Krankenhäuser im Stresstest

Corona verändert die Krankenhäuser


Die Rahmenbedingungen der Branche haben sich grundlegend verändert. Zahlreiche regulatorische Vorgaben, Verschiebungen elektiver Eingriffe und die permanente Bereitschaft für die Versorgung von COVID-19-Patienten bestimmen den Alltag der Krankenhäuser.

Die strukturellen Themen wie Konsolidierung, Ambulantisierung, Spezialisierung und Zentralisierung sind zunächst in den Hintergrund getreten. Im Gegenzug muss sich die Branche auf ein ungewohntes Marktumfeld einstellen.
Lesen Sie unsere vier Thesen zu den Herausforderungen im Klinikmarkt.

Vor diesen Herausforderungen stehen Krankenhäuser

Neue Investitionen nach der Corona-Krise

Während der Pandemie wird der Spagat zwischen Krise und Regelbetrieb für Krankenhäuser im Vordergrund stehen und zu Zurückhaltung bei Investitionen führen.

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern bzw. langfristig zu halten, sind jedoch umfangreiche Investitionen in eine modernere und bessere Ausstattung der jeweiligen Kliniken unverändert erforderlich. Die Fördermittel aus dem aktuellen „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“ über drei Milliarden Euro zzgl. Kofinanzierung durch die Länder sollen on top die unzureichende Landesfinanzierung um bis zu 4,3 Milliarden Euro ergänzen.

Neben der Modernisierung von Notfallambulanzen und Stärkung regionaler Versorgungsstrukturen werden Investitionen in digitale Anwendungen erfolgen: Patientendatenmanagement, digitaler Datenaustausch mit anderen Gesundheitseinrichtungen, Telemedizin sowie Robotik und High-Tech-Lösungen werden erhebliche Effizienzpotenziale in der Versorgung entstehen lassen.

Um den neuen Transparenzlevel am Markt für sich nutzen zu können, werden immer mehr Krankenhäuser Daten aus den eigenen Krankenhausinformationssystemen verwendbar machen.

Sind Sie bereit für digitale Lösungen? Lassen Sie uns darüber sprechen.

Pflegekräfte neu ansprechen

Während der Pandemie erfahren Pflegekräfte eine deutlich höhere öffentliche Wertschätzung. Da der Fachkräftemangel besonders bei examinierten Pflegekräften besteht, sollten sich hieraus ergebende Potenziale für die Mitarbeitergewinnung im Nachwuchsbereich genutzt werden.

Um langfristig von dem Imagegewinn zu profitieren, sind aber nicht nur flächendeckende Kampagnen, sondern gute Arbeits­bedingungen erforderlich: Neben der Übertragung heilkund­licher Aufgaben auf die Pflegekräfte bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentraler Faktor.

Im Hinblick auf die beschleunigte Digitalisierung sollten Krankenhäuser auch im IT-Bereich den Fachkräftemangel angehen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wie wettbewerbsfähig sind Sie am Arbeitsmarkt? Lassen Sie uns darüber sprechen.

Nachholeffekte bei Operationen

Durch die Verschiebung planbarer Leistungen und Operationen sind zwischen März und Juni circa zehn Millionen Behandlungstage ausgefallen. Aufgrund der permanenten Bereitschaft für COVID-19-Patienten können diese Leistungen während der Pandemie nicht vollständig nachgeholt werden.

Ausgebliebene Behandlungen werden eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes betroffener Patienten und somit eine Erhöhung der Fallschwere in Krankenhäusern nach sich ziehen. Leichtere Fälle führen zu mehr ambulanten Behandlungen – die Ambulantisierung nimmt in diesem Kontext Fahrt auf.

Zur Bewältigung der Nachholeffekte werden personelle, apparative und räumliche Kapazitäten zum Wettbewerbsfaktor. Für Krankenhäuser mit begrenzten Spielräumen wird eine zunehmende Auslastung der Fachabteilungen zur strategischen Entscheidung.

Wie stellen Sie sich auf die eingeschränkte Planbarkeit der Patientenversorgung ein? Lassen Sie uns darüber sprechen.

Strukturelle Neuordnung des Krankenhausmarktes verschiebt sich

Der eingeschränkte Regelbetrieb während der Pandemie und anschließende Nachholeffekte bei Operationen werden den Strukturbereinigungsprozess um ein bis zwei Jahre verzögern. 

Langfristig können Überkapazitäten zum Teil in Reservekapazitäten umgewandelt werden. Hierzu bedarf es neuer Risikokonzepte, um in Krisensituationen flexibel zu reagieren.

Infolge der zu erwartenden Rezession, sinkender Einnahmen von Gebietskörperschaften bzw. Krankenkassen und stagnierender Fallzahlen wird die Strukturreform im Krankenhausbereich beschleunigt. Zusätzlich dazu rücken die integrierten Versorgungs- und Vergütungskonzepte zunehmend in den Fokus der Marktakteure.

Wie sichern Sie Ihre Marktposition? Lassen Sie uns darüber sprechen.

 

Stresstest in der Krankenhausbranche


Mittelfristig kein Ende in Sicht

Die Corona-Krise hat die strukturellen und ökonomischen Probleme der stationären Versorgung in Deutschland noch deutlicher zu Tage treten lassen und die Dynamik bereits bestehender Trends verändert: eine Beschleunigung der Digitalisierung und die temporäre Entschleunigung der Neustrukturierung des Marktes. Trotz aller Unsicherheiten und finanzieller Risiken bietet die Extremsituation eine Chance für Krankenhäuser, sich als krisensicherer Arbeitgeber zu positionieren und dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenzuwirken.

Erhält die Branche die notwendige Unterstützung aus der Politik, kann sie sogar als Gewinner aus dem Stresstest hervorgehen. Dafür benötigt jedes Krankenhaus in seiner spezifischen Versorgungssituation die Anpassungsfähigkeit, um neuen Rahmenbedingungen und Herausforderungen einer zunehmenden Versorgungseffizienz gerecht zu werden.

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