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Garantie-Zertifikate

Von allen Produktfamilien, die wir Ihnen im Laufe der letzten eineinhalb Jahre vorgestellt haben, stellt die Familie der Garantie-Zertifikate die uneinheitlichste Gruppe dar. Denn neben dem gemeinsamen Garantie-Aspekt definieren sich die Chancen der einzelnen Zertifikate über individuell konstruierte Funktionsmechanismen.

Aus diesem Grund ist eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen möglichen Rückzahlungsszenarien in diesem Zusammenhang nicht möglich und sinnvoll. Vielmehr konzentrieren wir uns in dieser Ausgabe des Lexikons der Zertifikate auf die Gemeinsamkeit, die Garantie.

Die meistern Garantie-Zertifikate versprechen dem Anleger, dass er am Laufzeitende zumindest das von ihm angelegte Kapital zurückgezahlt bekommt. Ausnahme sind Zertifikate, die dem Anleger nur einen Teil seines eingesetzten Kapitals garantieren. Das beim Kauf gezahlte Ausgabeaufgeld ist allerdings in jedem Fall von der Garantie ausgenommen, so dass der maximal mögliche Verlust dem Ausgabeaufgeld bzw. dem nicht garantierten Teil zzgl. dem Ausgabeaufgeld entspricht.

Diese Sicherheit muss der Anleger natürlich mit einer geringeren Renditeerwartung bezahlen. Im Allgemeinen liegt die Renditechance zwar deutlich über der Rendite festverzinslicher Wertpapiere, im Vergleich zu Zertifikaten ohne Garantie ist die Rendite jedoch deutlich geringer.

Neben diesem Renditeverzicht müssen bei Garantie-Zertifikate aber auch noch weitere Punkte beachtet werden.

Beispielsweise genießt der Anleger während der Laufzeit keinen Sicherungsschutz. Der Kurs des Zertifikates kann je nach Entwicklung des Basiswertes mehr oder weniger stark schwanken und mitunter sogar deutlich unter dem Einstandskurs notieren. Der Anleger kann also – sofern er gezwungen ist das Zertifikat während der Laufzeit zu verkaufen – auch mit einem Garantie-Zertifikat einen Verlust erleiden.

Darüber hinaus zählen die deutschen Finanzbehörden Garantie-Zertifikate derzeit noch zu den so genannten Finanzinnovationen. Dies hat zur Folge, dass sämtliche Kursgewinne und Ausschüttungen steuerpflichtig sind, auch wenn die 12-monatige Spekulationsfrist eingehalten wird. Dies bedeutet noch einmal eine deutliche Reduzierung der Netto-Rendite des Anlegers im Vergleich zu den nicht garantierten Zertifikate-Strukturen.

Dieser steuerliche Nachteil könnte sich im Rahmen der für 2009 geplanten Abgeltungsteuer jedoch erledigen. Im Rahmen dieser steuerlichen Änderung ist geplant, sämtliche Erträge aus Wertpapiergeschäften mit einer pauschalen Steuer zu belegen. Das bedeutet zwar für die Garantie-Zertifikate keine große Änderung zum Besseren, für die bislang steuerfreien Strukturen bedeutet dies jedoch eine zukünftige Steuerpflicht und somit eine Angleichung an die derzeit noch schlechter gestellten Garantieprodukte.

Fazit:

Garantie-Zertifikate bieten dem konservativen Anleger eine gute Möglichkeit, bei sehr stark limitiertem Risiko an einer positiven Marktentwicklung zu partizipieren. Dabei ist die Partizipation meist geringer als bei nicht garantierten Produkten. Zudem sind nach derzeitigem Steuerrecht sämtliche Erträge aus Garantie-Zertifikaten steuerpflichtig, so dass dies zu einem noch größeren Rendite-Nachteil dieser Strukturen gegenüber nicht garantierten Zertifikaten führt. Im Rahmen der geplanten Abgeltungsteuer und der damit verbundenen Reduzierung des Rendite-Nachteils dürften Garantie-Zertifikate jedoch zukünftig wieder eine größere Bedeutung gewinnen.

Mit dieser 12. Ausgabe des Lexikons der Zertifikate möchten wir die Serie zunächst einmal beschließen. Wir sind der Meinung, Ihnen in den letzten eineinhalb Jahren die wichtigsten Zertifikate-Strukturen vorgestellt zu haben. Sollte es zukünftig die ein oder andere Struktur geben, die am Markt neu geschaffen wird, werden wir diese Serie im Bedarfsfall natürlich gerne um weitere Ausgaben ergänzen.

Lexikon der Zertifikate Teil 12 Download

(PDF:73 KB)

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