Verdienstmöglichkeiten von Ärzten

Start in die Selbständigkeit?

04.12.2015 - Spätestens am Ende der Ausbildung stellt sich für junge Ärzte die Frage nach den beruflichen Perspektiven. Ist die eigene Praxis eine Option? Endlich wirklich selbst entscheiden, was dem Wohle des Patienten dient. Aus eigener ärztlicher Verantwortbarkeit. Aber bedeutet Selbständigkeit nicht: Selbst und ständig? Wo bleibt die Zeit für die Familie, die Hobbys, für mich?

Bei all diesen Fragen begegnet mir ein Aspekt besonders häufig: Wie sehen überhaupt die aktuellen Verdienstmöglichkeiten aus? Schließlich werden die ärztlichen Organisationen nicht müde zu betonen, die Honorare der Mediziner seien zu niedrig bemessen und darüber hinaus bestünde der permanente Versuch, Leistungsgeschehen in Richtung Krankenhaus zu verlagern. Ist die eigene Praxis möglicherweise nicht mehr lukrativ? Liegen die Verdienstmöglichkeiten in den Händen einer Politik, der es vor allem auf Einsparungen ankommt? Kurzum: Lohnt sich das alles überhaupt?

Gute Verdienstmöglichkeiten in der Selbständigkeit

Eines vorweg: Die Möglichkeiten der Berufsausübung für Ärzte sind heute so vielfältig wie noch nie zuvor. Seit Anfang 2007 hat sich vieles geändert. Die Entscheidung lässt wahrlich nicht nur die Wahl zwischen selbständig oder angestellt. Die wichtigsten Stichworte: Teilzulassung, Job-Sharing, MVZ. Das Vorurteil, eine vernünftige Work-Life-Balance ließe die selbständige Tätigkeit nicht zu, ist nicht mehr haltbar. Das Gegenteil ist der Fall.

Und: gut verdienen lässt sich auch. Der kalkulatorische Arztlohn, der sich an dem Bruttogehalt eines Oberarztes orientiert, wurde zuletzt auf 135.000 Euro pro Jahr festgelegt. Als niedergelassener Arzt - das zeigen unsere Analysen der Einnahmen- und Kostenstrukturen regelmäßig - sind die Verdienstmöglichkeiten ungleich besser: 50 Prozent aller selbständig tätigen Ärzte erzielen mit ihrer Praxis einen Überschuss, der diese Marke übersteigt. Bei einzelnen Facharztgruppen sind es z.T. sogar 70 Prozent.

Dieses Statement bedeutet nicht, dass die Honorierung aus der GKV nicht deutlich verbesserungswürdig wäre – aber das ist ein anderes Thema. Mit jüngsten Steigerungsraten des Nominallohnindex, also dem Anstieg der durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste in Deutschland, kann die Entwicklung der Überschüsse aus der Praxis im Durchschnitt der Jahre jedenfalls mithalten.

Unterstützung ist gefragt

Kombiniert man nun gedanklich die vielfältigen Job-Gestaltungsmöglichkeiten mit den nicht schlechten Verdienstaussichten, dann lassen sich die komplexen Fragen, die mit einem Schritt in die Selbständigkeit einhergehen, zwar nicht spielend, aber mit guten Beratern doch zielführend meistern.