Krankenhaus 2021


Zwischen Corona und Digitalisierung


Ein Jahr Corona-Pandemie: Für die Krankenhausbranche ist der Krisenmodus zum Dauerzustand geworden. Für die finanzielle Lage der Kliniken werden die kommenden Monate, der weitere Pandemieverlauf und die Impferfolge entscheidend sein.

Dazu stellt die Digitalisierung die Einrichtungen vor neue Herausforderungen: Bis Jahresende müssen die Bedarfsanmeldungen für das Krankenhauszukunftsprogramm eingereicht sein. Und mit der Bundestagswahl im September werden auch die strukturellen Themen wie Ambulantisierung, Zentralisierung oder die DGR-Reform erneut in den Fokus rücken.

Lesen Sie unsere Thesen zu den Herausforderungen der Branche.

Vor diesen Herausforderungen stehen Krankenhäuser

Investitionsschwerpunkte verschieben sich

Während der Pandemie wird der Balance-Akt zwischen Krise und Regelbetrieb im Vordergrund stehen. Modernisierungen, beispielsweise von Patientenzimmern oder neue Bauprojekte werden zurückhaltender getätigt.

Im Fokus stehen 2021 Investitionen in Digitalisierungsprojekte: Mit dem Zukunftsprogramm für Krankenhäuser werden Fördermittel i. H. v. 3 Mrd. Euro (zzgl. Ko-Finanzierung) zur Verfügung gestellt. Bis zum Jahresende müssen die Landesbehörden die Bedarfsanmeldungen beim Bundesamt für Soziale Sicherung melden. Die Antragsformulare finden Sie hier.
 

Neben der Modernisierung von Notfallambulanzen werden Investitionen dann in die digitale Infrastruktur erfolgen: Patientendatenmanagement, digitaler Datentausch mit anderen Gesundheitseinrichtungen oder Telemedizin werden perspektivisch erhebliche Effizienzpotenziale bringen.

Nach der Pandemie rücken bauliche Maßnahmen wieder verstärkt in den Fokus. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Krankenhäuser mit anpassungsfähigen Raumkonzepten sowie Ein- und Zweibettzimmern flexibler auf den Pandemieverlauf reagieren konnten.


Sind Sie bereit für digitale Lösungen? Lassen Sie uns darüber sprechen.

Nachholeffekte werden zur strategischen Entscheidung

Expertenschätzungen zufolge sind im letzten Jahr gut 12 Prozent der stationären Behandlungen ausgefallen; nicht alle werden sich nachholen lassen. Vielmehr werden ausgebliebene Behandlungen mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes verbunden sein. Dies wird eine Erhöhung der Fallschwere in Krankenhäusern nach sich ziehen.

Insgesamt wird das Hochfahren der einzelnen Fachabteilungen zu einer strategischen Entscheidung: Die Belastungen für das Personal bleiben auch nach der Pandemie hoch, so dass sich Engpässe bei den Fachkräften verstärken werden. Gleichzeitig sind zur Bewältigung der Nachholeffekte ausreichend räumliche Kapazitäten erforderlich.

Verfügt eine Klinik hier nicht über Spielräume, werden Patienten in andere Einrichtungen abwandern. Die Entscheidung in welchen Fachbereichen dieses Risiko eingegangen werden kann, sollte daher gut durchdacht sein.

Wie stellen Sie sich auf die weitere Patientenversorgung ein? Lassen Sie uns darüber sprechen.

Neuordnung des Marktes verschiebt sich

Der eingeschränkte Regelbetrieb während der Pandemie und die anschließenden Nachholeffekte bei Operationen werden den Prozess der Strukturbereinigung um ein bis zwei Jahre verzögern. Langfristig werden Überkapazitäten in Reservekapazitäten umgewandelt. Hierzu bedarf es eines Konzepts, um in neuen Krisensituationen flexibler reagieren zu können.

Die Schaffung einer sektorenübergreifenden Versorgung wird eine der größten Herausforderung der kommenden Jahre. Eine reibungslose Zusammenarbeit mit der ambulanten Versorgung wird sowohl für die Qualität als auch für die Wirtschaftlichkeit des gesamten Gesundheitswesens wichtiger: Noch gelten in den Sektoren unterschiedliche Planungsmechanismen, Qualitäts- und Behandlungsstandards sowie Vergütungsstrukturen. Die Folge sind Informationsverluste an den Schnittstellen und in den Dokumentationen, intransparente Abläufe sowie Doppelarbeiten. Behandlung und Betreuung werden nicht optimal aufeinander abgestimmt, was bei einer alternden Gesellschaft und Zunahme chronischer Erkrankungen steigende Versorgungs- und Koordinationsbedarfe verursacht.

Auch im Gesundheitswesen wird die Rezession der Wirtschaft den Konzentrationsdruck beschleunigen. Kettenkonzepte werden in allen Bereichen des Gesundheitswesens verstärkt zu sehen sein.

Wie sichern Sie Ihre Marktposition? Lassen Sie uns darüber sprechen.

 

Langer Atem gefragt


Krisenmodus hält mittelfristig an

Die Corona-Pandemie hat das Tempo bei den bestehenden Entwicklungen deutlich verändert: Die Digitalisierung wird beschleunigt, die Neustrukturierung des Marktes zeitweise entschleunigt. Derzeit prägen Unsicherheiten und finanzielle Risiken die Krankenhauslandschaft. Dennoch: Das Gesundheitswesen steht aufgrund der Extremsituation wie nie zuvor im Fokus der Öffentlichkeit.

Für die Positionierung als krisensicherer Arbeitgeber kann sich daraus eine Chance geben, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Erhält die Branche die notwendige Unterstützung aus der Politik, könnte sie sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dafür benötigt sie mittelfristig viel Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich flexibel an die laufenden Herausforderungen anzupassen.