das sektorübergreifende Dokumentations-, Vergütungs- und Qualitätsmanagement im deutschen Gesundheitsmarkt weiterentwickelt werden.

Wir haben Heilberufler befragt: Wo brennt es im Gesundheitssystem?

Anpacken - aber richtig!

Welche Aufgaben müssen im Gesundheitssystem angegangen werden? Wir haben im Rahmen des Gesundheitspolitischen Jahresauftakts 2017 der apoBank prominente Gäste nach ihrer Meinung befragt.

Die z. T. kontrovers diskutierten Themen sind:

  • die sektorübergreifende Versorgung
  • angemessene Finanzierung der Leistungen
  • die Revision des EuGH-Urteils durch die Bundesregierung

 

Wahljahr 2017: Wie beurteilen Sie die Bürgerversicherung?

In Ablehnung vereint

Die SPD hat zum Auftakt des Wahlkampfs das Thema Bürgerversicherung erneut aufgegriffen. Die Grünen und die Linke ziehen inzwischen nach. Die Einheitsversicherung wird also den Wahlkampf mit bestimmen - sehr zum Verdruss vieler Akteure im deutschen Gesundheitswesen:  

  • "Was wir uns überhaupt nicht wünschen, das ist eine Bürgerversicherung."
    (Georg Baum, DKG-Hauptgeschäftsführer)
  • "Das sollte nicht Ziel der Politik sein."
    (Thomas Grünert, Chefredakteur "Der gelbe Dienst")
  • "Die Bürgerversicherung löst kein einziges Problem."
    (Dr. Andreas Gassen, KBV-Vorstandsvorsitzender)
     

Meinungs-Check: Bürgerversicherung

Blog: Bürgerversicherung als Lösung?

Der Wahlkampf 2017 hat begonnen und das Thema Bürgerversicherung steht wieder auf dem Tableau. Die SPD schärft ihr gesundheitspolitisches Programm und nennt konkrete Schritte für den Weg zur Bürgerversicherung. Die Bertelsmann Stiftung aktualisiert ihre Studien und rechnet die Einspareffekte aus.

Georg Heßbrügge, Leiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank, zu Einheitsversicherung, Wahlfreiheit und künftiger Versorgung.

Der Meinungsradar

  • Unsere  Gäste haben sich mit Hilfe unseres Meinungs-Radars geäußert.
  • Sie diskutierten das Themenfeld Bürgerversicherung - Staatliche Regulierung, das nach dem Vorstoß der SPD weithin Beachtung gefunden hat.

Das Ergebnis

  • Mehr als die Hälfte der Beteiligten geht davon aus, dass die Bürgerversicherung ein zentrales Thema im Wahlkampf sein wird.
  • Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer lehnt eine weitergehende Regulierung ab und erwartet sich davon keine Qualitätsverbesserung.
  • Eine Minderheit erwartet, dass die Bürgerversicherung kein zentrales Thema des Bundestagswahlkampfes sein wird.  

Impressionen: Gesundheitspolitischer Jahresauftakt