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Deep-Discount-Zertifikate

Deep-Discount-Zertifikate haben eine begrenzte Laufzeit und bieten dem Anleger die Möglichkeit, an einer stagnierenden bzw. sogar leicht rückläufigen Entwicklung des Basiswertes (dies kann ein Aktienindex oder eine Einzelaktie sein) zu partizipieren. Wie beim „normalen“ Discount-Zertifikat auch, erhält der Anleger durch das Zertifikat das Recht auf Auszahlung des Gegenwertes bzw. auf den vorab festgelegten Höchstwert des Basiswertes. Auch verzichtet der Anleger auf eine Auszahlung möglicher Dividenden sowie eine Partizipation an einer positiven Entwicklung des Basiswertes. Anders als beim herkömmlichen Discount-Zertifikat kann der Basiswert beim Deep-Discount-Zertifikat jedoch auch in bestimmtem Maße fallen, ohne dass der Anleger eine Reduzierung seines Ertrags hinnehmen muss. Erst ab einer vorab festgelegten Schwelle reduziert sich seine Rendite bzw. läuft er in Gefahr, einen Verlust hin nehmen zu müssen.

Beispiel:

Ein Anleger kauft heute ein Deep-Discount-Zertifikat auf den EuroStoxx50 mit einer Laufzeit bis September 2007 und einem Schwellenwert von 2.800 Punkten. Er bezahlt dafür derzeit 26,50 € je Zertifikat, der Kurs des EuroStoxx50 liegt gleichzeitig bei 3.600 Punkten. Er erwirbt den Index also mit einem deutlichen Kursabschlag, dafür verzichtet er auf eine Partizipation an einem möglichen Kursanstieg.

Sollte der Index im September 2007 über dem aktuellen Stand notieren, erhält der Anleger den Maximalbetrag von einem Hundertstel des Schwellenwertes pro Zertifikat, in diesem Fall € 28,- , zurück gezahlt und erzielt somit eine Gesamtrendite von ca. 5,66% .

Fällt der EuroStoxx50 zum Ende der Laufzeit auf 2.800 Punkte, erhält der Anleger ebenfalls € 28,- pro Zertifikat zurück.

Notiert der Index im September 2007 bei 2.700 Punkten, erhält der Anleger € 27,- (ein Hundertstel des Basiswertes) pro Zertifikat zurück. Die Gesamtrendite reduziert sich in diesem Fall auf ca. 1,89%.

Erst ab einem Indexstand von unter 2.650 Punkten gerät der Anleger in die Verlustzone und erhält beispielsweise bei einem Indexstand von 2.000 Punkten pro Zertifikat € 20,- pro Zertifikat ausgezahlt.

Dabei ist sein möglicher Verlust durch den sehr hohen Risikopuffer von 950 Indexpunkten aber deutlich geringer als bei einer Direktinvestition in den EuroStoxx50.

Die graphische Darstellung des Risikodiagramms des Beispiel-Zertifikates ist wie folgt:

lexikon

Fazit:

Deep-Discount-Zertifikate eignen sich insbesondere für Anleger mit neutraler bzw. negativer Marktmeinung. Sie bieten dem Anleger bei sehr geringem Risiko eine Rendite, die in der Regel deutlich über einer Anlage im Rentenbereich liegt. Die überschaubare Laufzeit sowie die nach derzeitigem Steuerrecht noch gegebene Steuerfreiheit der Erträge (bei mindestens 12monatiger Haltezeit der Papiere) machen Deep-Discount-Zertifikate zu einem idealen Ersatz für festverzinsliche Wertpapiere. Die sehr konservative Struktur hat allerdings den Nachteil, dass der Anleger weder Dividendenzahlungen erhält noch an eventuellen Kurszuwächsen des Basiswertes partizipiert. Kunden, die eine positive Marktmeinung haben, sollten jedoch andere Strukturen bevorzugen wie z.B. die so genannte Lock-In-Struktur, die wir Ihnen in der kommenden Ausgabe vorstellen werden.

Lexikon der Zertifikate Teil 6 Download

(PDF:83 KB)

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