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Rainbow-Zertifikate

Rainbow-Zertifikate beziehen sich zumeist auf drei verschiedene Basiswerte. Dabei kann es sich beispielsweise um drei Aktienindizes, drei Indizes aus unterschiedlichen Anlageklassen (z.B. Aktienindex, Rentenindex, Immobilienindex) oder aber auch um drei Investmentfonds handeln.

Zu Beginn werden zunächst einmal die drei verschiedenen Basiswerte festgelegt und eine Auszahlungsstruktur für das Laufzeitende festgelegt. Dabei wird gewichtet, in welchem Maße die einzelnen Basiswerte in die Rückzahlung einfließen. Beispielsweise fließt am Laufzeitende die Entwicklung des besten Basiswertes mit 60%, der zweitbeste mit 30% und der schlechteste mit 10% in die Ermittlung des Rückzahlungsbetrages ein. Um die Schwankung während der Laufzeit auszugleichen, werden meist nicht nur die Kurse der Basiswerte zum Fälligkeitstag zu Grunde gelegt. Vielmehr wird die Performance der einzelnen Basiswerte zu festgelegten Stichtagen festgehalten (oftmals quartalsweise) und aus diesen die durchschnittliche Performance für die gesamte Laufzeit errechnet. Diese Vorgehensweise sorgt für eine Glättung der Ergebnisse, die sich in stark schwankenden Märkten vorteilhaft auswirkt. In konstant steigenden Märkten kann die Durchschnittsbildung aber auch zu einer Reduzierung der Rendite gegenüber einer ausschließlichen Betrachtung der Fälligkeitskurse führen.

Beispiel:

Der Anleger kauft ein Rainbow-Zertifikat mit einer Laufzeit von 4 Jahren zu einem Ausgabekurs von € 100,--. Als Basiswerte werden die drei Aktienindizes EuroStoxx50, Nikkei 225 und S&P 500 herangezogen. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger - zuzüglich zu seinem eingesetzten Kapital - die durchschnittliche Performance der drei Basiswerte ausgezahlt. Dabei wird der Wert mit der besten Entwicklung mit 60% gewichtet, der Zweitbeste mit 30% und der schlechteste Basiswert fließt lediglich mit 10% in die Berechnung des Rückzahlungsbetrages ein.

Legt der EuroStoxx 50 beispielsweise während der Laufzeit um durchschnittlich 20%, der Nikkei 225 um durchschnittlich 30% und der S&P 500 um durchschnittlich 10% zu, erhält der Kunde am Ende der Laufzeit eine Rückzahlung in Höhe von € 125,--. Diese berechnet sich wie folgt:

  Rückzahlung des eingesetzten Kapitals 100%
+ 60% der durchschnittlichen Performance des Nikkei 225 (30%) 18%
+ 30% der durchschnittlichen Performance des EuroStoxx 50 (20%) 6%
+ 10% der durchschnittlichen Performance des S&P 500 (10%) 1%

= Gesamtrückzahlung 125%

Bei einer gleichmäßigen Gewichtung der drei Basiswerte hätte er hingegen lediglich eine Gesamtrendite von 20% erzielen können. Der Vorteil der Rainbow-Struktur liegt in diesem Beispiel also bei 5%.

Besonders vorteilhaft ist die Rainbow-Struktur bei einer sehr differenzierten Entwicklung der Basiswerte. Liegt die Entwicklung des EuroStoxx 50 beispielsweise durchschnittlich bei 8%, die Entwicklung des Nikkei 225 durchschnittlich bei - 40% und die Entwicklung des S&P 500 bei durchschnittlich 4%, erzielt der Kunde trotz des massiven Kursrückgangs des Nikkei 225 eine geringe positive Rendite in Höhe von 2,00%, während er bei einer gleichmäßigen Direktinvestition einen Verlust von ca. 9,33% erlitten hätte.

Fazit:

Rainbow-Zertifikate bieten den Anlegern die Möglichkeit, sich an der positiven Entwicklung verschiedener Anlagealternativen zu beteiligen, ohne sich vorab auf eine Alternative festlegen zu müssen. Vielmehr sichert er sich durch die Übergewichtung der rückblickend besten Rendite einen deutlichen Vorteil gegenüber einer gleichmäßigen Direktinvestition. Die dabei zumeist verwandte Durchschnittsbildung bei der Performanceermittlung kann in konstant steigenden Märkten zu einer deutlichen Renditereduktion führen, in schwankenden Märkten kann hingegen sie glättende Wirkung haben. Rainbow-Zertifikate eignen sich somit insbesondere für Anleger, die sich vorab nicht auf ein Marktsegment bzw. eine Asset-Klasse festlegen möchten.

In der nächsten und zunächst einmal letzten Ausgabe des Lexikon der Zertifikate werden wir die Möglichkeiten von Garantie-Zertifikaten vorstellen und die Vor- und Nachteile dieser Zertifikate-Strukturen beleuchten.

Lexikon der Zertifikate Teil 11 Download

(PDF:80 KB)

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