So finden Profis gute Aktien

Märchen und Geldanlage

Im Märchen helfen Tauben dem armen Aschenputtel, beim Lesen der Linsen die guten herauszufiltern. In der Geldanlage sind es Aktienanalysten, die für Anleger im Universum der Anteilsscheine diejenigen Papiere identifizieren, die Erfolg versprechen.

Aktien tragen zur Vermehrung des Vermögens bei, wenn ...

Aktien tragen dann zur Vermehrung des Vermögens bei, wenn die Unternehmen, für die sie stehen, profitabel sind und der Börsenkurs steigt. Deshalb dringen die Profis mit ihren Analysen tief in die Zahlenwerke und das wirtschaftliche Umfeld der Kandidaten ein.

So schauen sie zum einen, ob die Branche, in der sich das Unternehmen bewegt, Zukunft hat: Kann sie etwa vom Trend der Digitalisierung profitieren? Zum anderen werten die Spezialisten Daten wie die Umsatz- und Gewinnentwicklung, die Investitionstätigkeit, die Wettbewerbsposition oder die Auftragslage aus.

Eine viel beachtete Kennzahl ist der Cash Flow, der Fluss der freien Kapitalmittel, mit denen Verpflichtungen bedient werden. Einige Analysten schauen sich zudem die Qualität des Managements an, und immer wichtiger wird die Frage, ob das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet.


Weitere Tests beziehen sich auf Vergleichszahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es setzt den aktuellen Kurs an der Börse ins Verhältnis zum Jahresgewinn pro Aktie. Ist das KGV höher als bei Konkurrenzunternehmen, deutlich vieles darauf hin, dass die Aktie zu teuer ist. Ein niedriges KGV könnte dagegen für eine Kaufgelegenheit sprechen.

apoBank-Expertin Inga Krzeczkowska, Abteilungsleiterin Analytics & Engineering, gibt hier regelmäßig Tipps zur Geldanlage.

Dividendenrendite

Viele Anleger interessieren sich vor allem für die Dividendenrendite. Deren bloße Höhe sagt jedoch wenig über die Rentabilität des Unternehmens aus: So wird in einem Jahr vielleicht viel ausgeschüttet, die nächsten Jahre aber gar nichts. Insofern ist Dividendenkontinuität von großer Bedeutung.

Wesentlich ist zudem, ob das Unternehmen das Geld, das es ausschüttet, tatsächlich erwirtschaftet hat oder dafür auf Reserven zurückgreifen musste. Im Lauf ihrer Untersuchungen kristallisieren die Analysten nach und nach eine überschaubare Zahl von Aktien heraus, die für Anleger interessant sein könnten. Die besten davon kommen dann ins Töpfchen – oder in der Geldanlage zum Beispiel in einen Aktienfonds.

Stand: 06/2018