Frühjahrsputz im Depot

Der kalendarische Winter ist vorbei.

Viele Menschen nutzen den Frühling, um aufzuräumen, die Wohnung zu renovieren oder Dinge auszusortieren, die ihre beste Zeit hinter sich haben.

Was den eigenen vier Wände gut tut, kann auch bei der Geldanlage nicht schaden: Vielleicht schlummern im Depot noch ein paar längst vergessene Werte, an deren Kaufmotivation man sich heute nur noch vage erinnert. Oder ist das Geld immer noch auf dem Sparbuch geparkt und hat im vergangenen Jahr fast null Zinsen eingebracht?

Ein ausführlicher Blick

Ein ausführlicher Blick auf den aktuellen Status Quo der eigenen Finanzen kann wertvolle Erkenntnisse liefern. Am besten, man holt sich dafür die Unterstützung eines versierten Beraters, denn die Fragen sind nicht immer einfach zu beantworten. Ist das Portfolio noch gut aufgestellt? Passt die Geldanlage zu meinem Risikoprofil?

Viele Anleger beschreiben sich gerne als sicherheitsorientiert

Aber was heißt das eigentlich? Eine risikolose Geldanlage kann sich schnell als Bumerang erweisen – nämlich dann, wenn der Ertrag so niedrig ist, dass er nicht einmal die magere Inflationsrate übertrifft. Das vermeintlich sicher angelegte Ersparte wird so plötzlich zum Verlustgeschäft.

apoBank-Expertin Inga Krzeczkowska, Abteilungsleiterin Analytics & Engineering, gibt hier regelmäßig Tipps zur Geldanlage.

Gerade junge Menschen können kontrolliert etwas höhere Risiken eingehen. Denn über längere Zeiträume lassen sich etwaige Zwischenverluste in der Regel ausgleichen. Am Ende ist die Rendite deutlich höher als bei festverzinslichen Anlagen, wie das folgende Beispiel zeigt:

  • Ein Student zahlt seit 2007 jeden Monat 50 Euro auf ein Sparbuch ein und erhält dafür im Schnitt ein Prozent Zinsen pro Jahr. 2017 stehen 6.311,33 Euro auf seinem Konto.
  • Eine Kommilitonin ist zum selben Zeitpunkt ebenfalls mit 50 Euro pro Monat gestartet, hat aber – anstatt aufs Sparbuch – in einen Fondssparplan auf Aktien aus dem deutschen Leitindex Dax investiert. Bis Ende 2017 konnte sie – trotz zwischenzeitlicher schwerer Verwerfungen an den Finanzmärkten – im Schnitt rund 4,8 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaften. Ihr Fondsdepot hatte am Schluss also einen Wert von mehr als 7.600 Euro.

Fast 1.300 Euro mehr? Dafür hätte sich der Frühjahrsputz vor zehn Jahren doch gelohnt, oder?

Stand: 03/2018