Als Tierarzt im Ausland arbeiten -

Wir zeigen, wie es funktioniert.

Allgemeines

Allgemeine Informationen

Viele deutsche Tierärzte haben den Traum, auch einmal im Ausland zu praktizieren, um so ganz neue Erfahrungen und Perspektiven kennenzulernen. Gerade Tierärzte aus Deutschland haben dank ihrer hoch qualifizierten Ausbildung im Ausland ein hohes Ansehen.

Leider macht die Bürokratie bei einer geplanten Tätigkeit im Ausland auch vor Tierärzten keinen Halt. Somit sehen sich Tierärzte mit ähnlichen Hürden konfrontiert wie auch die anderen medizinischen Heilberufler (siehe dazu unbedingt: „Als Arzt im Ausland arbeiten“).

Hier erhalten Sie Hilfestellungen, wie es auch für Sie möglich ist, Ihren Traum vom Arbeiten im Ausland zu verwirklichen. Früh in die Planung für sein Vorhaben einzusteigen, um einen reibungslosen Wechsel hinzubekommen, ist dabei sehr wichtig.

Wer nur eine bestimmte Zeit im Ausland verbringen möchte hat die Möglichkeit, im Rahmen seiner Ausbildung oder durch Freiwilligenarbeit Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Hierzu schauen Sie sich bitte die entsprechenden Informationen im Bereich „Ärzte“ an. Im Folgenden haben wir zusätzliche Themen herausgearbeitet, die speziell die Gruppe der Tierärzte betreffen.

Ausbildung

Ähnlich wie in der ärztlichen Ausbildung, kann auch der Tierarzt für die praktischen Abschnitte seines Studiums ins Ausland gehen. Hier sollte vorher jedoch ein Blick in die tierärztliche Approbationsordnung geworfen werden. Abschnitt 3 (§54) umfasst die  Richtlinien für die praktische Ausbildung, an denen sich dann auch die Auslandsaufenthalte orientieren sollten. Am besten hält man vorher Rücksprache mit dem zuständigen Prüfungsamt bezüglich der Anerkennung des Praktikums - das erspart im Nachhinein viele Probleme.

Um an eine Stelle zu gelangen, bietet sich das Gespräch mit der eigenen Fakultätsorganisation an, da oftmals Kontakte und Kooperationen zu ausländischen Universitäten bestehen. Zudem kann über Förderprogramme (DAAD, Erasmus+) finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen werden. Gerade im tierärztlichen Bereich werden Praktika fast nie entlohnt.

Interessante Berichte von Auslandserfahrungen gibt es unter:

www.vetstage.de

Freiwilligenarbeit im Ausland

Gerade in sozioökonomisch schwachen Ländern müssen sich viele Einheimische immer noch auf die Arbeit von Nutztieren verlassen. Wer daher einen sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten will, kann seine Fähigkeiten für einen gewissen Zeitraum dem Allgemeinwohl zu Gute kommen lassen. Folgende Internetseiten und Organisation liefern näheren Informationen:

Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Projects Abroad

Eine Checkliste vom Tierärzteverband zeigt, worauf man bei der Teilnahme an Freiwilligenprojekten achten muss.

Top-Länder

Skandinavien

Ein beliebtes Ziel für einen kurzen oder auch längeren Auslandsaufenthalt sind die skandinavischen Länder. Die guten Verdienstmöglichkeiten und eine exzellente Infrastruktur machen sie zu attraktiven Zielen.

Durch den Anhang V der Richtlinie 2005/36/EG wird die Berufsanerkennung für Tierärzte geregelt. Sie besagt, dass alle Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU, des sonstigen Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz die gleichen Zugangsvoraussetzungen in dem selben Beruf haben müssen, wie Inländer.

Einige Länder verlangen allerdings einen Nachweis über die Sprachkenntnisse und/ oder eine Zugehörigkeit zur nationalen Berufskammer. Kontaktieren Sie daher unbedingt im Vorhinein die behördlichen Stellen im Ausland. Unter EU regulated professions database finden Sie die entsprechenden Kontakte.

In Schweden ist die Veterinärmedizin zum Beispeil dem „Swedish Board of Agriculture“ unterstellt.

Schweiz

Ein hoher Lebensstandard, nähe zur Heimat, Postkartenlandschaften, aber dennoch ein unterschiedliches Gesundheitssystem: Für viele Mediziner der Grund in die Schweiz auszuwandern – auch für Tierärzte eine Option.

Obwohl die Schweiz kein EU-Mitglied ist, wurde die Richtlinie 2005/36/EG, welche eine einfache Berufsanerkennung unter den Mitgliedsstaaten ermöglicht, auch im Namen der Schweiz unterzeichnet. Sofern man also EU-Bürger ist und seine europäischen Universitätsunterlagen vollständig einreicht, sollten keine Probleme beim Diploma-Übertrag entstehen. Weiterführende Informationen sind auf der Seite des Schweizer Gesundheitsamtes zu finden.

Durch das niedrige tierärztliche Lohnniveau in Deutschland, wirkt ein Wechsel in die Schweiz besonders attraktiv. Vorher sollten jedoch die deutlich höheren Lebenserhaltungskosten in die Überlegungen mit einfließen.

USA

Die Vereinigten Staaten sind unter Auswanderern immer noch ein Dauerbrenner. Doch hinsichtlich der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen und Arbeitsgenehmigungen ist das Vorgehen, auch für Tierärzte, äußerst kompliziert.

Einen guten Überblick über das Thema bietet die Seite der American Veterinary Medical Foundation. Neben dem Working-Visum ist das Bestehen eines Äquivalenzkurses (Curriculum) durch die AMVF nötig. Dieser Kurs wird in allen Bundesstaaten akzeptiert. Darüber hinaus muss für die Erhaltung einer Lizenz ein weiterer Test beim „National Board of Veterinary Medical Examiners” absolviert werden. Dazu kommen im Einzelfall noch spezifische Auflagen der einzelnen Bundesstaaten. Eine vorausschauende und wohlüberlegte Planung ist beim Thema USA daher unerlässlich!

Des Weiteren sollten die Kosten für anfallende Kurse und Tests nie unterschätzt werden. Da hier keine pauschalen Angaben existieren, empfiehlt sich der direkte Austausch mit den staatlichen Behörden und Standesorganisationen.