Reha-Branche unter Druck


Die Corona-Pandemie stellt neue Aufgaben an Reha-Kliniken


Neben der Übernahme von Kurzzeitpflege agieren stationäre Reha-Kliniken phasenweise als Backup für die Akutkrankenhäuser. Werden Elektiveingriffe in den Krankenhäusern abgesagt, führt das zu erheblichen Problemen bei der Auslastung der Einrichtungen. Denn allein 40 Prozent aller Reha-Maßnahmen resultieren aus Anschlussheilbehandlungen.

Die Therapiearbeit im Krisenmodus bedeutet erhebliche zusätzliche Sach- und Personalkosten, bei weiterhin hohen Auslastungsrisiken. Dabei bleibt die finanzielle Unterstützung aus den Maßnahmenpaketen der Bundesregierung hinter den Erwartungen zurück.

Einrichtungen, die schon vor der Corona-Pandemie Belegungsprobleme hatten, kommen jetzt zunehmend an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Insgesamt wird sich die Situation in den Reha-Klinken erst entspannen, wenn die Regelversorgung in Krankenhäusern wieder stabil ist und aufgeschobene Operationen nachgeholt werden.

Anbieter von Reha-Leistungen


Zwischen Auslastungsrisiken und neuen Konzepten

Nachholeffekte in der Reha erwartet – Behandlungen immer aufwändiger

Solange die Corona-Pandemie anhält, werden Krankenhäuser nicht in der Lage sein, die verschobenen Operationen aufzuholen. Die Nachfrage nach Anschlussheilbehandlungen wird nach der Pandemie deutlich zunehmen.
 

In Teilen wird sich der Gesundheitszustand der Elektiv-Patienten während der Corona-Pandemie verschlechtern. Damit wird sich auch der Bedarf und die Dauer der Reha-Behandlungen erhöhen.
 

Personelle und räumliche Kapazitäten werde zum Wettbewerbsfaktor. Letztlich sind das die Voraussetzungen, um an den Nachholeffekten zu partizipieren.

 

Wie bereiten Sie sich auf steigende Kapazitätsbedarfe vor? Lassen Sie uns darüber sprechen.

Neue Reha-Konzepte entstehen

Prognosen zufolge werden künftig bis zu 30 Prozent der stationären Reha-Kapazitäten in neue Konzepte fließen. Vor allem ambulante, mobile und Tele-Reha sind gefragt. Die Corona-Pandemie werden viele Betreiber zum Anlass nehmen, das eigene Konzept zu überdenken.
 

Immer mehr Reha-Kliniken werden ihr Leistungsspektrum um (Online-) Angebote erweitern. Einerseits, um Patienten zu gewinnen, andererseits um neue Ertragsquellen zu erschließen.
 

Als besonders vielversprechendes Zukunftsfeld gilt die Telemedizin in der Reha-Nachsorge, mit Angeboten wie App-basierten Trainings. Viele der ambulanten Reha-Patienten, die in der Pandemie nicht mehr in die Einrichtung kamen, konnten so online weiter trainieren und den Kontakt zum Therapeuten halten. 
 

Auch sektorenübergreifende Informations- und Kommunikationskonzepte rücken immer mehr in den Fokus. Impulsverstärker wird die Telematikinfrastruktur sein, die in den kommenden Monaten schrittweise im Gesundheitswesen ausgebaut wird. Reha-Kliniken können sich perspektivisch freiwillig anbinden.

 

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Konsolidierung der Reha-Anbieter beschleunigt sich

Reha-Kliniken, die bereits vor der Corona-Pandemie Belegungsprobleme hatten, erreichen derzeit zunehmend ihre wirtschaftlichen Grenzen. Das gilt besonders für kleinere Betreiber, denn sie werden durch die neuen organisatorischen Herausforderungen und Hygienevorschriften besonders belastet.

Auch viele ambulante und mobile Leistungsanbieter, die keine Ausgleichszahlungen aus dem Rettungsschirm erhielten, kommen in finanzielle Bedrängnis. Gerade die mobile Rehabilitation, die oft ältere, multimorbide Menschen behandelt, stellt mit Blick auf die demographische Entwicklung für andere Anbieter ein interessantes Ziel dar. Da in der Akutphase der Pandemie oft keine Leistungen in Altenheimen erfolgten, fiel rund ein Drittel der Behandlungen weg, verbunden mit erheblichen Umsatzrückgängen.
 

Neben dem ökonomischen Druck wird die Konzentrationswelle durch den Trend zur Umsetzung neuer Konzepte beschleunigt. Beide Faktoren wurden durch die Corona-Pandemie verstärkt.

 

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Strategische Aufstellung der Reha-Einrichtungen entscheidet

Kurzfristig steht die Reha-Branche unter Druck. Für die kommenden Monate wird es entscheidend sein, in welcher Intensität die Corona-Pandemie die Regelversorgung in Krankenhäusern und Arztpraxen beeinträchtigt und ob Menschen mit Reha-Bedarf diese auch tatsächlich in Anspruch nehmen. Große Reha-Verbünde mit mehreren Standorten und Fachabteilungen werden die Auslastungsrisiken besser meistern, als Einzelunternehmen. Perspektivisch wird der Reha-Bedarf steigen. Von dieser Entwicklung profitieren eher große Reha-Verbünde, die die räumlichen und personellen Kapazitäten haben.

Neue, moderne Reha-Konzepte werden zum Wettbewerbsfaktor, Nicht nur im Kampf um Patienten und Mitarbeiter, sondern auch um Synergien zu erzielen. Investitionsstau und nicht refinanzierte Kostenstrukturen werden kleinere Rehakliniken überproportional treffen.

Wir erwarten sowohl mehr Innovationen am Reha-Markt, als auch vermehrt Fusionen und Übernahmen. Der Konzentrationsprozess folgt dabei keiner strukturpolitischen Konzeption und wird nur in wenigen Fällen die eigentliche Bedarfssituation berücksichtigen.

Bei der Gestaltung der aktuellen Herausforderungen unterstützen wie Sie gerne. Sprechen Sie uns an.