Alternativen zur dualen Krankenhausfinanzierung

14.10.2015 - Seit einiger Zeit nehmen die Diskussionen um die Zukunft der dualen Krankenhausfinanzierung zu. So auch Anfang des Monats beim Europäischen Gesundheitskongress, in dessen Rahmen ich an der Podiumsdiskussion zum Thema "Krankenhausfinanzierung – wer sind die Retter" teilnahm. Es wurde einmal mehr deutlich, dass es für die zukünftige Finanzierung der Krankenhäuser keine Standardlösung geben wird.

Anspruch und Wirklichkeit liegen auseinander

Prof. Volker Penter, Leiter Health Care Deutschland bei der KPMG AG, beleuchtete zu Beginn der Diskussion die möglichen Alternativen zur dualen Finanzierung. Das Grundmodell der wirtschaftlichen Sicherung von Krankenhäusern, sollte auch künftig die duale Finanzierung sein - darin waren wir uns in der Runde einig. Das heißt, die Krankenkassen bezahlen weiterhin die Behandlungen über die Fallpauschalen und die einzelnen Bundesländer sind für Investitionen zuständig.

Doch allen Akteuren ist mehr als gut bekannt, dass hier Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinanderliegen. Denn die einzelnen Bundesländer kommen ihrer Verpflichtung in sehr unterschiedlicher Weise nach. Die Notwendigkeit, sich alternative Finanzierungsquellen zu erschließen, wird noch dadurch verstärkt, dass Krankenhäuser immer mehr Leistungen anbieten, die nicht durch die duale Finanzierung abgedeckt sind. Hierzu zählen beispielsweise die neueren Versorgungsangebote an der Schnittstelle ambulant-stationär und/ oder spezielle Privatzahlerangebote.

Die strategische Ausrichtung des Krankenhauses entscheidet

Nur wie können Alternativen aussehen? Eines vorne weg, die Ideallösung wurde auch in unserer Diskussion nicht gefunden und leider wird es sie auch nicht geben. Aber ist das eigentlich problematisch? Nach unserer Einschätzung nicht. Am Ende des Tages ist es eine Kombination aus verschiedenen Möglichkeiten, die ein Krankenhaus in die Lage versetzt, seine notwendigen Finanzierungen darzustellen und seine Zukunftsstrategie konsequent zu verfolgen. Der strategischen Ausrichtung des Hauses - auch darin waren sich alle Diskutanten einig - kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Zu den künftig relevanten Themen, mit denen sich ein Krankenhaus auseinandersetzen muss, gehört u.a. die Orientierung an Wettbewerbsangeboten, um demgegenüber die eigenen Stärken herauszuarbeiten. Es gilt die demografische Entwicklung im eigenen Umfeld zu berücksichtigen und auch alle Stakeholder des Unternehmens ins Boot zu holen. Das beginnt bei den Mitarbeitern und geht weiter bei den Zuweisern, wesentlichen Lieferanten, Bankpartnern, dem Aufsichtsrat und - gerade bei kommunalen Häusern - den politischen Entscheidungsträgern. Erst auf Basis dieser Überlegungen entstehen die Grundlagen, auf denen sich Erträge und positive Cash Flows generieren lassen. Diese wiederum können dann für die direkte Finanzierung, z.B. des working capitals oder die Refinanzierung von Kreditinanspruchnahmen eingesetzt werden.

Herausforderung: Aussagekräftige Finanzunterlagen

Die eigene Zukunftsstrategie in Einklang mit der finanziellen Mittelfristplanung zu bringen, stellt manche Krankenhäuser noch vor große Herausforderungen. Das zeigt sich auch in unserer täglichen Beratungspraxis. Aktuell konzentrieren wir uns im Dialog mit unseren Kunden darauf, welche Informationen ein Fremdkapitalgeber benötigt und warum. Auf dieser Basis erarbeiteten wir dann das passende Finanzkonzept. Um diesen Prozess weiter zu vereinfachen und Krankenhäuser bei ihrer Finanzplanung noch mehr zu unterstützen, entwickeln wir derzeit ein spezielles Tool, das die Erstellung eines Finanzierungs-Exposés weiter vereinfacht. Ich bin mir sicher, dass wir auf diese Weise weitere Transparenz in die alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für Krankenhäuser bringen werden.