Marktrückblick
Sie wollen wissen, was die Märkte in den letzten vier Wochen bewegt hat?
Die Marktentwicklung der letzten vier Wochen (Stand: 19.01.2012)
Aktien
Im Anschluss an die Weihnachtsfeiertage haben die Kurse an Auftrieb gewonnen, was auch auf die Geldspritzen
der Notenbanken aus Asien, Europa und Nordamerika zurückzuführen sein dürfte. Es hat den Anschein, dass die
gute Stimmung an den Börsen kurzfristig wieder zurück ist. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen für das
deutsche BIP sah es zunächst nicht danach aus. Schließlich sank die Wirtschaftsleistung um 0,2 %. Bei einem
erneuten Rückgang im ersten Quartal 2012 befände sich auch die heimische Wirtschaft in der Rezession. Zuletzt
trieben die Börsen aber die positiven Meldungen aus China und vom ZEW-Index an. Obwohl das chinesische
Wachstum den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht hat, gingen die Wachstumsraten weniger stark
zurück, als von Experten erwartet. Außerdem rechnen Anleger mit Stützungsmaßnahmen seitens der Regierung.
Hinzu kam, dass die Konjunkturerwartungen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung
(ZEW) deutlich besser ausfielen als im Vormonat. Eine weitere Nachricht aus Deutschland könnte die Wirtschaft
stützen – die verfügbaren Einkommen sind im letzten Jahr um 3,3 % gestiegen.
Renten/Konjunktur
Die Ratingagentur S&P hat die Bonität von neun Euro-Staaten herabgestuft. Frankreich
und Österreich haben jetzt ein AA+ Rating. In Schulnoten ist dies eine „Eins
minus“ und immer noch sehr gut. Spanien liegt jetzt bei A, Italien bei BBB+ und Portugal
hat mit nur noch BB seinen Investment-Grade Status verloren. Alle herabgestuften
Staaten haben auch für die Zukunft bei S&P einen negativen Ausblick bekommen.
Deutschland behält sein AAA und bekommt wieder einen stabilen Ausblick.
S&P hatte mögliche Herabstufungen bereits im Dezember angekündigt. Die Agentur
hatte Italien und Spanien noch Zeit gelassen, Anfang Januar die ersten großen Anleihen
erfolgreich zu platzieren. Zudem hat die EZB dem Finanzsystem massiv Liquidität
zur Verfügung gestellt. Auch durch die zuletzt gestiegenen Aktienkurse ist der Zeitpunkt
für die Herabstufung gut gewählt. Zu kritisieren ist, dass die Ratingagenturen
nicht schon viel früher die guten und besten Ratings zurückgenommen haben. Anscheinend
wollten sie den Euroländern während der heftigsten Krisentage keine zusätzlichen
Probleme bereiten. Letztlich haben Sie jetzt nur dokumentiert, was die
hohen Schulden und Defizite gepaart mit großer politischer Uneinigkeit bedeuten.
Die Kurse der Euro-Staatseinleihen waren aufgrund der schwächeren Bonität bereits
2010 und 2011 abgesackt.
Rohstoffe
Seit Anfang des neuen Jahres sind Rohstoffe auf breiter Front gestiegen. Haben wir
noch Ende 2011 geschrieben, dass viele Anleger Aktienmärkte und Rohstoffmärkte
aus Risikogründen verlassen – was die Korrelation dieser Anlageklassen in Richtung
1 bugsierte – so müssen wir jetzt feststellen, dass Investoren wiederkommen. Der
Gleichklang mit den Aktienmärkten ist damit nach wie vor hoch, denn auch Aktien
sind seit Anfang des Jahres deutlich gestiegen. Der Anstieg betrifft auch Öl und
Gold, jedoch ganz deutlich die Industriemetalle wie Aluminium und Kupfer, welche
deutliche Aufschläge verzeichneten. Aber auch bei den Agrarrohstoffen bleibt die
Ertragslage knapp, so dass auch hier die Preise wieder steigen.
Der Ölpreis notiert derzeit bei knapp 100 USD, Brent bei rund 111 USD. Der Preisunterschied
beider Ölsorten hat sich damit deutlich verkleinert, verharrt aber derzeit
auf dieser Spanne. Mit jedem vermeintlichen Licht am europäischen Krisenhorizont
springen die Notierungen geradezu reflexartig in Regionen zurück, in der sich
der Rohölpreis unter dem Eindruck der Arabischen Revolution zwischen Mitte Februar
und Ende Juli mehrheitlich aufhielt.
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