Outperformance-Zertifikate
Das Outperformance-Zertifikat profitiert bei steigendem Kurs des Basiswertes (z.B. Aktie oder Index) überproportional, d. h. die Chancen erhöhen sich, während bei fallenden Kursen das Risiko identisch mit einer Direktanlage in Aktien ist.
Diese Erhöhung der Performancechancen wird vielfach auch als "Hebelfaktor" bezeichnet. Als Ausgleich dafür verzichtet der Anleger auf die Zahlung der Dividende, die beim Zertifikat im Gegensatz zur Aktie nicht ausgezahlt wird.
Beispiel:
Ein Anleger kauft heute ein Outperformance-Zertifikat auf die Deutsche Telekom mit einer Laufzeit bis Juni 2007 und einem Startlevel des Basiswertes (Deutsche Telekom) von Euro 13,00. Die Partizipationsquote des Zertifikates liegt bei 200%, d. h. für jeden Euro, den die Aktie bis zum Juni 2007 steigt, steigt das Outperformance-Zertifikat um 2 Euro.
Sollte die Telekom-Aktie im Juni 2007 bei Euro 20,-- notieren, notiert das Zertifikat entsprechend bei Euro 27,--, d. h. statt eines Kursgewinns von ca. 54% in der Aktie (die Dividendenzahlung ist dabei allerdings unberücksichtigt, erhöht die Rendite aber lediglich um ca. 4,5%) erzielt das Zertifikat einen Kursgewinn von ca. 108%. Der Anleger erzielt also mit dem Outperformance-Zertifikat eine nahezu doppelt so hohe Rendite.
Sollte die Aktie im Juni 2007 unverändert bei Euro 13,-- stehen, wird auch das Outperformance-Zertifikat zu Euro 13,-- zurück gezahlt. Der Anleger hat in diesem Fall weder Gewinn noch Verlust gemacht, während er bei einer Aktiendirektanlage zumindest die Dividende eingenommen hätte.
Auch bei fallendem Basiswert stellt sich der Anleger mit der Direktanlage in Aktien besser.
Steht die Telekom-Aktie im Juni 2007 bei Euro 10,--, verliert er mit dem Zertifikat genau Euro 3,--, während er mit der Aktie zwar den gleichen Kursverlust hinnehmen muss, aber zumindest die Dividende vereinnahmen kann, die diesen Verlust ein wenig schmälert.
Die graphische Darstellung des Risikodiagramms des Beispiel-Zertifikates ist wie folgt:

Fazit:
Outperformance-Zertifikate bieten insbesondere in steigenden Märkten die Möglichkeit, einen deutlich höheren Ertrag zu erzielen als mit der Direktanlage in die Aktie. Der Preis dafür ist der Verzicht auf mögliche Dividendenzahlungen der Aktie. Bei der Erwartung seitwärts laufender oder fallender Aktienmärkten empfiehlt sich hingegen die Investition in eine andere Zertifikats-Variante wie z.B. das Bonus-Zertifikat, welches wir in der kommenden Ausgabe vorstellen werden.
| Lexikon der Zertifikate Teil 2 |

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