Jetzt Ernte einfahren!

In der Finanzwelt ticken die Uhren zuweilen anders als in der Natur

Statt im Herbst ist im Frühjahr Erntezeit an der Börse. Viele Aktiengesellschaften schütten in diesen Wochen Dividenden – also Teile des Gewinns aus dem vergangenen Jahr – an die Anteilseigner aus.

Dividendenrenditen von vier Prozent oder mehr

Die Renditen sind durchaus üppig – zumal im Vergleich mit den mageren Zinsen für Sparguthaben. So können Anleger bei einigen Aktien aus dem deutschen Leitindex Dax Dividendenrenditen von rund vier Prozent oder mehr erwarten, etwa bei der Allianz, BMW, Daimler, Telekom oder der Münchner Rück. Wer zum Stichtag etwa Aktien von BMW im Wert von 1.000 Euro im Depot hat, kann sich über eine Dividende von gut 40 Euro freuen. Auch im Vergleich mit einer Investition in festverzinsliche Wertpapiere ist das immer noch viel.

apoBank-Expertin Inga Krzeczkowska, Abteilungsleiterin Analytics & Engineering, gibt hier regelmäßig Tipps zur Geldanlage.

Ausschüttungen können schwanken

Wo ist der Haken? Dividenden sind keine Konstante, die sich wie der Kupon einer Anleihe während der Laufzeit von Jahr zu Jahr fortschreibt, sondern können schwanken. Genauer gesagt werden sie jedes Jahr von den Eigentümern des Unternehmens neu festgelegt – u. a. auf Basis der erzielten Erträge der vergangenen zwölf Monate. Ist es in dieser Zeit wirtschaftlich schlecht gelaufen, kann also auch einmal die Dividende für ein Jahr komplett ausfallen.

Breite Streuung über Dividendenfonds

Einige Unternehmen haben seit 25 Jahren, manche gar seit 100 Jahren dauerhaft Dividenden ausgeschüttet. Zahlungsströme in der Vergangenheit sind gleichwohl kein Garant dafür, dass es auch in der Zukunft so bleibt. Wer die Mühe scheut, sich mit der wirtschaftlichen Lage einzelner Unternehmen genauer zu befassen, ist deshalb mit einem Dividendenfonds besser bedient, da hier das Kapital breit über viele ausschüttungsstarke Unternehmen gestreut wird. Das Risiko eines Ernteausfalls bei einer einzelnen Aktie kann so gut aufgefangen werden.

Stand: 04/2018