Neue Player auf dem Gesundheitsmarkt

23.08.2016 - Der Gesundheitsmarkt ist ein lukrativer Wachstumsmarkt. Kapitalstarke Konzerne wie Google, IBM oder Apple haben das längst entdeckt. Sie sind in der Lage, komplexe Datenmengen so zu verarbeiten, dass sie für gesundheitsbezogene Anwendungen eingesetzt werden können. Aber auch kleinere Startups erobern den Gesundheitsmarkt.

Aus innovativen Ideen entstehen unter anderem Apps mit einem sehr praktischen Nutzen. Ich denke hier an Tinnitracks, die eine Tinnitus-Therapie mit eigener Musik auf den Markt gebracht haben, oder mySugr, die Diabetiker im Alltag unterstützen, um nur zwei der Entwicklungen beispielhaft zu nennen, die heute schon die Gesundheitsversorgung ergänzen und die bestehenden Strukturen und Prozesse erweitern.

Einstieg auf dem zweiten Gesundheitsmarkt

Eine hohe Nachfrage ist solchen Innovationen sicher. Den Einstieg in den Markt nehmen sie üblicherweise über den sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt, also den Markt, auf dem Gesundheitsleistungen frei angeboten werden können. In den ersten Gesundheitsmarkt, d.h. den Teil der Gesundheitsversorgung, in dem Leistungen von gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen übernommen werden, schaffen es derzeit nur Wenige. Denn vor der Aufnahme in deren Regelkatalog sind vergleichsweise starre Strukturen zu überwinden und zahlreiche strenge Regularien zu bewältigen.

Startups tun dem Gesundheitsmarkt gut

Das Startups für neue Möglichkeiten in der Gesundheitsversorgung stehen, kommt nicht von ungefähr. Sie sind innovativ, flexibel und entwickeln ihre Ideen kundenorientiert. Dabei geht es nicht nur darum, steigenden Ansprüchen von Patienten gerecht zu werden. Vielmehr haben viele der neuen Anwendungen meines Erachtens das Potenzial, Versorgung und Prozesse nachhaltig zu verbessern.

Sicher, für Startups ist der Gesundheitsmarkt eine besondere Herausforderung. Denn gerade hier reicht die gute Geschäftsidee nicht aus: Es gilt, die Komplexität dieser Branche genau zu verstehen und einen langen Atem zu haben.

Der erste Gesundheitsmarkt öffnet sich

Doch auch wenn der Weg in die Regelversorgung unbestritten steinig ist, es bewegt sich doch einiges: Erste Krankenkassen schließen - wenn auch zunächst über Selektivverträge - Vereinbarungen mit Startups. Zum Beispiel mit Patientus, der Online-Video-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient. Wo Innovationen medizinisch sinnvoll sind, die Behandlungsprozesse verbessern und zu mehr Patienten-Compliance - kurzum einem hohen Nutzen für alle Beteiligten führen - werden die Entwicklungen auch den Weg in den ersten Gesundheitsmarkt finden.

Damit sich Startup-Ideen langfristig erfolgreich etablieren können, brauchen deren Initiatoren neben Durchhaltevermögen, finanzielle Mittel und gute Partner. Nicht zuletzt deshalb begleitet die apoBank das Startupbootcamp Digital Health.